8633 der 8668 Einwohner „am Kanal”

Von: heg
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Roetgen. Themen rund um das Abwasserwerk der Gemeinde Roetgen standen auf der Tagesordnung des Betriebsausschusses. Bürgermeister Manfred Eis als Betriebsleiter und Kämmerer Heinz Mertens hatte eine ganze Reihe von nüchternen Fakten und Zahlen bekannt zu geben.

Umstellung mit Startproblemen

Der den Ausschussmitgliedern vorgelegte Zwischenbericht zum Stichtag 30. Juni ging unter anderem auf die vom Gesetzgeber erzwungene Umstellung in der Berechnung der Abwassergebühren ein.

Während die Gebühr für Schmutzwasser wegen der Koppelung an den Bezug von Frischwasser unproblematisch ist, führe die Erhebung der Niederschlagswassergebühr nach wie vor zu erheblichem Verwaltungsaufwand, so der Bericht.

Auf Nachfrage von Frank Knur (SPD) erläuterte der Kämmerer, dass einige hundert Bürger mit ihren Bescheiden vorstellig geworden sind. Bei den Flächenermittlungen wurde teilweise ein Ingenieurbüro eingeschaltet.

Etliche Bürger wollten auch nachträglich ihre Angaben in den Erhebungsbögen korrigieren. In fünf Fällen sei vorsorglich aus Fristwahrungsgründen vor dem Verwaltungsgericht geklagt worden, davon seien drei Fälle noch anhängig. Gerade zurückgekehrt von einem Abwassersymposium in Münster, zeigte sich Heinz Mertens jedoch zuversichtlich, dass die Gerichte die Auffassung der Gemeinde stützen.

Unter anderem geht es darum, ob Wegeseitengräben Teil des Abwassersystems sind und damit die Einleitung gebührenpflichtig ist. Was anschließend mit dem Wasser geschieht, sei unerheblich, erläuterte der Kämmerer den Standpunkt der Gemeinde.

Der wichtigste Posten im Vermögensplan 2009 des Abwasserwerks sind 400000 Euro für die Sanierung der Kanalisation, Sammler und Hausanschlüsse im Einzugsbereich der Kläranlagen Roetgen und Mulartshütte. Zu diesem Zweck wurde das gesamte Gebiet mit TV-Kameras abgefahren und wurden die festgestellten Schäden nach Dringlichkeit klassifiziert.

Mit 150000 Euro schlagen Neuverlegungen von Regen- und Schmutzwasserkanälen und die Anlage eines neuen Sammlers im Zuge der Schulerweiterung zu Buche. Für die zur öffentlichen Abwasseranlage zählenden Grundstücksanschlüsse in Neubaugebieten wird ein Budget von 50000 Euro eingeplant.

Insgesamt, so das Fazit des Zwischenberichts, werde das Gebührenaufkommen zwar unter den Erwartungen des Wirtschaftsberichts bleiben, dennoch sei mit einem kleinen Gewinn zu rechnen. Mit 1,22 Millionen Euro ist auch die Liquidität als gut zu bezeichnen.

Das Abwasserbeseitigungskonzept der Gemeinde, dass jetzt digitalisiert und der Bezirksregierung für die Jahre 2008 bis 2013 vorgelegt werden musste, weist eine Gesamtkanallänge von 49,9 Kilometern für Misch-, Schmutz- oder Regenwasser aus. 8633 der 8668 Einwohner sind an die Kanalisation angeschlossen, das sind 99,6 Prozent.

Nur einmal begünstigt

Zu den vorgesehenen Maßnahmen im Planungszeitraum zählt die Erweiterung des Baugebiets III (Wiedevenn), wo 25 neue Hausanschlüsse geplant sind.

In einer Änderungssatzung zur Gebührenerhebung wurde unter anderem festgelegt, dass Bürger, die von Dachflächen abgeleitetes Regenwasser nutzen, bei der Gebührenabrechnung künftig nur einmal begünstigt und damit den Nutzern von Brunnenwasser und Ähnliches gleichgestellt werden. Da ihnen bereits bei der Berechnung der Niederschlagswassergebühr 50 Prozent erlassen werden, müssen sie künftig für die Schmutzwassergebühren den vollen Satz entrichten.

Auch in diesem Jahr kann der Gemeindehaushalt mit einer Rückführung von Eigenkapital aus dem Abwasserwerk in Höhe von 241413 Euro entlastet werden. Da das Abwasserwerk schuldenfrei ist sowie über eine sehr hohe Eigenkapitalquote und ausreichende Liquidität verfügt, ist diese Rückzahlung zum sechsten Mal in Folge unbedenklich, erfolgt allerdings jetzt zum letzten Mal.
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