Roetgen - Abfallbilanz: Bürger in Roetgen machen weniger Müll

Abfallbilanz: Bürger in Roetgen machen weniger Müll

Von: hes
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Jedes Jahr zieht die Abfallentsorgung eine aufschlussreiche Bilanz dazu, was die Bürger so alles in die Tonnen und Container stecken. So auch jetzt wieder in Roetgen. Foto: H. Schepp

Roetgen. Die Roetgener Bürger gehen vergleichsweise verantwortungsbewusst mit ihrem Abfall um. Mit 369 Kilogramm produziertem Abfall je Einwohner und Jahr lag die Gemeinde Roetgen im Kalenderjahr 2016 deutlich unter dem durchschnittlichen Müllaufkommen im Zweckverbandsgebiet.

Im Zweckverbandsgebiet Entsorgungsregion West (ZEW) betrug das einwohnerspezifische Abfallaufkommen aus privaten Haushalten im vergangenen Jahr 449,0 Kilogramm, wie nun Hermann-Josef Ostlender von der AWA Entsorgung GmbH im Roetgener Umwelt-, Touristik- und Forstausschuss berichtete.

„Mein Abfallbericht für Roetgen ist in diesem Jahr recht unspektakulär, denn die wichtigen Werte haben sich nicht großartig verändert“, verriet der Abfallberater. Sinkende Hausmüll- und Sperrmüllmengen, immer weniger Papier und weiter abnehmende Schadstoffmengen sowie zunehmende Mengen bei Grün- und Bioabfall – dies sind die wichtigsten Aussagen zur Roetgener Abfallbilanz für 2016.

Als durchaus erfreulich sei dabei der seit fünf Jahren beinahe konstante Wert der Restmüllmenge zu sehen, sagte Ostlender. 2016 lag er bei 107,6 Kilogramm je Einwohner und damit deutlich unter dem Schnitt in der Städteregion (128,4 Kilogramm). „Und das ist der zweitbeste Wert im städteregionalen Vergleich, wo nur Monschau mit seinem Wiegesystem noch deutlich besser liegt“, bilanzierte der Abfallberater.

Beim Sperrmüll bewegt sich die Gemeinde Roetgen sogar seit acht Jahren um die 20-Kilogramm-Marke, was allerdings recht deutlich über dem Durchschnitt in der Städteregion Aachen (12,7 Kilogramm) liegt. Die großen Unterschiede zwischen Städten wie Aachen (26,9 Kilogramm je Jahr und Einwohner) einerseits und Monschau (7,5) andererseits hänge wohl mit den Gebühren für den Sperrmüll in manchen Kommunen zusammen, analysierte Ostlender.

Ein spezielles Thema sind in Roetgen die Grünabfälle. Mit 1,9 Kilogramm pro Jahr und Einwohner bildet Roetgen hier das Schlusslicht. Die Grünschnitt-Containersammlung in Roetgen findet nur jeweils am letzten Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr am Parkplatz Kuhberg statt. Die Abgabe von Baum-, Strauch-, Hecken- und Rasenschnitt ist gebührenpflichtig und kostet pro Kofferraumladung drei Euro und pro Pkw-Anhänger 7,50 Euro, was offenbar unattraktiv sei, wie Stephanie Pfeifer, Sprecherin der Regioentsorgung anmerkte. Auch Rainer Welzel (UWG) meinte, es sei logistisch für Gartenbesitzer schwierig, wenn der Grünabfall nur einmal im Monat für drei Stunden abgegeben werden könne.

Wenn die Politik ortstypische Bepflanzung wünsche, müsse sie auch für bessere Entsorgungsmöglichkeiten des Grünschnitts sorgen, sagte Welzel, während Lukas Benner (Grüne) schon in einer Erhöhung des Entsorgungsturnus eine Besserung sähe. Er räumte ein, seinen Grünabfall in die benachbarte Gemeinde Raeren zu fahren. Während Rainer Nießen (UWG) anregte, „beim Grünabfall einmal ganz neue Wege einzuschlagen“, warnte Bürgermeister Jorma Klauss nur davor, „eine unüberwachte Entsorgungsmöglichkeit zu schaffen“, denn diese laufe schnell aus dem Ruder. Das Thema Grünabfall wird die Roetgener Gremien sicherlich in Zukunft noch weiter beschäftigen.

Dem Ausreißer beim Grünabfall gegenüber steht ein „normaler“ Wert für Roetgen beim Bioabfall (dritthöchster Wert mit 86,6 Kilogramm), wo der Städteregionsschnitt nur wegen der „biotonnenlosen“ Städte Stolberg und Monschau bei nur 67,4 Kilogramm liegt. Genau im Schnitt der umliegenden Kommunen liegt Roetgen bei den Leichtstoffen (43,5 Kilogramm, Tendenz fallend), rückläufig ist das Gewicht des Altpapiers (86,4 Kilogramm je Einwohner/Jahr) in Roetgen, wobei aber nur die Simmerather 2016 noch fleißiger Papier und Kartonagen gesammelt haben.

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