Abschiedsstimmung und Vorfreude beim Erfolgsmusical „Exodus“

Von: Heiner Schepp
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Starke Darsteller und Stimmen – solistisch wie im Ensemble, das fantastische Bühnenbild von Kai Savelsberg und stimmungsvolle Lichttechnik sowie Musik, die einem nicht mehr aus dem Kopf geht: „Exodus“ und das exART-Musiktheater boten auch 18 Jahre nach der Uraufführung Unterhaltung auf hohem Niveau. Foto: Heiner Schepp
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Weil er zu den „Lebenskünstlern“ gehört, schaut Ben (Felix Offermanns, 2. v. li.) verächtlich auf die Punkerin Kim (Sarah Eischet, Mitte) herab.

Vossenack. Ob es denn dieses Mal wirklich der endgültige Abschied war? 25 Mal wurde „Exodus“, das wohl erfolgreichste Musical des exART-Musiktheaters am Franziskus-Gymnasium Vossenack von 1999 bis 2001 aufgeführt und feierte in den vergangenen zwölf Jahren mehrfach Auferstehung.

2005 im Mariendom zu Neviges, ein Jahr drauf bei den Festspielen auf Burg Nideggen, 2007 und 2012 ausschnittsweise bei den exART-Jubiläumsveranstaltungen, 2013 zum 60. Geburtstag des Monschauer Gymnasiums in Vogelsang und im Mai 2016 als Ersatz für eine kurzfristig ausgefallene Aufführung beim Katholikentag in Leipzig.

18 Jahre alt und volljährig kehrte „Exodus“ nun – nach Aufführungen in ganz Deutschland und von Open-Air-Bühnen bis zu großen Schauspielhäusern in die Aula des Franziskus Gymnasiums Vossenack zurück – um sich endgültig zu verabschieden. Drei starke Aufführungen, zwei davon vor voll besetzter Aula, ließen rund 800 Gäste noch einmal die Geschichte des jungen Managers Ben Stolzenburg erleben, der Hals über Kopf aus der elterlichen Firma aussteigt, um Stress und Druck zu entfliehen und Freiheit für sich selbst zu finden.

Großartig: Felix Offermanns als vom Leben überforderter „Yuppie“ Ben, der mit seinem ausbezahlten Erbe die neue Freiheit in vollen Zügen auskostet, dabei aber an zwielichtige Freunde gerät. Beim Pokern verliert er sein ganzes Erbe, wird brutal zusammengeschlagen und landet schließlich in der Müllsortieranlage. Erst der Ring seines Vaters, den dieser im beim Abschied zusteckte, bringt ihn auf den rechten Weg zurück nach Hause, wo die Eltern den verlorenen Sohn ohne Vorwürfe wieder in ihre Arme schließen.

Markus Kamps hat das wundervolle Stück Musik 1999 geschrieben, und ebenso wie sich der Name des Komponisten geändert hat – er heißt jetzt Markus Page –, so hat sich auch „Exodus“ immer wieder ein wenig verändert und der neuen Zeit angepasst.

Ein großes Familientreffen

Auch die Reihen der Darsteller haben sich immer wieder verändert, und so gerieten die drei Aufführungen am Wochenende zum Wiedersehensfest der großen Exodus-Familie. Der musikalische Leiter und exART-Macher Clemens Amendt schwärmte vor der letzten Aufführung am Sonntag von den beiden Shows am Samstag und der Party danach: „Wir haben bis zum frühen Morgen gesungen“, meinte er augenzwinkernd.

Den vielen tollen Stimmen tat das aber keinen Abbruch. Neben Felix Offermanns als Ben überzeugten Theo Kersting als Vater, Annika Muthmann als Mutter, Samira Lauscher als Bens ehrgeizige Schwester Nora, Elisabeth Amendt als Bens zwielichtige Freundin und Simon Kirch als Bösewicht Gino. Gunnar Lechenar als dessen kugelrunder Chef und Mafiaboss hat singend wie sprechend höchsten Unterhaltungswert und die Reibeisenstimme von Sarah Eischet als Punkerin ist alleine das Eintrittsgeld wert.

Eingebettet waren all diese Solisten in ein wunderbares und unglaublich wandelbares Ensemble, dass die Rollen als jubelnde Tifosi, lässige Partypeople oder stumpfe Müllmänner einmal mehr so schnell und formvollendet tauschte wie ein paar Schuhe.

Dies alles wurde lichttechnisch vor dem aufwendigen Bühnenbild des aus der Eifel stammenden Künstlers Kai Savelsberg so perfekt in Szene gesetzt, dass der Schlussapplaus kaum geendet wäre, wenn die exARTler nicht noch eine Schlusspointe im Ärmel gehabt hätten. Denn in die Abschiedsstimmung für „Exodus“ mischte sich die Vorfreude auf das neue Musical „Unlimited“, aus dem man dem Publikum ein paar Hörproben bot und Vera Cremer die schöne Ballade „Regen“ sang.

Ein letztes Mal bildete das Ensemble dann für sein Publikum ein Spalier vor der Aula und sang: „Verlier‘ niemals die Sehnsucht in Dir...!“

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