Aachen bleibt jung, Monschau altert sehr

Von: Udo Kals und Robert Esser
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Städteregion Aachen. Die Zahlen sind zwar neu, doch so richtig überraschen die Erkenntnisse nicht: Die demografische Entwicklung macht eben auch vor der Städteregion nicht Halt. Und so wird es in Zukunft in den zehn regionsangehörigen Städten und Gemeinden immer weniger Menschen geben, die dafür immer älter werden.

Nach der am Mittwoch vorgestellten Prognose der Bertelsmann-Stiftung werden in 20 Jahren 2,8 Prozent weniger Menschen in der Städteregion leben als heute - statt knapp 566.000 im Jahr 2009 nur noch rund 550.000 im Jahr 2030. Allein in Aachen sinkt demnach die Einwohnerzahl von 258.140 im Jahr 2009 auf knapp 249.500 (minus 3,4 Prozent). Ob diese Prognose auch wirklich zutrifft, ist indes fraglich. Denn laut Aachener Einwohnermeldeamt wohnten zum Jahreswechsel 2009/10 exakt 244.528 Menschen in der Kaiserstadt - das sind genau 13 612 Bürger weniger als die Bertelsmann-Studie zugrunde legt.

Damit geht diese offenbar von einer Zahlenbasis aus, die vom Statistischen Landesamt seit Jahren weit höher geführt wird, als die tatsächlichen Meldezahlen des Aachener Amtes belegen. Der Unterschied geht offenbar darauf zurück, dass die Landesstatistik auf überaltertes Zahlenmaterial aus der Volkszählung 1987 aufgebaut wurde. Die Auswertung des Zensus 2011 soll nun Klarheit über die Datengrundlage schaffen.

Eine andere Entwicklung: Zwar altern alle Kommunen in der Städteregion (siehe Grafik rechts), allein der Anteil der ab 80-Jährigen steigt bis 2030 städteregionsweit um 53 Prozent auf 41.700 Menschen, der der 65- bis Jährigen um 32,8 Prozent auf 107.760. Doch im Vergleich zu den Städten und Gemeinden im Altkreis bleibt Aachen - vor allem wegen der vielen Studenten - eine auch im NRW-Schnitt junge Stadt.

Monschau tendiert hingegen zum anderen Extrem: Innerhalb der kommenden 20 Jahre wird sich das Durchschnittsalter von 45,8 auf 55,7 Jahre erhöhen. Gleichzeitig verliert Monschau 11,4 Prozent an Einwohnern, statt rund 12.500 sollen 2030 nur noch 11.150 Menschen in der Stadt an der Rur wohnen - jedenfalls laut der Bertelsmann-Analyse.

Neben Aachen und Monschau verlieren bis 2030 auch Alsdorf (minus 4,6 Prozent auf 43.560), Eschweiler (minus 0,2 Prozent auf 55.240), Herzogenrath (minus 1,8 Prozent auf 46.180), Simmerath (minus 2,5 Prozent auf 15.190) und Stolberg (minus 5,1 Prozent auf 54.760) Einwohner. Eine positive Bevölkerungsbilanz weisen laut Bertelsmann-Studie nur Baesweiler (plus 0,9 Prozent auf 28.240), Roetgen (plus 1,1 Prozent auf 8300) und Würselen (plus 1,6 Prozent auf 38.220) auf.
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