90 Arten brüten in der Nordeifel

Von: gük
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Der Mäusebussard ist der häufigste Greifvogel in der Nordeifel.

Nordeifel. Fast 90 verschiedene Vogelarten dürften im vergangenen Jahr im Gebiet der Gemeinden Roetgen, Monschau und Simmerath gebrütet haben.

Vermutlich haben drei Paare Graureiher im Bereich des Obersees bei Pleushütte ihre Brut groß gezogen, was einer der wenigen Nachweise für Bruten dieses großen Vogels in unserer Region wäre.

Auf eine Insel im Obersee brütete ein Paar des Höckerschwans erfolgreich. Hier wurden auch Nilgänse mit Jungvögeln beobachtet. Greifvögel als Brutvögel leben in unserer Region Mäusebussard, Sperber, Habicht, Rot- und Schwarzmilan, Wespenbussard, Turmfalke und Baumfalke. Letzterer Greifvogel ist Zugvogel und wurde während der Brutsaison am Struffelt, im Rurtal bei Dedenborn, bei Hoscheid und im Paustenbacher Venn gesichtet, wobei jedoch ein direkter Brutnachweis nicht erbracht werden konnte. Der ziemlich seltene Schwarzmilan wurde beobachtet in der Nähe der Talsperren, im Rurtal und im Venngebiet bei Simmerath. Ein Paar Blässhühner brüteten auf einer kleinen Holzinsel im Obersee drei Eier aus und führten die Jungvögel zu Nahrungsquellen im Uferbereich. Wie viele dieser Jungvögel allerdings erwachsen geworden sind, ist nicht bekannt.

Rufende Hohltauben lebten im Forst Dedenborn, rufende Turteltauben wurden aus dem Bereich Lammersdorf und Paustenbach gemeldet.

Mauersegler haben es schwer, in unseren Wohndörfern mit ihren gut isolierten Dächern Brutplätze zu finden, so dass ihre Anzahl, ähnlich wie der unserer Schwalbenarten, ständig weiter zurückgeht. Da auch Fliegen, die früher in Bauerndörfern massenhaft vorhanden waren, selten geworden sind, fehlt auch wohl die Nahrung, um die Jungvögel zu ernähren. Feldlerchen sind ebenfalls Opfer der veränderten Kulturlandschaft geworden. In der intensiv genutzten Weide- und Wiesenlandschaft gelingt es ihnen nicht mehr, Jungvögel groß zu ziehen.

Wer aber noch einmal gerne hören möchte, wie einst im Sommer über unseren Feldern und Wiesen Lerchen gesungen haben, der muss im Frühling und Sommer über die Dreiborner Hochfläche wandern und kann dort stundenlang ununterbrochenen Lerchengesang genießen. Neuntöter wurden während der Brutzeit gefunden im Rurtal zwischen Dedenborn und Einruhr, am Hexenplatz an der Kall, im NSG Auf den Kempen bei Simmerath, in der Flur Kornschlag bei Dedenborn, am Krummen Ast bei Kalterherberg und südlich von Roetgen.

Singende Sumpfrohrsänger wurden in den Monaten Mai, Juni und Juli gehört im Bereich von Bickerath–Lammersdorf.

Sorgenkind ist weiterhin das Braunkehlchen, von dem es nur noch eine Handvoll Brutpaare in unserer Region gibt. Beobachtet wurden im vergangenen Jahr singende und Jungvögel führende Braunkehlchen am ehemaligen Modellflugplatz an der Kall, im NSG Lenzbach bei Paustenbach, im Quellgebiet des Tiefenbaches bei Huppenbroich und im Steckelbüschel bei Imgenbroich. Schwarzkehlchen waren während der Brutzeit anwesend im Struffelt, im Kranzbruch bei Simmerath, im Hatzevenn, am Modellflugplatz an der Kall.

Noch vor einigen Jahrzehnten waren Wacholderdrossel und Birkenzeisige lediglich Wintergäste in unserer Region. In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts brüteten dann die ersten Wacholderdrosseln im Bereich Lammersdorf, Simmerath, Konzen, Mützenich. Wenige Jahrzehnte später folgten als Brutvögel die Birkenzeisige, die sich allerdings nur am Vennrand als Brutvögel niederließen. Nun sind diese beiden Arten eigentlich Vögel des hohen Nordens, die sich also keinesfalls wegen der derzeitigen Warmphase des Klimas ausbreiteten. Der Orpheusspötter allerdings, der aus Südeuropa zugewandert ist und mittlerweile jedes Jahr bei uns gefunden wird, könnte aufgrund des wärmeren Klimas zugewandert sein. 2014 wurde dieser seltene Vogel im Laufenbachtal unterhalb vom Hatzevenn und im Roten Venn bei Mützenich gehört und beobachtet.

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