600 Euro Steuer pro Jahr für einen Kampfhund

Von: heg
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Die Gemeinde Roetgen wird ab 2011 die Hundesteuer erhöhen. Eine deutliche Anhebung der Sätze war einer der Vorschläge der Aufsichtsbehörde zur Konsolidierung der maroden Gemeindefinanzen. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. „Jetzt muss ich etwas gegen meine innere Überzeugung beschließen”, ärgerte sich Karsten Knoth (SPD) auf der Sitzung des Hauptausschusses am Dienstagabend. „Dank Etschenberg”, spielte der Hundefreund auf das nicht genehmigte Haushaltssicherungskonzept an, wird die Gemeinde Roetgen ab 2011 die Hundesteuer erhöhen.

Eine deutliche Anhebung der Sätze war einer der Vorschläge der Aufsichtsbehörde zur Konsolidierung der maroden Gemeindefinanzen.

Tierheim-Hunde anfangs steuerfrei

Zu bemängeln hatte er auch die Liste der als gefährlich eingestuften Vierbeiner wie Pitbull, Rottweiler oder Mastiff, für die eine besonders saftige Steuer zu Buche schlägt. Die als „beißhäufig” auffallenden Rassen Schäferhund und Dobermann seien hier nicht aufgeführt. Von der Hundesteuer ausgenommen sehen möchte Stephan Speitkamp (CDU) Jagdhunde, für die eine entsprechende Prüfung nachgewiesen wird, denn sie würden im Sinne der Allgemeinheit eingesetzt, begründete er seinen Antrag.

Dies laufe jedoch dem Charakter der Hundesteuer als „örtliche Aufwandsteuer” zuwider und sei auch in der Mustersatzung nicht vorgesehen, erklärte Kämmerer Heinz Mertens dazu. Allgemeine Zustimmung fand jedoch eine Anregung, dass so genannte Kampfhunde, denen eine Wesensprüfung Ungefährlichkeit bescheinigt, nur mit dem normalen Steuersatz belegt werden.

Künftig müssen Hundehalter für ein Tier 72 Euro pro Jahr bezahlen. Für zwei Hunde werden sie mit je 86,40 Euro zur Kasse gebeten, bei drei und mehr Hunden sind es je 100,80 Euro. Für gefährliche Hunde werden 604,80 Euro je Hund erhoben. Hunde, die aus dem Tierheim geholt werden, bleiben für zwei Jahre steuerfrei.

Die Erhöhung der Hundesteuer geht einher mit einer Bestandsaufnahme, die Anfang des nächsten Jahres durchgeführt werden soll.

Ein SPD-Antrag zur Beteiligung der Gemeinde am Städteregionsprojekt „Bürgerarbeit” stieß zwar auf wohlwollendes Interesse, als Beschluss wurde jedoch lediglich eine Prüfung der Teilnahme em-pfohlen. Ziel des Projektes ist es, je Kommune zwei bis drei Langzeitarbeitslose oder andere arbeitslose Hilfsbedürftige für drei Jahre für „zusätzliche und gemeinnützige Arbeit” einzustellen.

Zum Abschluss der mehr als dreistündigen Sitzung konnte Bürgermeister Manfred Eis die erfreuliche Mitteilung machen, dass der Vertrag mit der Telekom zur Breitbandverkabelung von Rott endlich unterschrieben sei.

Kopschütteln über Ravelroute

„Mit mir nicht” erteilte der Verwaltungschef hingegen den neuesten Plänen zum Verlauf der Ravelradroute auf Gemeindegebiet eine klare Absage. Nachdem eine Brücke über die Himmelsleiter aus finanziellen Gründen auf Eis gelegt wurde, soll die Querung der B258 im Kurvenbereich bei Marienbildchen erfolgen und die Strecke dann den Stockläger hinunter weitergeführt werden. Diese Idee erntete allgemeines Kopfschütteln.
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