Konzen - Abriss des Anbaus der Konzener Pfarrkirche hat begonnen

Abriss des Anbaus der Konzener Pfarrkirche hat begonnen

Von: P. St.
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Abbruchstimmung herrscht rund um die Konzener Pfarrkirche. Nur einem einzelnen Reihengrab konnte man den angestammten Platz nicht streitig machen. Foto: P. Stollenwerk
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Der rund 60 Jahre alte Anbau der Pfarrkirche Konzen fällt komplett dem Abrissbagger zum Opfer.

Konzen. Älteren Bürgern aus Konzen, die sich in diesen Tagen der altehrwürdigen Pfarrkirche nähern, fällt nur ein Vergleich ein: „Das sieht ja aus wie im Krieg.“ Die Mutterkirche des Monschauer Landes ist zur Großbaustelle geworden. Der Abriss des Anbaus der Kirche, der in den Jahren 1952 bis 1954 auf Initiative des damaligen Pfarrers Johannes Henn erfolgte, hat begonnen.

Der Abrissbagger hat bereits ein riesiges Loch in die Nordseite des Kirchengebäudes gerissen, und betritt man das Kircheninnere, dann hat man freien Blick durch das teilweise bereits abgetragene Kirchendach in den blauen Konzener Frühlingshimmel.

Das Bild der Konzener Pfarrkirche erinnert derzeit in Tat ein wenig an vollkommene Zerstörung, und man muss schon festen Glaubens sein, wenn man sich der sportlichen Zielsetzung des Kirchenvorstandes anschließen möchte, dass der Weihnachts-Gottesdienst 2015 wieder in der Pfarrkirche gefeiert werden soll.

Das Kirchenumbau-Projekt hat unter den 1800 Gläubigen im 2500 Seelenort bekanntlich emotionale und kontroverse Diskussionen ausgelöst, seit im Jahr 2012 die Pläne erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Inzwischen hat das Personal des Kirchenvorstandes gewechselt, ein neuer Architekt ist beauftragt worden, und es ist gelungen ist, einen Großteil der Kirchengemeinde von der Notwendigkeit der Maßnahme zu überzeugen, die schicksalhaft verknüpft ist mit der Zukunft der Konzener Kirche.

Zwei Drittel des Pfarretats werden aktuell von Energiekosten verschlungen, und das Bistum Aachen hat vor Jahren bereits Handlungsbedarf angemeldet, weil die Mittelzuweisungen für die Unterhaltung von Kirchenbauten massiv zurückgefahren würden.

Die kirchlichen Immobilien in Konzen verschlingen jährlich 21.000 Euro Energiekosten (davon allein 9200 Euro das Kirchengebäude). Eine Kürzung der Bistumsmittel hätte in der Konsequenz bedeutet, dass diese Kosten für die Pfarre nicht mehr finanzierbar wären.

Bei der Vorstellung der überarbeiteten Pläne Anfang des Jahres hatte der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende und Bauleiter Martin Krings auch noch einmal deutlich gemacht, dass es nur mit einer Reduzierung des Bauvolumens möglich sei, dass die Mutterkirche zukunftsfähig und wirtschaftlich bleibe. Wie mehrfach berichtet, soll der ursprüngliche Grundriss der alten Kirche wieder aufgenommen werden.

„Der Abbruch ist eine sehr komplizierte Angelegenheit“, sagt Martins Krings, denn wertvolle Bausubstanz wie die Sandsteineinfassungen der Fenster oder andere Elemente aus der Fassade müssen erhalten bleiben. Auch 60 Quadratmeter Bruchstein werden für den neuen multifunktionalen Anbau an die Kirche wieder verwertet. Schon über 1000 Arbeitsstunden ehrenamtlicher Arbeit stecken bis jetzt in der Maßnahme. Seit Mitte der Woche kann der Kirchenvorstand jetzt auch ganz offiziell weiterbauen: Am Dienstag ging der Bewilligungsbescheid des Bistums über eine Million Euro ein.

Ein Grab musste bleiben

Das neue Gerüst für die Orgel ist im Inneren der Kirche schon errichtet, und die alte Sakristei, die bislang als Abstellraum diente, ist bereits in ihre künftige Funktion zurückgeführt worden.

Ein sensibles Thema in Zusammenhang mit der Baumaßnahme war der Umgang mit dem Friedhofsgelände, denn einige Grabreihen befanden sich direkt hinter der Nordwand der Kirche, die jetzt abgerissen wird. Hier wurde aber dringend Platz für das Rangieren der Baumaschinen benötigt. Die noch verbleibende Ruhefrist dieser insgesamt 45 Reihengräber betrug durchschnittlich drei Jahre.

In Abstimmungsgesprächen mit den Angehörigen erhielt der Kirchenvorstand eine fast 100-prozentige Zustimmung zur vorzeitigen Auflösung der Gräber. In einem Falle aber führten die Verhandlungen nicht zum Erfolg, so dass ein Reihengrab an seinen ursprünglichen Platz verblieben ist. Die Lage der ewigen Ruhestätte wirkt zwischen Bauzaun und Abbruchgelände fast ein wenig abstrakt. Die Baufahrzeuge, die hier ständig verkehren, hätten den zusätzlichen Platz gut gebrauchen können. Das mit frischen Blumen gepflegte Grab ist nun zum optischen Alleinstellungsmerkmal auf dem Konzener Friedhof geworden und dürfte von der Besucherfrequenz alle anderen Gräber auf dem Konzener Friedhof weit übertreffen.

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