Aachen - Aachen demnächst Teil des Naturpark Nordeifel?

Aachen demnächst Teil des Naturpark Nordeifel?

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:
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Die Inde zwischen Freund und Krauthausen: Auch dieses Gebiet könnte künftig zum Naturpark Nordeifel gehören. Foto: Harald Krömer

Aachen. Eine ordentliche Portion Aachen soll Naturpark werden. Auf Vorschlag der Verwaltung und vorbehaltlich der Zustimmung aller Gremien würden künftig gut 10.000 Aachener im Naturpark Nordeifel leben. Bisher sind es gerade mal 500. Nächsten Dienstag befasst sich der Umweltausschuss mit den Vorschlägen, am Mittwoch könnte der Rat den Antrag auf Erweiterung beschließen.

Den Naturpark Nordeifel gibt es schon mehr als 50 Jahren. Die Stadt Aachen gehörte 1960 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, der auf Initiative von Hubert Schmitt-Degenhardt, Regierungspräsident des damals noch existierenden Regierungsbezirk Aachen, aus der Taufe gehoben wurde. Seitdem ist Aachen mit einer Fläche von 12,8 Quadratkilometern Teil des Naturparks. Städtische Waldflächen gehören dazu, aber auch die südlichen Ortsränder von Schmithof und Teile von Friesenrath und Hahn.

Die Verwaltung schlägt nun vor, die Grenzen des Naturparks bis an den Südrand von Lichtenbusch und Schleckheim sowie entlang der Schleckheimer Straße und westlich des Naturschutzgebiets Indetal bis an den Ortsrand von Brand zu verschieben. Wertvolle Flächen auf Aachener Gebiet würden damit Teil des Naturparks: das Naturschutzgebiet Walheim, das Itertal oder der Freyenter Wald. Insgesamt geht es um rund 19 Quadratkilometer, auf denen etwa 9600 Menschen leben.

Ein erweiterter Naturpark – nicht zu verwechseln mit dem Nationalpark Eifel und seinen strengen Schutzgebieten – brächte den Aachenern keinerlei Verbote oder Auflagen, versichert Elmar Wiezorek, Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt: „Der Naturpark bringt keine Einschränkungen.“

Schöne Ecken schön präsentiert

Vielmehr erwartet er von einer erweiterten Mitgliedschaft deutliche Impulse. „Wenn wir mit einer größeren Fläche vertreten sind, können wir mehr Projekte anmelden und fördern lassen“, sagt Wiezorek. „Und wir könnten uns auch verstärkt einbringen, etwa bei Naturparkwettbewerben.“

Aachen habe schließlich Naturschätze, die man sehr schön präsentieren und erklären könnte, sagt der Chef des Umweltamts und verweist auf die „Eifelblicke“ in der Nordeifel: idyllische Fleckchen mit attraktivem Ausblick, anschaulich erläutert. „So markante Ecken haben wir doch auch“, sagt Wiezorek. „Das könnte eine neue Attraktion für Aachener und Gäste sein.“

Höherer Mitgliedsbeitrag

Beim Naturpark dürfte ein Aachener Erweiterungsantrag auf Zustimmung stoßen. „Wir würden eine Ausweitung begrüßen“, sagt Dominik Hosters, Geschäftsführer Nordrhein-Westfalen im Naturpark. „Und für Aachen hätte das Vorteile. Wir haben zum Beispiel Zugriff auf Fördertöpfe, die andere Institutionen nicht haben.“ Das fängt bei Bänken und Schutzhütten für Wanderer an und ist mit den Themen naturverträglicher Tourismus und Umweltbildung noch nicht ausgereizt.

Ein bisschen was würde die Erweiterung die Kommune natürlich kosten. Seit vielen Jahren liegt der Mitgliederbeitrag für die Stadt bei 1611 Euro im Jahr. Künftig würden 5512 Euro fällig – gut angelegtes Geld, argumentiert die Verwaltung. Über einen Aachener Antrag würde zunächst die Mitgliederversammlung des Naturparks beraten. Die Bezirksregierung hat auch ein Wörtchen mitzureden. Und genehmigt werden muss die neue „Gebietskulisse“ letztlich vom NRW-Umweltministerium.

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