59 Jahre auf 500 Seiten: Biografie von Straucher Ernst Boltz

Letzte Aktualisierung:
8693447.jpg
Ernst Boltz hat sich einen Traum erfüllt. Sein bisher „glückliches und zufriedenes Leben“ hat er der Nachwelt in Buchform hinterlassen. Foto: P. Stollenwerk

Strauch. „Ich habe bislang ein zufriedenes und glückliches Leben geführt“, sagt Ernst Boltz voller Überzeugung – und man glaubt es ihm auf den ersten Blick. Der heute 59-Jährige, von Beruf Zollfahnder, möchte in diesem Zustand verbleiben und am liebsten 100 Jahre alt werden.

Doch solange wollte er mit seiner Biografie nicht warten. Das könnte knapp werden, dachte er sich, „und außerdem kann ich mich jetzt noch an alles genau erinnern“. Also griff er zu Feder, schrieb los und machte seinen Traum wahr, ein Buch zu schreiben. Im April 2012 startete er das Unternehmen XXL-Tagebuch, und im August 2014 lag das Werk in gebundener Form auf dem Tisch.

Nun hat er sein bisheriges Leben auf über 500 Seiten zwischen zwei Buchdeckel gepackt und dabei noch längst nicht alles erzählt, was ihn seinem Leben berührt, geärgert und gefreut hat. „Von Mama bis Mia“ hat Ernst Boltz, in seinem Heimatort Strauch noch besser bekannt als „Ernie“, seine sehr persönliche Lebensgeschichte überschrieben.

„Alles richtig gemacht! Die Biografie eines bisher sehr glücklichen und zufriedenen Lebens, mit einer unbeschwerten und wunderschönen Kindheit, eines spannenden, aufregenden und spaßigen Berufslebens, einer wunderbaren Familie sowie fantastischen Freunden!“ ist weiterhin auf dem Buchtitel zu lesen. Geschichten von der Grenze Mit seinen knapp 60 Jahren kann Ernst Boltz in der Tat bereits auf ein bewegtes Leben zurückschauen, und so ist die Biografie auch zwangsläufig ein Stück Zeitgeschichte.

Seine einstige berufliche Tätigkeit beim Grenzdienst des Zolls ist schon 1992 der aktuellen politischen Entwicklung in Europa und dem damit verbundenen Wegfall der Grenzen zum Opfer gefallen. Dennoch kann Ernst Boltz aus dieser rund 20-jährigen Zeit eine Vielzahl von spannenden und teilweise skurrilen Geschichten von der Grenze bei Aachen erzählen. Inzwischen ist er zur Strafsachstelle des Zolls gewechselt, die nicht minder Stoff für erzählenswerte Begebenheiten liefert.

Ernst Boltz verschweigt dem Leser keine Phase und praktisch kein Ereignis seines bisherigen Lebens, dass mit einer unbeschwerten Kindheit im Südeifeler Städtchen Kyllburg beginnt, ehe ihn die Liebe vor einigen Jahrzehnten nach Strauch verschlug. Detaillierte Berichte über fröhliche Pauschal-Urlaubsreisen in den Süden fehlen ebenso wenig wie zahlreiche Anekdoten aus dem Dorfleben, denn als langjähriger Jugendbetreuer der Hertha Strauch oder in der Rolle als Nikolaus war er stets stark im Dorfleben engagiert. Ein ganz besonderer Moment im Leben von Ernst Boltz aber waren seine Erfahrungen als Knochenmarkspender bei der DKMS.

In diese Datei hatte er sich eintragen lassen, wohl wissend, dass eine Stammzellenspende für ihn mit einem gesundheitlichen Risiko verbunden ist. Im Jahr 2005 war es dann soweit. Seine Stammzellen stimmten mit einem lebensbedrohlich erkrankten Patienten aus Übersee überein. Eindrucksvoll schildert Ernst Boltz den damit verbunden Aufenthalt in der Uniklinik Essen, aber auch seine ehrliche Freude darüber, einem anderen Menschen das Leben zu retten.

2007 später gab es sogar einen telefonischen und brieflichen Kontakt mit dem Betroffenen, der aber dennoch 2008 verstarb, weil die Abwehrreaktionen zu heftig waren. Mit Vergnügen liest man auch die Anekdote des Beinahe-Auftritts bei der legendären ZDF-Sendung „Wetten, dass..?“, wo Ernst Boltz es als potenzieller Wettkandidat fast ins Studio schaffte, aber letztlich waren die TV-Macher mit seinem Wettangebot überfordert. Er hatte behauptet, eine haushohe Schutzhecke schneller mit der Handheckenschere zu schneiden als ein Konkurrent mit einer elektrischen Heckenschere.

Auf das Angebot des ZDF, ersatzweise ein Stück Kunststoffhecke ins Studio zu schieben, ging Ernst Boltz dann doch nicht ein, der auch heute noch fest davon überzeugt ist, „dass ich diese Wette gewonnen hätte. Außerdem wäre das eine tolle Werbung für die Eifel gewesen, denn solche Hecken wie hier findet man in der ganzen Welt nicht.“ Die ersten positiven Reaktionen auf das Buch, bei dem am Anfang wie am Ende ein kleines Schäfchen aus der Hauskrippe eine zentrale Rolle spielt und der Biografie auch den Titel gab, haben Ernst Boltz sehr gefreut, immerhin sind schon 250 Exemplare unters Volk gebracht worden.

Um hohe Auflage- zahlen aber geht es Ernst Boltz nicht, ihm war es einfach ein Bedürfnis, dass die Geschichten aus seinem Leben im Familien- und Freundeskreis in Erinnerung bleiben. (P. St.) „Von Mama bis Mia, Alles richtig gemacht!“, eine Biografie von Ernst Boltz, ist ihm Eigenverlag erschienen und erhältlich über Amazon.de (19 Euro) oder als E-Book (11 Euro). Außerdem ist das Buch erhältlich bei Schreibwaren Kogel in Simmerath (18 Euro)

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert