Nordeifel - Ab jetzt gilt es für die Reifeprüflinge

Ab jetzt gilt es für die Reifeprüflinge

Von: Yvonne Schneider
Letzte Aktualisierung:
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Um sich auf die anstehenden Prüfungen vorzubereiten, wiederholen die Schülerinnen (v.r.) Ana Reinartz, Nicole Töpfer und Kirsten Schröder die Unterrichtsinhalte der letzten zwei Jahre. Foto: Yvonne Schneider

Nordeifel. „Ein gewisser Grad an Stress ist natürlich immer vorhanden, aber der ist bei mir noch sehr erträglich“, sagt Ana Reinartz aus Roetgen, angehende Abiturientin des Franziskus-Gymnasiums Vossenack. Ab Dienstag wird es ernst für die 18-Jährige und circa 84.000 Abschlussschülerinnen und -schüler landesweit. Dann starten mit den schriftlichen Klausuren im Fach Deutsch die diesjährigen Abiturprüfungen in NRW.

Auch die drei FGV-Schülerinnen starten am Dienstag mit der ersten Prüfung im Fach Deutsch in die Klausurphase. In den folgenden Wochen stehen für die Drei dann jeweils noch zwei weitere Klausuren und eine mündliche Prüfung an. Die Termine dafür sind landesweit einheitlich festgelegt und somit an allen Gymnasien und Gesamtschulen gleich.

So geht es beispielsweise am Donnerstag mit Klausuren in Spanisch weiter und nächste Woche stehen an den NRW-Gymnasien unter anderem die Grund- und Leistungskursklausuren in Englisch, Französisch und Mathematik auf dem Plan. Regulär enden die schriftlichen Prüfungen am 19. April, vom 20. April bis 2. Mai folgen die Nachschreibtermine. Die mündlichen Prüfungen im 4. Abiturfach finden in NRW bereits ab dem 20. April statt, werden im einzelnen aber von der jeweiligen Schule festgelegt.

Um gut auf die Prüfungen vorbereitet zu sein, müssen die Abiturienten den gesamten Stoff der letzten zwei Schuljahre (Q1 und Q2) wiederholen und lernen, denn sie wissen nicht, was sie in den Klausuren erwartet. „Als erstes erstelle ich einen Lernplan, dann fasse ich alles schriftlich zusammen, damit ich es besser im Kopf behalten kann“, sagt Ana.

Auch die 18-jährige Nicole Töpfer aus Vossenack und Kirsten Schröder (17) aus Rurberg, ebenfalls angehende Abiturientinnen des Franziskus-Gymnasiums, haben sich zunächst ein Gesamtbild des zu lernenden Stoffes geschaffen. Nach dem Zusammenfassen geht es ans gezielte Lernen, wobei in erster Linie die Schulbücher und die im Unterricht gesammelten Unterlagen zur Hilfe dienen, aber auch das Internet. Um tiefer in die Lernphase einzutauchen, werden dann Aufgaben aus originalen Abiturklausuren der letzten Jahre bearbeitet.

„Manchmal falle ich beim Lernen in eine Art Dauerpanik“, erklärt Ana. Diese sei aber meistens am nächsten Tag wieder vergessen und es kann mit neuem Mut weitergelernt werden. „Es ist auf jeden Fall wichtig, beim Lernen Pausen einzulegen“, sagt die Roetgenerin, „denn vor lauter Lernen denke ich dann nur noch daran, was passieren könnte, wenn ich versage.“ Dem stimmt ihre Mitschülerin Nicole voll und ganz zu. „Irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man sich eine Auszeit gönnen muss.“

Am 18. März hatten die Schüler des Franziskus-Gymnasiums ihren letzten Schultag. In der letzten Schulwoche, der sogenannten „Mottowoche“ kam es beim „Abigag“ laut Aussage der drei Schülerinnen zu „etwas Krach und Chaos“. „Wände wurden mit Farbe besprüht, die Schule wurde mit Absperrband versperrt und ein Besen kam abhanden“, berichten die Drei. Davon abgesehen sei jedoch alles friedlich verlaufen. Für die entstandenen Schäden mussten die Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs aufkommen und das Chaos selbst beseitigen, sagt Kirsten.

Abi, Feiern und dann?

Die Ereignisse der „Mottowoche“ in Köln, bei denen Schüler mit selbstgebastelten Waffen und Pyrotechnik randalierten und sogar Polizisten angriffen, gehen für die Schülerinnen aber eindeutig zu weit. „Die Ereignisse in Köln sind meiner Meinung nach total unangebracht“, sagt Nicole. Auch für Ana hat die Randale „nichts mehr mit der Mottowoche zu tun“.

Abitur geschafft, was nun? Die drei Abiturientinnen haben schon genaue Vorstellungen, wie es nach dem Abitur weitergehen soll. Kirsten will erstmal ein freiwilliges ökologisches Jahr beginnen, danach zieht sie eine Ausbildung als Schreinerin in Betracht, da ihr Interesse an diesem Beruf durch ein Schulprojekt, in dessen Rahmen sie selbst Möbel aus Holz anfertigte, geweckt wurde.

Ana will Psychologie studieren. „Die menschliche Psyche fasziniert mich einfach“, sagt sie. Für Nicole ist sogar schon konkret klar, wo es nach dem Abi hingeht. Sie möchte ein duales Studium als Physiotherapeutin in den Niederlanden absolvieren. Da sie selbst in Behandlung bei einem Physiotherapeuten ist, hat sie diesen Beruf sehr gut kennengelernt und kann sich gut vorstellen, ebenfalls kranken Menschen zu helfen.

Einigen ihrer Mitschüler sei es allerdings schwer gefallen, bereits jetzt eine Entscheidung für das spätere Leben zu fällen. „Manche wissen immer noch nicht, wie es nach dem Abi weitergehent“, erzählt Nicole Töpfer.

Die Schule verlassen die Abiturientinnen mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Einerseits ist die Schulzeit eine tolle Zeit gewesen, in der man viele schöne Momente mit Klassenkameraden verbringen konnte“, sagt Kirsten. „Andererseits gab es Momente, in denen der Zusammenhalt in der Stufe nicht gerade stark war“, ergänzt sie.

Trotzdem verbinden die drei jungen Damen ihre Schulzeit überwiegend mit positiven Erinnerungen: „Wir werden die Schulzeit immer etwas vermissen und sicherlich gerne daran zurückdenken.“

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