Abschied von Kazem Abdullah: Ein Positiver Impuls zum Ende

Von: Josef Schreier
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Konzert
Warmer Applaus für einen sympathischen Künstler: Kazem Abdullah (Mitte links) gab ein umjubeltes Klarinettenkonzert. Organisiert hat das Florian Koltun (rechts). Foto: Heiner Schepp

Monschau. Als willkommene Zugabe zu einem kulturell reichen Wochenende in Monschau konnte am Sonntagnachmittag eine große Zuhörerschaft im überfüllten Bürgersaal des Auklosters ein wunderschönes kleines Konzert mit dem – jetzt ehemaligen – Aachener Generalmusikdirektor Kazem Abdullah in seiner Eigenschaft als Klarinettist genießen.

Abdullahs vertrauensvolle Verbindung mit dem Monschauer Musik-Organisator Florian Koltun wie auch mit der Bürgermeisterin Margareta Ritter konnte ihn – offenbar recht spontan – dazu bewegen, noch einmal nach Monschau zu kommen, nachdem er bereits im Mai in einem ebenfalls überaus gut besuchten Konzert aufgetreten war.

Das jetzige kleine Konzert war als Zugabe auch zu der derzeitigen Ausstellung des Kunstkreises Nordeifel gedacht. Daher begrüßte deren Leiter, Hilmar Weber, die Künstler recht herzlich, zu denen neben Abdullah auch der Organisator Florian Koltun sowie dessen Frau Xin Wang als pianistische Mitwirkenden gehörten.

Diese beiden begannen denn auch mit einer frühen Sonate von Mozart für vier Hände. Und zum Schluss boten sie rasant und mitreißend ein paar der Ungarischen Tänze von Brahms.

Entspannter als im Mai

Die Hauptsache war aber natürlich der Beitrag von Kazem Abdullah. Er bestand in der Klarinettensonate, die Camille Saint-Saëns kurz vor seinem Tode, wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, geschrieben hatte. Diese Sonate gehört zum klassischen Repertoire der Klarinettisten. Kazem Abdullah hatte sie auch in seinem Konzert im Mai gespielt, damals wie auch jetzt mit der Begleitung von Florian Koltun.

Man hörte heraus, dass er jetzt das Stück deutlich entspannter und souveräner interpretierte. Auch diesmal gelangen die nachdenklichen und melancholischen Passagen besonders dicht. Der Beifall des zahlreichen Publikums geriet wiederum sehr herzlich, ja stürmisch.

Sicher wollte man dem sympathischen Künstler einen positiven Impuls aus der weiteren Region seines bisherigen künstlerischen Wirkens mit auf seinen weiteren Weg geben. Das war auch zweifellos die Absicht von Florian Koltun, der mit Kazem Abdullah als Zugabe ein beinahe zärtliches kleines Stück von Edward Elgar ausgesucht hatte, nämlich den „Salut d’amour“, auf deutsch: Liebesgruß.

Koltun selber widmete am Klavier dem Kollegen zum Schluss noch einen Schlager: „Sag beim Abschied leise Servus“, bei dem das Publikum tatsächlich auch, wenn auch keineswegs textsicher, mitsang. Bei all dem versuchte Koltun offenbar, mit vielsagenden Andeutungen die in der Tat wenig hilfreichen Misstöne zu besänftigen, die den Abschied von Abdullah in Aachen vor kurzem begleitet hatten.

Hilmar Weber vom Kunstkreis Nordeifel übergab den Künstlern als Geschenk jeweils ein Originalgemälde mit musikalischen Motiven. Florian Koltun versäumte nicht, auf die weiteren Konzerte des Monschau-Festivals hinzuweisen, sowie auf die Kammerkonzerte in der bereits weitgehend feststehenden neuen Saison seiner Reihe „Montjoie Musicale“. Die große Zahl der Besucher hatten einen zwar kurzen, aber sehr inhaltsreichen und intensiven Konzertnachmittag erlebt.

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