Abriss des Schmidden-Hauses: Politiker kommen sich hilflos vor

Von: ag
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Das Schmiddem-Haus an der Bundesstraße in Roetgen war jetzt auch Thema im Gemeinderat. Foto: imago/imagebroker

Roetgen. Der Abriss des so genannten Schmidden-Hauses mit dem markanten Türmchen an der Bundesstraße in Roetgen hat am Dienstag unter dem Tagesordnungspunkt Mitteilungen und Anfragen die Mitglieder des Roetgener Gemeinderates beschäftigt.

Nachdem die Abrisspläne bekannt geworden waren, hatte der Heimat- und Geschichtsverein Anstrengungen unternommen, diesen zu verhindern und ein passives Verhalten der Verwaltung und des Gemeinderates beklagt.

Silvia Bourceau (UWG) forderte mehr Transparenz und bat die Verwaltung, die Politiker rechtzeitig zu informieren. Es könne nicht sein, dass die Politiker erst durch die Presse in Kenntnis gesetzt würden. „Die Bürger nehmen an, dass der Rat informiert sei, das ist er aber nicht“, sagte Bourceau.

Bürgermeister Manfred Eis nahm den Wunsch zur Kenntnis. Er erklärte, die Gemeinde sei für die Abrissgenehmigung nicht zuständig. Auch die Verwaltung sei erst durch die Diskussion in der Öffentlichkeit auf das Thema hingewiesen worden.

Ingrid Karst-Feilen (Grüne) beklagte ebenfalls die Informationspolitik in dieser Sache. Als Ratsmitglied komme man sich merkwürdig vor, wenn man keine Informationen erhalte. Eis stellte in Frage, ob es Aufgabe der Verwaltung sei, über Dinge zu informieren, für die sie nicht zuständig sei. Er riet den Politikern, „mehr unters Volk zu gehen“.

Alte Kastanie: Naturdenkmal?

Gudrun Messing (Grüne) hat auf dem Grundstück des Schmidden-Hauses eine alte Kastanie entdeckt, die wohl ein Schild trägt, das darauf hinweist, dass es sich bei diesem Baum um ein Naturdenkmal handelt. Diese Kastanie tauche aber nicht in der Liste der Naturdenkmäler auf, sagte Messing und fragte nach den Gründen. Annika Thelen vom Bauamt der Gemeinde erklärte, dass es sich vermutlich um ein Schild aus Zeiten des alten Kreises Monschau handele.

Wie in dieser Sache im Zuge der Kommunalen Neugliederung Anfang der 1970er Jahre verfahren worden sei, ließe sich nur noch mutmaßen. Ingrid Karst-Feilen bat daraufhin, die Vergangenheit aufzubereiten und zu klären, ob es sich bei der Kastanie um ein schützenswertes Naturdenkmal handele. Dies sei nur über eine Anfrage an die Untere Landschaftsbehörde der Städteregion möglich, erklärte Thelen.

Gudrun Messing regte außerdem an, das Bauamt der Städteregion einzuladen, um deutlich zu machen, wie dessen Vorgehen in der Gemeinde Roetgen ankomme. „Permanent wird über unsere Köpfe hinweg entschieden. Wir kommen uns hilflos und ein bisschen verarscht vor“, sagte Messing.

In der vorangegangenen Fragestunde für Einwohner hatte Rolf Wilden, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, gefragt, wer für den Abriss verantwortlich sei und was dort gebaut würde. Die beiden Fragen konnte die Gemeindeverwaltung nicht beantworten.

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