Abtei Mariawald: Nur während der Messen ist Baupause

Von: Christoph Hahn
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Mariawald. Noch haben der von der Abtei beauftragte Unternehmer und seine Arbeiter noch nicht angefangen, die Klostermauer von Mariawald fit für die Zukunft zu machen - aber trotzdem hat die Rettung des historischen Bauwerks schon begonnen. Eine ganze Reihe von freiwilligen Helfern steht seit Tagen den Mönchen des einzigen deutschen Trappistenklosters zur Seite.

Rund 60 Meter misst der Abschnitt zwischen Kirche und Ökonomiepforte, den die engagierten Männer derzeit bearbeiten. Mit elektrischem Meißel und anderen Werkzeugen befreit das Team unter Führung von Wirtschaftsleiter Wolfgang Nowak die Mauer von bröckeligem Putz und Füllwerk, damit die Experten bald mit ihrem Tagwerk beginnen können.

Wer Kloster Mariawald in diesen Tagen besucht, braucht noch nicht einmal genau hinzusehen, denn die Helfer bearbeiten derzeit die Innenseite. Aber hören kann die Freiwilligen jeder Besucher - sofern nicht gerade die Messe gefeiert wird oder eine andere Gebetszeit ansteht. Dann nämlich müssen Meißel, Kompressor und andere Lärmmacher schweigen. Aber sonst - sonst hört jeder Passant ohne Schwierigkeiten, dass an der Grenze zwischen Außenwelt und Klausur der Mönche etwas Besonderes und Großes vor sich geht.

Keine Mühen gescheut

Groß ist nicht nur der Kraftaufwand. Groß ist auch die Summe von rund 30.000 Euro, die die Patres und Brüder mit öffentlicher Unterstützung für die Rettung des Mauerabschnitts durch die beauftragte Firma aus Kreuzau ausgeben. Groß ist vor allem aber auch das Engagement der ehrenamtlichen Kräfte, die nicht auf die Uhr schauen und auch sonst keine Mühen scheuen, um den Mönchen zur Seite zu stehen.

Menschen, die ihre Liebe zu diesem Kloster durch Taten bezeugen, haben sich hier zusammen gefunden. Bernhard Burner aus Brühl, selbstständiger Bauunternehmer und -gutachter, ist einer von ihnen. Der aktive Gespannfahrer ist bei einer Wallfahrt zu Pferde in Mariawald vorbeigekommen, las einen Aushang am Kirchenportal, mit dem nach tatkräftigen Helfern gefahndet wurde, und war sofort entflammt.

Bernhard Burner besorgte sich ein Quartier im Gästehaus und opferte eine Woche seines Sommerurlaubs, um zu helfen. Doch nicht nur das: Diverse Werkzeuge aus dem eigenen Betrieb hat der Unternehmer gleich mitgebracht.

Burner, der Mann aus der Stadt zwischen Köln und Bonn, steht jedoch nicht allein.

Fast so mannhaft wie er rammt Helmut Breuer, ein pensionierter Lehrer aus Heimbach, den elektrischen Meißel in die Klostermauer. Der Zahn der Zeit hat ihr zugesetzt. Vieles war auch im Zuge des Zweiten Weltkrieges, als die NS-Machthaber die Mönche verjagt und die Gebäude für sich vereinnahmt hatten, schadhaft geworden und in der Zeit danach übereilt ausgebessert worden.

Das fordert den Einsatz von Breuer und anderen Männern aus dem Städtchen unterhalb des Klosters und aus umliegenden Dörfern wie Wolfgarten heraus. Denn wenn „ihr” Kloster ruft - dann sind sie alle da.
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