Abfall-Wiegesystem ist für Monschau eine Erfolgsstory

Von: P. St.
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Monschau. Die Operation darf als gelungen bezeichnet werden: Das im Mai 2009 eingeführte Wiege- und Identsystem in der Stadt Monschau bei der Abfallentsorgung hat sich zu einer Erfolgsstory entwickelt.

So lautet die Bilanz der Stadtverwaltung. Die daraus folgende Gebührensatzung für 2010 bestätigte Bürgermeisterin Margareta Ritter, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. „Die Abfallmengen sind erheblich gesunken, und der Bürger geht bewusster mit dem Abfall um”, bilanzierte sie jetzt in der Sitzung des Hauptausschusses.

Noch besser in den Griff bekommen möchte man allerdings die Entsorgung der Grünabfälle, deren Kosten von bisher 70.000 auf 94.000 Euro gestiegen sind. Für die Eigenkompostierung zu werben, sei eine Möglichkeit der Kostensenkung, aber die AWA als Entsorger stehe auch in der Pflicht, über eine Biogasanlage nachzudenken, meinte die Bürgermeisterin. „Rasenschnitt ist inzwischen ein interessanter Markt”, sah sie mit Blick auf die Grünabfallverwertung in der Nachbarkommune Simmerath. „Da muss der Entsorger sich bewegen.”

Gregor Mathar (SPD) sah in der nicht erfolgten Erhöhung der MVA-Verbrennungskosten eine Unterstützung des Bemühens der Stadt Monschau, die Gebühren stabil zu halten. Die Zustimmung zur neuen Satzung 2010 setzte die SPD dennoch bis zur Ratssitzung aus, da laut Mathar noch die Mehrwertsteuerpflicht der Stadt bei Sekundär-Rohstoffen zu klären sei, was sich eventuell gebühren-steigernd auswirken könne.

Micha Kreitz (CDU) sah bestätigt, dass mit der Einführung des Wiegesystems die richtige Entscheidung getroffen worden sei, weil die Entsorgung für die überwiegende Anzahl der Bürger günstiger ausfalle. Auch das befürchtete Anwachsen des wilden Mülls sei nicht eingetreten.

Auch Werner Krickel (Grüne) freute sich, dass das in die Bürger gesetzte Vertrauen nicht enttäuscht worden sei, und die Anreize zum Sparen umgesetzt worden seien. Die hohen Kosten der Grünabfälle bezeichnete er als „die momentan größte Baustelle.”

Kurt Victor (FDP) fand es ebenso bedenklich, dass ein Drittel der Entsorgungskosten, die rund 300.000 Euro betragen, allein durch den Grünabfall verursacht würden. Zu überlegen sei daher auch, ob man die Anlieger mit einer geringen Gebühr daran beteiligen sollte.

Vor einem solchen Schritt warnte allerdings Norbert Rader (CDU). In vielen Orten würden öffentliche Grünflächen von Bürgern gepflegt, die man dafür nicht mit Kosten belasten dürfe.

Unter dem Strich aber herrschte Einigkeit über den Erfolg des neuen Müllsystems. Nicht einmal in der Altstadt, resümierte Ortsvorsteher Georg Kaulen, sei ihm auch nur eine Beschwerde zu Ohren gekommen.

Fremdwasser ein Problem

Bei der leicht erhöhten Abwassergebühr schlagen die fehlenden 20.000 Kubikmeter Frischwasserbezug aufgrund der Schließung des Vennbades negativ auf die Gebühren durch. Das fehlende Abwasser lässt die Kubikmeter-Gebühr um 20 Cent nach oben springen.

Micha Kreitz (CDU) sah allerdings darin einen „Einmal-Effekt.” Die erzwungenermaßen eingeführte gesplittete Gebühr mache sich für die Bürger nicht bezahlt. Als „größte Baustelle” bei der Abwasserentsorgung bezeichnete er den enorm hohen Fremdwasseranteil in der Kanalisation, was die Umlage an den Wasserverband Eifel-Rur nach oben drücke.

Dass die Schwimmhalle als Großabnehmer derzeit fehle, schlage bei den Abwassergebühren ins Kontor”, hielt Gregor Mathar (SPD) fest. Die Abwasserbeihilfe des Landes sei zwar zu begrüßen, doch langfristig müsse ein Weg gefunden werden, den ländlichen Raum bei den Aufwendungen für die Trinkwasser-Reinhaltung zu entlasten.

Des Themas Fremdwasser wolle sich die Stadt in Kürze annehmen, sagt Margareta Ritter. Für eine entsprechende Untersuchung seien Landeszuschüsse in Aussicht gestellt. Sie rechnete vor, dass rund drei Millionen Kubikmeter Wasser an den Kläranlagen ankommen, doch lediglich 520.000 Kubikmeter könnten abgerechnet werden. Der WVER orientiere seine Umlage allerdings an jener Menge, die tatsächlich an den Kläranlagen ankomme.
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