700 Biker und ein spannendes Herzschlagfinale

Von: ale
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Die neue Strecke bietet einige Herausforderungen für die Mountainbiker: Mit sagenhafter Energie fuhren die späteren Sieger Bas Peters (r.) und Peter Hermann (l.) den Rohrener Skihang hinauf. Foto: Anneliese Lauscher

Einruhr. Den sechsten Mountainbike-Marathon am Rursee bezeichneten die Organisatoren als eine rundum gelungene Sportveranstaltung. Begeisterte Sportler bedankten sich für die tolle Strecke, die gute Betreuung und die schöne Atmosphäre.

„Wir haben nach dem MTB-Marathon im vorigen Jahr Überlegungen angestellt, was wir verbessern könnten, um unser Event attraktiver zu gestalten, das Konzept wurde überarbeitet, neue Ideen eingebracht. Im Organisationsteam, das aus sechs Leuten besteht, arbeiten zwei aktive Biker mit. Die waren der Meinung, es müsse etwas spektakulärer zugehen, man müsste neue Herausforderungen schaffen“, berichtet René Ritzerfeld. Das ist ihnen gelungen.

Vereine helfen Organisatoren

Zunächst war für die Initiatoren ein „Genehmigungsmarathon“ zu bewältigen; viermal sollte die Straße gequert werden, das Rennen mit neuen Streckenabschnitten in den Hängen des Eifelwaldes brauchte das Einverständnis der Behörden. Mit Beharrlichkeit wurden die erforderlichen Genehmigungen erreicht. Natürlich kann eine solche Veranstaltung ohne einen riesigen Helferstab nicht funktionieren.

„Alle Ortsvereine von Einruhr machen mit, der Sportverein, der Karnevalsverein, die Feuerwehr, die Aktiven vom Rurseemarathon – eigentlich jeder, der in Einruhr und Erkensruhr was für Sport übrig hat“, sagt René Ritzerfeld, der gleich einen herzlichen Dank an alle Sponsoren anfügt: „Besonders dem Team Firebike verdanken wir starke Unterstützung.“

Erstmalig wurde schon am Samstag ein interessanter Wettkampf durchgeführt: der „Specialized Eliminator Sprint“, bei dem auf dem Platz am Ortseingang von Einruhr eine 800 Meter-Runde gefahren wurde, die es in sich hatte – Sprünge, Rampen und eine Steilwand waren zu absolvieren.

Ein relativ kleines Starterfeld lieferte sich ein prickelndes Rennen, die Zuschauer fieberten mit, die coolen Fahrer schenkten sich nichts. Den Sieg trug Christian Mießen aus Kalterherberg davon, Zweiter wurde Luka Buschmanns vom Team Firebike-Drössiger, den dritten Platz belegte Alexander Bunn aus Aachen.

Der Sonntag bescherte Sportlern und Zuschauern optimales Wetter, die anspruchsvolle Strecke blieb trocken. An den Starterfeldern sah man die unglaubliche Resonanz, die das Rennen fand: Beinahe 700 Mountainbiker stellten die Organisatoren vor eine Herausforderung: Auf der Kurzdistanz über 39 km mit 950 Höhenmetern starteten 271 Mountainbiker, an die Mitteldistanz über 67 km mit 1600 Höhenmetern wagten sich 270 Sportler und den Marathon über 95 km mit 2 320 Höhenmetern nahmen 156 Mountainbiker unter die Räder.

Es waren 70 Berufsfeuerwehrleute dabei, denn die Landesmeisterschaften der Feuerwehr NRW wurden ebenfalls in diesem Rennen gewertet; ebenso der niederländische SForz-Marathon-Cup, was zu einer hohen Beteiligung der Fahrer aus dem Nachbarland führte.

Spektakuläre Streckenführung

Es erwies sich als sehr klug, dass die interessierten Zuschauer vorher genau wussten, wo die spektakulärsten Punkte der Strecke waren. So hatten sich beispielsweise am Rohrener Skihang, der erstmalig in die Strecke eingebunden war, viele Sportfreunde eingefunden. Die Fahrer, die mit sagenhafter Energie dort hoch strampelten, wurden begeistert angefeuert. Hier hörte man die Sportfreunde fachsimpeln, manch ein Kenner sah sofort, welche Radgröße und Bereifung die Teilnehmer gewählt hatten.

Blieben sie im Sattel sitzen oder erklommen sie im Wiegeschritt den Berg? „Jedenfalls möchte ich das nicht mehr mitmachen“, meinte lachend ein erfahrener Radler aus Mützenich, der staunend die Leistungen der Biker bewunderte. Der Andrang bescherte Manni Stein an der Sommerbobbahn ebenfalls zusätzlichen Betrieb, viele Familien, die zum Radrennen gekommen waren, gönnten sich die herrliche Abfahrt.

Kurz vor dem Ziel war dann noch eine Rampe zu meistern, erst bergab, dann bergauf; und mit letztem Elan ging es in eine Kurve von 180 Grad. Hier kam es zum Gänsehaut-Finale im Marathon: Von Motorrädern angeführt, stürmten Peter Hermanns (Team Firebike-Drössiger) und der niederländische Profifahrer Bas Peters auf das Ziel zu, zwei Zentimeter Vorsprung erkämpfte sich unter dem Jubel der vielen Zuschauer Peter Hermanns. Mit 3:39:54 wurde für beide die gleiche Siegerzeit angegeben.

Als die erste Frau gesichtet wurde, gab es lautstarken Applaus: Sarah Reiners aus Mützenich, die für Focus Rapiro Racing startet, siegte in 4:39:29. Ausgepowert, aber glücklich, gab sie im Ziel folgenden Kommentar: „Das Härteste war das Wetter! Es war sehr warm, man musste sehr viel trinken. Ich hatte zum Schluss das Gefühl, dass sich ein Krampf anmeldete, aber zum Glück ist keiner gekommen. Meine Familie hat mich unterwegs gut verpflegt. Beim Anstieg in Rohren wurde ich großartig angefeuert, das motivierte ungemein.“

Sportler begeistert

Es herrschte Volksfeststimmung auf dem großen Platz am Ortseingang, ungezählte Gäste verfolgten die Zieleinläufe und Siegerehrungen. „Eine selten schöne Strecke, so tolle Stimmung! Wir sind begeistert“, so verabschiedeten sich viele Sportler.

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