Abschlusslesung der Schreibwerkstatt: Was Kinder und Jugendliche bewegt

Von: hes
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Starke Nachwuchsautoren und trotz der Altersspanne eine verschworene Gemeinschaft: die jungen Teilnehmerinnen der Schreibwerkstatt 2016 mit Projektleiterin und Kinderbuchautorin Claudia Satory-Jansen (2. v. re.) und Simmeraths Gemeindebüchereileiterin Rita Plum (5. v. li.). Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Mal ernst, mal heiter, oft tiefsinnig und immer unterhaltsam: Neun Kinder und Jugendliche haben jetzt zum Abschluss der Schreibwerkstatt für Nachwuchsautoren in der Gemeindebücherei Simmerath ihre selbst verfassten Geschichten vor größerem Publikum vorgetragen und dafür viel Beifall und Zuspruch erhalten.

Das landesweite Projekt „SchreibLand NRW“ des Deutschen Bibliotheksverbands und des Literaturbüros NRW, für das die Gemeindebücherei bereits zum zweiten Mal den Zuschlag erhalten hatte, hatte sich im vergangenen Jahr an alle Schülerinnen und Schüler gewandt, die gerne in einer größeren Gruppe mehr über das Handwerk des kreativen Schreibens erfahren und ihre Texte präsentieren wollten.

„Sie lernen dabei auch, mit wechselseitiger Kritik und Anregung umzugehen und diese positiv umzusetzen“, hatte die Leiterin des Projekts, Kinderbuch-Autorin Claudia Satory-Jansen, angekündigt und scharte mit zehn jungen Teilnehmern aus Simmerath, Roetgen und Monschau „eine lernbegierige, super sympathische Gruppe“ um sich.

Dieses Jahr: Kurzgeschichten

In diesem Jahr standen Kurzgeschichten im Vordergrund. Zunächst wurden grundsätzliche Merkmale einer Kurzgeschichte erarbeitet, Ideen und „Wortfutter“ gesammelt und erste Schreibversuche unternommen. Einmal wurde um drei vorgegebene Sätze eine Handlung konstruiert und in Worte gefasst, bei einem weiteren Treffen ein Kurzkrimi entwickelt.

Dann standen der Schlüsselsatz „So ist die Welt!“, Monolog- und Dialogformulierung oder umgangssprachliche Wortschöpfungen und das Phänomen des „Verlusts des Genitivs“ im Mittelpunkt. Alle Ergebnisse wurden untereinander vorgestellt, analysiert und diskutiert.

Kritik und Gemeinschaft

„Dabei war man im jugendlichen Eifer manchmal mit Kritik nicht zimperlich“, berichtete Claudia Satory-Jansen. Zum Glück seien aber alle im Anschluss doch wieder sehr freundschaftlich miteinander umgegangen, bildeten spätestens bei den „Konzcoach-Übungen“ zur Förderung der Konzentration und in den obligatorischen Pausen bei Kakao, Keksen und Gesprächen über Gott und die Welt nach Beobachtung der Leiterin wieder eine verschworene Einheit. „Und je näher das Ende der Schreibwerkstatt rückte, umso lauter wurden auch die Fragen nach einer weiteren Fortführung des Jungautoren-Projekts“, so Satory-Jansen.

Zunächst aber galt es am vorletzten Apriltag das Verfasste der Öffentlichkeit zu präsentieren – und das taten die Nachwuchsautoren zwar mit anfänglicher Nervosität, aber auch sichtlicher Begeisterung und spürbarem Stolz. Auffällig war, dass die Themenpalette mit zunehmendem Alter ernster wurde und von witzigen Reimen und Detektivgeschichten über Schule, Macht und Umweltzerstörung bis hin zu Krieg, Tod und Vergänglichkeit reichte. Das Vorgetragene gewährte in gewisser Weise auch Einblick in die Köpfe der jungen Autoren, in ihre Welt, in das, was sie bewegt und beschäftigt.

Teilweise „starker Tobak“

„Das war teils schon starker Tobak“, atmete auch Claudia Satory-Jansen nach dem letzten Vortrag tief durch, als Ulrike Schuppener (Roetgen/14) und Anna Pesch (Simmerath/17) gemeinsam „Das Rätsel meines Todes“ vorgelesen hatten. Die beiden Schülerinnen hatten im vergangenen Jahr auch überregional, beim Nachwuchsautorenwettbewerb der Lit.Eifel für Furore gesorgt und in ihrer Altersklasse gewonnen. Aber auch die übrigen Jungautoren wussten bei der Abschlusslesung zu überzeugen: die Schwestern Samira (10) und Melisha (13) Surovac, Mara Wollgarten (11) aus Lammersdorf, Annika Mathar (15) aus Konzen, Johanna Ewald (11) aus Imgenbroich und der „Quotenmann“ Richard Schuppener (11), ebenfalls aus Roetgen. Sie werden wohl alle wieder dabei sein, wenn es im Herbst hoffentlich in die dritte Runde der Schreibwerkstatt für Jugendliche geht. Und dann werden die jungen Schreibkünstler sich wieder alles von der Seele schreiben, was sie beschäftigt – mal ernst, mal heiter, oft tiefsinnig und immer unterhaltsam.

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