„7 x Sommer“-Lesertour: Experte erklärt den neuen Windpark

Von: Max Stollenwerk
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Helm auf und los: Die erste Tour von „7 x Sommer“ führte Leser mit Christoph Bongartz (3. v. l.) in den Windpark Lammersdorf. Foto: Max Stollenwerk

Lammersdorf. Im Rahmen der diesjährigen Aktion „7 x Sommer“ ging es gemeinsam mit zehn Lesern unserer Zeitung auf das Gebiet des neuen Lammersdorfer Windparks. Dieser ist in einer Bauzeit von nur 34 Wochen fertiggestellt worden und hat Kosten von rund 45 Millionen Euro verursacht. Die Anlagen liegen in unmittelbarer Nähe zum Wanderweg im Lammersdorfer Wald.

Die letzte der sieben jeweils 196 Meter hohen Anlagen ist kurz vor Weihnachten 2016 ans Netz gegangen. Seit März ist der Windpark offiziell in Betrieb und produziert jährlich 66 Millionen Kilowattstunden Ökostrom für 19 000 Haushalte.

Die Führung übernahm Christoph Bongartz von der technischen Betriebsführung für Photovoltaik und Windenergie bei der Stawag-Energie GmbH, die sich mit erneuerbaren Energien beschäftigt. Das 2003 gegründete Unternehmen mit seinen 43 Beschäftigten ist ein Tochterunternehmen der Stawag, die insgesamt knapp 700 Mitarbeiter beschäftigt.

Zu Beginn der Führung erklärte Bongartz, dass man leider nicht nach ganz oben steigen könne. „Die Anlagen sind noch nicht vollständig an die Stawag übergeben, so dass dies aus rechtlichen Gründen leider zurzeit nicht möglich ist“, so Bongartz. Dies war für die Teilnehmer zwar ein Wermutstropfen und führte zu dem Appell, nochmals eine solche Führung zu einem späteren Zeitpunkt anzubieten.

Dennoch ging es wenig später interessiert und neugierig in Richtung der ersten mächtigen Anlage. Und Christoph Bongartz, der von Jan Unland von der Stawag sowie Angeli Bhattacharyya, Pressereferentin der Stawag, begleitet wurde, sicherte den Teilnehmern zu: „Von Seiten der Stawag ist auf jeden Fall die Bereitschaft da, einen weiteren Termin anzubieten, um eine der Anlagen auch mal zu besteigen.“

Rotor hat 112 Meter Durchmesser

Doch auch im Inneren der Anlage gab es einige interessante Entdeckungen zu machen. „Die Anlage ist 140 Meter hoch und darauf sitzt dann noch das Maschinenhaus mit einem Gewicht von circa 200 Tonnen“, erklärte Bongartz. Die Rotorblätter hätten einen Durchmesser von 112 Metern. Auf eine Nachfrage hin sagte er, dass jede Anlage aus verschiedenen Turmelementen, wobei das erste Element eine Höhe von circa 15 Metern habe, die anderen dagegen circa 30 Meter.

„Es gibt, auch aus Wartungsgründen, einen Fahrstuhl im Inneren der Anlagen“, so Bongartz. Dieser habe eine Fahrzeit von etwa neun Minuten. Oben angekommen müsse man jedoch noch zwölf bis 13 Meter über eine Treppe klettern, da der Fahrstuhl nicht bis nach ganz oben komme. Die andere Möglichkeit sind die etwas mehr als 400 Stufen mit einem Abstand von jeweils 30 Zentimetern. „Hier habe ich den Fahrstuhl auch schon mal abgehängt“, merkte Bongartz schmunzelnd an. Oben gebe es, abhängig von der Windstärke, gerne auch schon einmal Schwankungen zwischen 1,50 und 1,80 Meter.

Wie schnell denn die Rotorblätter werden können war eine weitere Nachfrage. „Bei Maximalleistung der Rotorblätter von 17,7 Umdrehungen pro Minute erreichen diese eine Höchstgeschwindigkeit von 337 Kilometern pro Stunde“, erläuterte Bongartz. Staunen konnte man auch darüber, dass jede Anlage über 350 Liter Getriebeöl verfüge. „Aber jede Anlage hat auch noch einen Zusatztank, so dass man auf insgesamt 1000 Liter pro Anlage kommt“, erklärte er.

Eine Nachfrage zum Thema Brandschutz konnte der Fachmann auch beantworten: „Wir verfügen in den Anlagen über Feuerlöscher, eine automatische Feuerlöschanlage und Feuerwehrpläne“, so Bongartz.

Beim Abstieg aus dem Windrad nach gut einer Stunde schilderte Bongartz, dass der erzeugte Strom zunächst mit einer Stärke von 20.000 Volt in die Zwischenspeicherstation nach Lammersdorf transportiert werde. „Bei Überproduktion können die Anlagen auch abgeschaltet werden“, sagte der Energiefachmann.

Nach der Führung war den Teilnehmern anzumerken, dass sie sich richtig entschieden hatten, auch wenn es nicht nach ganz oben ging. „Wir fanden es interessant, auch wenn wir zunächst enttäuscht waren, dass wir nicht hochgehen können“, sagten Dieter und Uta Kreitz aus Lammersdorf. „Es war spannend, die ganze Technik kennenzulernen und wir freuen uns schon auf das hoffentlich nächste Mal, wenn wir dann nach ganz oben können“, sagten sie schmunzelnd.

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