Aachen - 5000 Fans: Stabhochspringer fliegen auf Domspringen

5000 Fans: Stabhochspringer fliegen auf Domspringen

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
Aufgegabelt: Silbermedaillenge
Aufgegabelt: Silbermedaillengewinner Björn Otto und NetAachen-Geschäftsführer Andreas Schneider vor dem Domspringen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Elio Parise ist Gold wert. Der Mann weiß eben, wie man einen olympischen Silbermedaillengewinner aufgabelt. Mit viel Gefühl fingert Staplerfahrer Elio am Joystick - vor ihm und einem Dutzend Pressefotografen heben Star-Stabhochspringer Björn Otto und NetAachen-Geschäftsführer Andreas Schneider ab.

Wie auf einem fliegenden Teppich schweben die beiden am Dienstagnachmittag in knapp vier Metern Höhe auf hölzernen Paletten. Hinter ihnen das Panorama des Rathauses, zu ihren Füßen entsteht gerade die Sprunganlage.

Das Bild passt perfekt. Man will hoch hinaus, vielleicht sogar über sechs Meter. Aber natürlich nicht per Gabelstapler. Am Mittwoch geht das „8. NetAachen-Domspringen” auf dem Katschhof vor rund 5000 Sportfans über die Bühne.

Neben dem Silbermedaillengewinner von London und dem mit Bronze ausgezeichneten Raphael Holzdeppe treten elf weitere Top-Athleten ab 18.30 Uhr an. Zwischen 15.30 und 17 Uhr gibt es bereits den „Einlagewettkampf Stabhochsprung der Frauen” mit einem internationalen Starterfeld.

Damit die Sportler überhaupt zu ihren Höhenflügen antreten können, haben dutzende Helfer einen 50 Meter langen und 1,50 breiten Anlaufsteg zwischen Dom und Rathaus gezimmert. Jedes Jahr - nach dem baustellenbedingten Umzug 2011 auf den Aachener Markt - eine Herausforderung: Wegen des starken Gefälles auf dem historischen Platz muss der Unterbau des Stegs 1,20 Meter Höhenunterschied ausgleichen.

„Alles wird schließlich nach den Statuten des Deutschen Leichathletikverbandes abgenommen”, erklärt Mit-Organisator Michael Leers aus der Leichtathletik-Abteilung von Alemannia Aachen. „Dabei verbauen wir 320 Quadratmeter Holzplatten und zusätzlich 350 Europaletten unter der Matte. Unmittelbar hinter der Matte bietet die neue Rathaustreppe - zumindest zum Teil - erstmals weiteren Zuschauern Platz.

Knapp 1000 Besucher sitzen rechts und links der Anlage auf eigens aufgebauten Tribünen. Der Rest ist Stehplatzbereich. Wobei das Einlasssystem nach einem simplen Motto funktioniert: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Der Eintritt ist wie immer kostenlos. Sobald die Kapazität des „Hexenkessels” erreicht ist, werden die Zugänge dicht gemacht. Nach den Erfahrungen der Vorjahre könnte dies durchaus schon vor 18 Uhr der Fall sein.

Leers empfiehlt deshalb frühestmögliches Erscheinen, zumal der Frauen-Wettkampf einige Attraktionen verspricht - bei Höhen deutlich oberhalb von vier Metern.

Da die Wetterprognose bestes Wettkampfklima für den heutigen Mittwoch verspricht, freuen sich die Macher auf großen Sport und grandiose Stimmung - mit viel Musik und lautstarken Fans.

„Es kribbelt schon. Der Katschhof ist der perfekte Platz für Stabhochsprung. Diese Kulisse ist absolut einzigartig. Wir sind froh, dass wir mit unserem Event wieder zu Hause sind”, betont NetAachen-Geschäftsführer Schneider. Und Björn Otto stimmt zu: „Das gibt es sonst nirgendwo”, sagt er.

Zu verdanken ist das kostenlose „Highlight” zum Ende der Hochspringer-Saison dem Telekommunikations-Unternehmen. „Wir möchten uns damit bei unseren Kunden und allen Aachenern bedanken - auch für die Geduld angesichts unserer Baustellen zur Verlegung des Glasfasernetzes in der Stadt.” Dort kann man auch Bauarbeiter Elio Parise wieder treffen - quasi beim Tiefstapeln.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert