Ab Kalterherberg in die weite Welt: Hermanns & Kreutz

Von: P. St.
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Fit für das internationale Speditions- und Transportwesen werden die zwölf neuen Auszubildenden beim Kalterherberger Unternehmen Hermanns & Kreutz gemacht. Foto: P. Stollenwerk

Kalterherberg. Für das Kalterherberger Speditions- und Transportunternehmen Hermanns & Kreutz war Donnerstag in doppelter Hinsicht ein besonderer Tag: Einmal begann für zwölf Ausbildende auf dem Betriebsgelände an der Kuhlengasse der Einstieg in das Berufsleben, und etwas weiter weg, am Autohof Köln-Eifeltor gingen zum ersten Mal Auflieger der Firma Hermanns & Kreutz auf die Schiene.

Milchpulver und Papier wurden am Morgen per Güterzug nach München transportiert. Solarteile und Stahl kommen zurück aus Süddeutschland. Für Aufregung war also gesorgt. Das in Kalterherberg ansässige Unternehmen, das jüngst noch einmal bekräftigte, dass trotz aller damit verbundenen Schwierigkeiten der Standort festgeschrieben sei, setzt schon seit vielen Jahren auf den Nachwuchs.

Der zweitgrößte Arbeitgeber in der Stadt Monschau mit insgesamt 340 Beschäftigten, davon 230 in Kalterherberg, holte sich mit zwölf neuen Lehrlingen Verstärkung in allen Bereichen. Sechs möchten Berufskraftfahrer werden, drei gehen in den Bereich Logistik, einer zur Lagerlogistik, und einer wird zum Mechatroniker ausgebildet.

Außerdem startet eine junge Damen eine Verbundausbildung als Bürokauffrau mit dem Himo Imgenbroich. Das neue Dutzend Berufsstarter kommt aus den Kommunen Simmerath, Monschau, Hellenthal, Kall und Hürtgenwald. Einige kannten den Betrieb schon aus dem Praktikum, andere wurden durch Empfehlungen von Freunden aufmerksam, das Unternehmen stellte sich in Schulen selber vor, und auch die Präsentation auf dem Monschauer Wirtschaftstag verfehlte ihre Wirkung nicht. Es waren rund 50 Bewerbungen eingegangen. Jana Schramm aus Vossenack möchte den für eine junge Frau eher ungewöhnlichen Weg als Berufskraftfahrerin einschlagen: „Das ist mein Traumberuf. Ich bin immer schon gerne gefahren,“ lacht sie.

Dass Ausbildung groß geschrieben und der Standort Kalterherberg gestärkt wird, ist aus der Sicht von Firmenchef Bernd Kreutz auch ein konkreter Beitrag zur Festigung der Dorfstruktur, werden doch gerade in Kalterherberg derzeit die Themen demografischer Wandel und Dorfentwicklung heiß diskutiert. Fast 40 Auszubildende sind aktuell bei bei Hermanns & Kreutz beschäftigt.

Das 1990 von Bernd Kreutz mit zwei Lkws und zwei Fahrern gegründete Unternehmen schrieb bislang eine kontinuierliche Erfolgsgeschichte. 2005 waren schon 35 Lkws und 35 Auflieger in ganz Deutschland unterwegs. Aktuell kreuzt eine Flotte aus 95 Zugmaschinen und 150 Aufliegern quer durch Europa. Insgesamt sind 180 Fahrer für punktgenaue Lieferungen im Einsatz. 62.000 Kundenaufträge wurden 2012 abgewickelt bei einem Jahresumsatz von 30 Millionen Euro.

Immer wieder gilt es für das Unternehmer, seine Leistungen der Nachfrage anzupassen. Ein großer Kunde wurde jetzt an einen Mitbewerber verloren, dafür befindet sich der Transport flüssiger Lebensmittel (vor allem Milch) in der Wachstumsphase.

Verstärkt will Hermanns & Kreutz künftig auf die Schiene setzen. Vor dem Hintergrund, dass in den kommenden Jahren 26 Milliarden Euro in die Sanierung von Autobahn-Brücken investiert werden muss, sieht Bernd Kreutz höhere Wegekosten durch steigende Maut-Gebühren auf die Spediteure zukommen: „Für diesen Fall muss man Lösungen bereit halten.“ Die Verknüpfung von Schiene und Straße ist für ihn ein Modell mit Zukunft, zumal man den vier Niederlassungen in Berlin, Hockenheim, Chemnitz und München logistisch bereits gut aufgestellt sei.

Das Motto des Unternehmens („Geht nicht, gibts nicht“) wurde gleich am ersten Ausbildungstag ausgegeben, und Bernd Kreutz legte den Auszubildenden nahe wie wichtig es sei, in den kommenden gut drei Jahren die unterschiedlichen Abteilungen des Unternehmens zu durchlaufen. „So versteht man am besten die Betriebsabläufe und gewinnt Wertschätzung für die anderen Abteilungen.“

Ehe es dann mit Ausbildungsleiter Sebastian Bodden auf Erkundungstour durch den Betrieb ging, wurden die Auszubildenden noch von Kalterherbergs Ortsvorsteher Norbert Rader begrüßt, der die Ausbildungsqualität des Betriebes lobte und ebenso dessen Bedeutung für den Standort Kalterherberg.

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