Abschluss mit Klassik und Lichtspektakel

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
Eine großartige Darbietung vo
Eine großartige Darbietung vor einem lichtdurchfluteten Hintergrund: Die Sopranistin Maria Mironova in der Imgenbroicher Pfarrkirche. Foto: P. Stollenwerk

Imgenbroich. Mit einem Kontrastprogramm feierte Imgenbroich am Wochenende seine 650-Jahr-Feier. Während am Samstagabend beim Festakt derbe mittelalterliche Späße einige Gäste im Festzelt irritierten, fanden die Feierlichkeiten am Sonntagabend mit Klassik in der Kirche und einem Lichtspektakel einen würdigen und wohltuenden Ausklang.

Aus Anlass des Ortsjubiläums hatte das Kulturfestival 2011 der Städteregion Aachen auch Station in Imgenbroich gemacht.

Mit der russischen Sopranistin Maria Mironova sowie dem in Stolberg lebenden Violin-Solisten Mario Triska hatten die Veranstalter eine hervorragende Wahl getroffen, und die Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrkirche St. Josef erlebten einen Abend mit ganz besonderer Atmosphäre in ihrem vertrauten Gotteshaus, das innen wie außen in farbiges Licht getaucht wurde.

Wirkungsvoll im Licht

Städteregionsrat Helmut Etschenberg wünschte den Gästen, sich „mit allen Sinnen” auf diesen Abend einzulassen und schloss die Organisatorin Dr. Nina-Mika Helfmeier in seinen Dank sein, während Moderator Robert Esser mit passenden Überleitungen die Künstler präsentierte und die Gäste auf die einzelnen Programmpunkte einzustimmen wusste.

Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass im ausliegenden Programm von zwei russischen Solistinnen die Rede war, in der Tat aber Maria Mironova sowohl den klassischen Part wie auch die leichte Muse problemlos beherrschte.

Die in Belgien lebende Sopranistin bildete in ihrem langen weißen Kleid vor der wirkungsvoll in farbiges Licht getauchten Kulisse des Chorraumes eine starke Erscheinung. Ihre glasklare Stimme meisterte scheinbar spielerisch leicht alle Höhen, und die gute Akustik in der Kirche brachte ihren ebenso kraftvollen wie auch gefühlvollen Vortrag bestens zur Geltung. Manchmal musste man genau hinschauen, wie verändernde Lichtstimmungen ganz langsam von Details und Flächen Besitz ergriffen und gekonnt die Dynamik der vorgetragenen Arien untermalten.

Klassiker der Musikliteratur von Mozart bis Puccini beherrschte Mironova ebenso gekonnt wie die später vorgetragenen weltbekannten Stücke aus der Welt der Musicals.

Die gelungene Auswahl der Vorträge fügte sich harmonisch in das niveauvolle musikalische Gesamtbild des Abends ein. Bei ihrem fehlerfreien, hochkonzentrierten Vortrag wurde die Solistin von der Pianistin Tatiana Kudinova begleitet, die sich im Hintergrund hielt und allenfalls durch das strenge Kopfnicken von Maria Mironova beim Einsatz eine zusätzliche Wahrnehmung erfuhr.

Zwischen den beiden Gesangsdarbietungen verzauberte Mario Triska die Zuhörer. Der bekannte Interpret von ungarischer und russischer Zigeunermusik ist seit 40 Jahren in der ganzen Welt unterwegs. Der routinierte Violin-Solist ist mit seinem Instrument auf das Innigste vertraut und schon nach wenigen Tönen sind die Zuhörer in einer anderen Welt.

Virtuos und vielseitig, mystisch und melancholisch, erzählt Triska in berührende Weise von Traditionen seines Volkes und großen Gefühlen.

Bei einer gemeinsamen Zugabe brachten die beiden Solisten dann das begeisterte Publikum zum Mitklatschen, ehe es Imgenbroich zum endgültigen Ausklang des Jubiläums im Ortskern noch einmal krachen ließ.

Feuerwerk blieb trocken

Der Lichtkünstler Jörg Rost aus dem Ruhrgebiet, der auch schon 2010 die Kulturhauptstadt Essen ins Licht rückte, hatte nicht nur den Innenraum, sondern auch das Umfeld der Pfarrkirche in buntes Licht gehüllt, während das Feuerwerks-Team um Uwe Grützberg inständig hoffte, dass das vorbereitete Bodenfeuerwerk nicht seinen Dienst versagen würde.

Um die pyrotechnische Anlage vor Nässe zu schützen, waren alle Feuerwerkskörper zuvor in stundenlanger Arbeit in eine Wachsschicht gehüllt worden. Die Akteure durften aufatmen, als die als die ersten Lichter in den Abendhimmel zischten. Die phantasievolle und mit verschwenderischen Farben sowie immer wieder überraschenden Effekten ausgestattete Darbietung entlockte den staunenden Gästen mehrfach Begeisterungsrufe, und manchmal setzten sich sogar die im Ortskern stehenden Esels-Skulpturen gegen den flammenden Horizont ab.

Imgenbroich kann eben auch ganz anders sein.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert