Aachens Adler soll nicht mit aufs Wappen der Städteregion

Von: Alfred Stoffels
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Aachen. Nach langer Brutzeit und liebevollem Aufpäppeln wird sich das Junge im Oktober zu ersten Höhenflügen aufmachen - gemeint ist die Städteregion, die aus dem Zusammenschluss von Kreis und Stadt entsteht.

Doch Aachens stolzer Adler muss die Schwingen beieinander lassen und am Boden bleiben. So empfinden es jedenfalls geschichtsbewusste Bewohner der Kaiserstadt, die es betrübt, dass Aachens Wappentier das neue Emblem der Städteregion nicht zieren soll. Die Sache scheint aber gelaufen.

Was bedeutet: Wappentechnisch werden die rund 560.000 Bewohner der Städteregion, davon immerhin 250.000 aus Aachen-Stadt, von einem Löwen und einem Schwan repräsentiert. Es handelt sich dabei exakt um dieselben Vertreter der Tierwelt, die das Wappen des Kreises Aachen bevölkern. Im Klartext: Das Kreis-Wappen wird auch das Wappen der Städteregion.

Keine Einwände aus Köln

Genauso ist es auch gewollt von den Spitzen des Kreises Aachen, die bereits im Oktober 2007 im Laufe einer Verwaltungskonferenz beschlossen, nichts zu ändern und den Adler draußen vor zu lassen. Vorbehaltlich der Genehmigung des Regierungspräsidenten. Die ist mittlerweile eingeholt, die Aufsichtsbehörde in Köln hatte keine Einwände.

Kreis-Pressesprecher Hans-Josef Heinen weist darauf hin, dass die Städteregion schlicht und einfach die Rechtsnachfolgerin des Kreises Aachen sei (der im Oktober von der Bildfläche verschwindet) und es im Übrigen rein räumlich nicht funktioniere, das neue Wappen mit allen Vorschlägen und Wünschen aus der großen weiten Städteregion zu bestücken (so gab es zum Beispiel die Anregung, der Bergbautradition per Hammer und Schlegel im Wappen zu gedenken).

Und schließlich: Der Schwan stamme immerhin aus Burtscheid (bis 1897 kreisangehörige Gemeinde, seither Aachener Stadtteil).

Zumindest beim Aachener Geschichtsverein würde man den Schwan liebend gerne gegen den Adler tauschen, denn nach Stand der Dinge finde die ehemalige Krönungs- und Reichsstadt, immer kreisfrei und eigenständig sogar zur Franzosenzeit, nicht wirklich statt im Wappen der Städteregion.

Schriftführer Dietmar Kottmann plädiert nachhaltig für Adlers Aufnahme und befürchtet, ohne ihn könne „bei unbefangenen Beobachtern der Eindruck einer Mediatisierung provoziert werden”.

Mediatisierung? Das war vor über 200 Jahren, und man versteht darunter eine Art Degradierung durch Eingemeindung. Etwa so, dass ein blühendes Gemeinwesen mit Namen Aachen, welches sehr gut alleine zurechtkommt, den Preußen zugeschlagen wird.

Die allerletzte Entscheidung in Sachen Wappen trifft das Parlament der Städteregion. Ob die Stadt-Aachener Mitglieder ihrem Adler doch noch auf die Sprünge helfen (wollen), bleibt abzuwarten.
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