Imgenbroich - Abschiedskonzert: Noch einmal mit „Stoned Washed“ rocken

Abschiedskonzert: Noch einmal mit „Stoned Washed“ rocken

Von: Heiner Schepp
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Peter Tambornino (59) in seinem Element: „Es gibt kein besseres Instrument als den Bass. Es geht in Mark und Bein, trägt die Musik – und ist leicht zu lernen.“ Foto: Schepp
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Zum letzten Mal wird Gründer Peter Tambornino (vorne) mit „Stoned Washed“ am Freitag in der Besetzung Jens Ahnert, Melanie Conrad, Bernd Gotzen, Friedhelm Rüttgers und Achim Schnurfeil (von links) zu sehen sein. Foto: Schepp/Rosenwick
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Vor 20 Jahren gehörten noch sein bereits gestorbener Bruder Wolfgang, Markus Wimmer und Frank Moeris zur Band von Peter Tambornino (von links). Foto: Schepp/Rosenwick

Imgenbroich. School Rock und Jazztage, „Steppin‘ Feet“, „Stoned Washed“ und eine ganze Armada junger Rockbands: Der Name Peter Tambornino ist eng mit der Musikszene im Monschauer Land verknüpft. Nun aber möchte „Tambo“ sich zumindest ein wenig zurückziehen: Am kommenden Freitag, 8. September, gibt der 59-Jährige sein Abschiedskonzert mit der Band „Stoned Washed“.

Ab 20 Uhr beginnt sein ganz persönliches „Wunschkonzert“ in der Imgenbroicher Bodega. Es ist genau 23 Jahre her, dass der junge Lehrer Peter Tambornino seine Stelle am St.-Michael-Gymnasium in Monschau antrat und dort junge Musiker vorfand, die nicht nur Fans der „Rolling Stones“ waren, sondern auch noch deren Musik covern wollten. Die Gründung einer Schulband war nur eine Frage der Zeit, und mit Hilfe des damaligen Schulleiters Alfons Rex waren Probenraum und erstes Equipment kein Problem. Zusammen mit den damaligen Schülern Markus Wimmer, Frank Moeris und Holger Ramjoué spielte die Band auf mehreren Schulfesten.

Das rockmusikalische Projekt lief so gut an, dass sich die Musiker bald entschieden, mit einer eigenen Band – der Name „Stoned Washed“ wurde geboren – die Bühnen im Umkreis zu „rocken“. Der „Nassenhof“ in Mützenich wurde die Heimat der Musiker, die weiter an ihrem Programm feilten und immer mehr als 70er-Jahre-Rock-Coverband bekannt wurden. Mit Peters Bruder Wolfgang und Tochter Sarah, die Holger Ramjoué am Schlagzeug ersetzte – er machte nun seine ersten Schritte als Ton- und Lichttechniker – , folgten erste Änderungen der Besetzung.

Zwischenzeitlich in wechselnder Besetzung – Gordon Tomlinson, Gerd Esselborn und Katrin Motz begleiteten die Band eine Zeit lang – fanden sich mit Jens Ahnert, Bernd Gotzen, Achim Schnurfeil und Melanie Conrad, zusammen mit den Mitgliedern der ersten Stunde, Peter Tambornino und Frank Moeris, die Musiker, die Stoned Washed bis ins Jahr 2005 prägten. Auftritte als Warm-Up von Brings, beim Rock gegen Rechts oder bei ihrer selbst organisierten Südfrankreich-Tour nach Bourg St. Andéol im Jahr 2004 und viele Gigs im damaligen Café Cubus, um nur einige zu nennen, machten die Band über die Region hinaus bekannt. Mit dem Ausscheiden von Melanie Conrad und Frank Moeris 2005 schien sich das Ende der Band abzuzeichnen, doch mit Friedhelm Rüttgers, bestens bekannt als Mitglied der Monschauer Ska- und Reggae-Band KTK, fand sich ein Musiker, der die Band bis heute weitermachen ließ.

In ihren frühen Jahren waren „Stoned Washed“ aber auch so etwas wie die Initialzündung für ein bislang einmaliges und schlussendlich zehnjähriges Schulmusikprojekt. Denn Peter Tambornino engagierte sich von Anfang an dafür, dass im Proberaum am MGM im Rahmen einer Schulband-AG auch andere Schüler „ihre“ Musik üben und sich verwirklichen konnten. Einzige Bedingung: Wenigstens einmal im Jahr sollten die Bands die gute Probestube verlassen und der Öffentlichkeit zeigen, was sie können – der „MGM-Schoolrock“ war geboren (1996).

„Es ist all die Jahre richtig gut gelaufen“, sagte Peter Tambornino unserer Zeitung, als 2006 das zehnte und letzte Schoolrock-Festival im altehrwürdigen Mützenicher Nassenhof-Saal über die Bühne gegangen war. Viele der in dieser Zeit aufgetretenen jungen Leute haben die Musik zu ihrem Hobby oder sogar zu ihrem Beruf gemacht. Bands wie Suff, Decay of days, Schwefelgelb, InXpensive, Crew 4, Le Shuttle, Fade Out, Bonanska und viele mehr waren zumindest regional ein Begriff in der Szene, und manche Band rockte sich später auch über den Tellerrand der Eifel hinaus auf die Bühnen der weiteren Umgebung.

Vielleicht wird der oder die eine oder andere am Freitagabend dabei sein, wenn „Tambo“ sich von „Stoned Washed“ verabschiedet; ganz von der Musik lassen kann er natürlich nicht: „Ich probe noch regelmäßig mit meiner Tochter Sarah und meinem Sohn Julius bei uns im Keller, den ich mir jetzt ein wenig als Probebunker hergerichtet habe“, erzählt Tambornino. Dazu hat er jetzt mehr Zeit, denn im Frühjahr ist er aus gesundheitlichen Gründen auch aus dem Schuldienst am Monschauer Sankt-Michael-Gymnasium vorzeitig ausgeschieden. „Ich möchte noch was von der Welt sehen“, sagt er und zeigt stolz auf ein kleines Wohnmobil, dass er sich zugelegt hat.

„Ein bisschen Musik gemacht“

„Tambo“ freut sich sehr auf Freitag, wenngleich er sich dabei nicht so im Vordergrund sehen möchte. „Ich bin kein Riesenmusiker, sondern jemand, der sich selbst aus Liebe zur Musik Bass und Gitarre spielen beigebracht und auf Amateurniveau mit Anderen ein bisschen Musik gemacht hat“, sagt er ganz bescheiden. „..und auch weiter Musik machen wird“, wie er augenzwinkernd ergänzt.

Vielleicht wird man das Tambornino-Trio Vater-Tochter-Sohn schon bald in der beliebten Bodega hören können, die er einmal selbst mit seiner Frau Renate geführt hat und deren Vertrag kürzlich um zehn Jahre verlängert wurde. „Das ist gut für Imgenbroich, für das meist junge Publikum und für die Rockmusik“, sagt Peter Tambornino mit Blick auf die vielen Konzerte, die hier (auch demnächst wieder!) stattfinden. Das am Freitagabend wird allerdings ein ganz Besonderes sein – nicht nur für Peter Tambornino.

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