72-Stunden-Aktion: Viele Jugendliche packen auch in der Eifel an

Von: ale/heg
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Gut ausgestattet mit professionellem Werkzeug ging diese Gruppe in Einruhr an die Arbeit: Fünfzehn Jungen und ein Mädchen beteiligten sich hier an der 72-Stunden-Aktion des BDKJ. Foto: A. Lauscher
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Freude beim Kindergarten-Team „Blumenwiese“: Messdiener ließen die Spielgeräte wieder in neuem Glanz erstrahlen. Foto: H. Giesen
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Unterhalb von Hechelscheid im Bildungshaus der KJG fand diese Gruppe eine Menge sinnvoller Aufgaben. Foto: A. Lauscher

Nordeifel. „Mich schickt der Himmel“, war auf einigen T-Shirts bei den jungen Leuten zu lesen, die am Samstag bei der 72-Stunden-Aktion des BDKJ mitmachten. Das klingt vielversprechend und auch so, als hätte man auf Hilfe und Ideenreichtum gewartet. Tatsächlich riefen die Aktionen mancherorts Erstaunen und viel Anerkennung hervor.

In Einruhr beispielsweise, wo eine Jugendgruppe rund um die Kirche aufräumte, säuberte und frei schnitt. Fünfzehn Jungen und Mädchen leisteten hier einen bemerkenswerten Arbeitseinsatz. Sie förderten in dem kleinen Abhang an der Rückseite der Kirche Müll zutage, harkten zwischen den Büschen und schnitten kleine Äste ab.

Aus dem Wildwuchs an der Rückwand der Kirche wurden ein paar Bäume fachmännisch abgesägt, das Ganze geschah unter den Augen und der Anleitung von Bernhard Pauls, der sich mit Gartenbau auskennt. Er kümmert sich um den Jugendtreff in Einruhr und hat guten Kontakt zu den Jugendlichen. „Man kann auf die Jungs und Mädchen zählen, wenn es um ehrenamtliche Arbeit hier im Ort geht“, sagt er, „jedes Jahr machen sie mit bei einer Säuberungsaktion an unserem Freibad, und auch jetzt ließen sie sich nicht lange bitten.“ Die Geräte hatte Bernhard Pauls mitgebracht, mit Harke, Heckenschere, Freischneider, Säge und Laubgebläse wurde der Platz mehr und mehr verschönert. Ein Beet am Heilsteinhaus nebenan wurde neu bepflanzt mit Ginster, Lavendel und Schneeball.

Dazwischen gab es eine süße Pause: Karsten Hilgers, der von der Deutschen Pfadfinderschaft kam, begleitete die Aktionen und verteilte so manchen „Motivationsriegel“. Auch Heike Klinkhammer, die Jugendbeauftragte des Bistums Aachen, besuchte die einzelnen Gruppen. „Das Bistum hat zusammen mit dem BDKJ die Projekte koordiniert“, berichtete sie, „wir haben Zugang zu Leuten, die im kirchlichen Kontext Jugendarbeit machen. Die jungen Menschen sind aufgefordert hinzuschauen und sich zu fragen, wo gibt’s Arbeit für mich?“

In Einruhr blieb eine Wandergruppe aus Waldfeucht staunend stehen, als sie die gut gelaunte Jugendgruppe bei ihrem Einsatz sah. Das sei sehr lobenswert, meinten die Wanderer.

KJG in Steckenborn

In Steckenborn fiel die Aktion nicht so sehr ins Auge, denn sie fand abseits vom Dorf statt: Im KJG-Bildungshaus „Gustavo Salgado Ramirez“ unterhalb von Hechelscheid trafen sich Jungen und Mädchen, die in der Katholischen Jungen Gemeinde mitarbeiten, sie kamen aus Mützenich, Höfen und Konzen. Sie waren sich einig, dass im und um das idyllisch gelegene Bildungshaus ein paar Verschönerungs- und Instandhaltungsmaßnahmen notwendig seien. Die Außenfassaden aus Holz wurden lasiert, drinnen wurden Rauchmelder angebracht, Schränke repariert und Decken gestrichen. Draußen wurde das Strauchwerk gelichtet, und auf dem Fußballplatz mussten neue Tore her, die wurden im Eigenbau angefertigt.

Das Bildungshaus wird von der KJG genutzt für Kurse und Freizeitaufenthalte, aber es wird auch vermietet und steht Kinder- und Jugendgruppen zur Verfügung. Vom 5. bis 0. Juli findet hier beispielsweise ein „Kinderladen-Wochenende“ statt zum Thema Afrika. Dann finden die Teilnehmer wieder ein schmuckes Haus vor, in dem man sich wohlfühlen kann.

Messdiener in Roetgen

Auch in Roetgen wurde fleißig angepackt. Wenn die Kinder des katholischen Kindergartens St. Hubertus „Blumenwiese“ in Roetgen nach dem Wochenende ihr Außenspielgelände wiedersehen, werden sie große Augen machen. Gartenhäuschen, Schutzhütte und Kletterturm präsentieren sich in leuchtendem Blau und auch das geliebte Kletterschiff „Arche Noah“ wartet frisch herausgeputzt und von dem im Inneren wuchernden Unkraut befreit auf kleine Matrosen.

Hand in Hand

Hand in Hand haben am Freitag und Samstag rund 30 Messdiener und Messdienerinnen zusammen mit dem Kindergarten-Team und den Eltern angepackt. Das war nach rund 15 Jahren dringend nötig, damit die Spielgeräte wieder in neuem Glanz erstrahlen. Selbst an der im Jahr 2005 von engagierten Eltern gebauten „Arche Noah“ hatte der Zahn der Zeit schon erheblich genagt.

„Als uns der Hilferuf des Kindergarten-Teams erreichte, war es für uns Ehrensache, uns hier im Sinne der Aktion zu engagieren“, berichtet Messdiener-Chef Stefan „Joe“ Keus. Die Messdiener hatten sich schon früher für den Kindergarten eingesetzt, zum Beispiel bei der Einzäunung des Geländes, und sahen sich deshalb auch jetzt in der Pflicht.

Viele der jetzt beteiligten Mädchen und Jungen zwischen zehn und 18 Jahren hatten selbst den Kindergarten in der Greppstraße besucht. Da wurden viele Erinnerungen wach und schnell wurde noch mal das eine oder andere Gerät ausprobiert, bevor sie sich mit viel Eifer und Freude ans Schleifen und Schmirgeln, Ausbessern und schließlich ans Streichen machten. Das Kletterschiff wurde zudem mit einer Plane zum Boden hin abgedichtet.

Unterstützt wurde die Aktion von vielen Sponsoren, die die Farben und anderes Material stifteten oder, wie Oliver Schlamp vom Hofe, gleich selbst mit seinem Know-How und dem Werkzeug aus seiner Tischlerei tatkräftig Hilfestellung leisteten. Damit alle großen und kleinen Helfer bei Kräften und bei Laune blieben, kümmerte sich der Förderverein um das leibliche Wohl.

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