50 Jahre SPD Simmerath: In der Eifel angekommen

Von: P. St.
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Haben für den Festabend zum 50-jährigen Bestehen der SPD Simmerath ein spannendes Programm aufgestellt: Das Organisationskomitee, bestehend aus Manfred Sawallich (vorne, li.), Siegfried Peeters (re.), Franz-Josef Hammelstein (li.) und Stephan Kaever. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Als bekennender Sozialdemokrat hatte man in der Eifel nicht immer einen leichten Stand. In der doch eher von wertkonservativer politischer Befindlichkeit geprägten Region bedurfte es in der Zeit der Wirtschaftswunderjahre noch einer gehörigen Portion Mut, öffentlich als Genosse aufzutreten.

Die Zeiten, wo sich die noch selten vorkommenden SPD-Mitglieder in der Nordeifel im Schutze der Dämmerung zu den Versammlungslokalen schlichen, sind allerdings schon lange vorbei. Die SPD ist heute eine Volkspartei, die auch in der Eifel längst akzeptiert und nicht nur toleriert wird, zumal die politische Wirklichkeit inzwischen so aussieht, dass die Sozialdemokraten in einigen Orten bereits auf Augenhöhe mit der Mehrheitspartei angekommen sind.

Die jüngere Geschichte der SPD in der Nordeifel wird in dieser Woche noch einmal mit Leben erfüllt, wenn die Simmerather Sozialdemokraten am kommenden Samstag, 16. Juni, ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Anlass des Jubiläums ist die Gründung des Ortsvereins Lammersdorf, ohnehin seit jeher die stärkste sozialdemokratische Niederlassung in der Gemeinde Simmerath.

Organisierte Genossen gibt es zwar in einigen Orten schon länger als 50 Jahre, aber im Falle Lammersdorf liegt als gesichertes Dokument auf vergilbtem Papier noch die Einladung zur Gründungsversammlung vor. Diese fand am 10. Mai 1962 in der Gaststätte Genter statt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Johann Mohr gewählt, später ein geschätzter politischer Vertreter in der jungen Großgemeinde Simmerath.

Das politische Feld war vor 50 Jahren für die SPD in Lammersdorf bereits bestellt, denn bei der Kommunalwahl 1964 sorgte man mit sechs Sitzen gegenüber sieben Mandaten der CDU im Lammersdorfer Gemeinderat für äußerst knappe Mehrheitsverhältnisse. In anderen Orten der Gemeinde, so auch im Zentralort Simmerath, konnten die Sozialdemokraten, die 2011 ihre bisherigen vier Ortsvereine in einen Ortsverein Gemeinde Simmerath zusammenführten, allerdings bis heute nicht entscheidend an Boden gewinnen.

Der Ortsverein Simmerath zählt derzeit 97 Mitglieder. Das 50-jährige Bestehen, das im Lammersdorfer Hof gefeiert wird sei ein Anlass, „Rückblick zu halten, aber auch nach vorne zu schauen”, betont Franz-Josef Hammelstein vom Organisationskomitee. „Wir wollen schließlich in den nächsten 50 Jahren die Eifel farblich noch ein wenig verändern.”

Diesem Wunsch wird durch die Statistik bereits Vorschub geleistet. Die Annäherung an die Mehrheitspartei ist langsam, mühsam, aber beständig. Bei der zurückliegenden Kommunalwahl 2009 konnte die SPD erstmals seit 1972, die Anteile aller anderen im Rat vertretenen Parteien hinzugerechnet, mit der CDU nach Prozenten gleichziehen.

Auf höchste gewürdigt dürfen sich die Simmerather Genossen zu ihrem runden Geburtstag durch Festredner Franz Müntefering fühlen. Das SPD-Urgestein war Vizekanzler, Verkehrsminister und zweimal bereits Bundesvorsitzender. Dem ehemaligen Fraktionsvorsitzenden im Bundestag wird es auch vorbehalten sein, Jubilarehrungen vorzunehmen, darunter Ludwig Förster aus Lammersdorf für 50-jährige Mitgliedschaft. Zum Festabend liegen bislang 80 Anmeldungen vor. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wird sich per Videobotschaft zu Wort melden, die SPD-Spitze mit Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier hat bereits eine schriftliche Grußbotschaft in die Eifel geschickt.

Für Manfred Sawallich vom Organisationskomitee ist das goldene Jubiläum auch ein Anlass, die Geschichte der Eifeler SPD noch detaillierter aufzuarbeiten, denn auch in der Region liegen die Wurzeln der 1863 gegründeten Partei weitaus früher, aber es fehlt noch an handfesten Unterlagen. So weiß man, dass die SPD bereits 1946 bei der ersten Kommunalwahl in Simmerath antrat. Beim Festabend könnten da bereits einige Lücken geschlossen werden, ist doch ein historischer Rückblick mit Zeitzeugen geplant, der angereichert wird durch eine kleine Ausstellung mit historischen Wahlplakaten. An Gesprächsstoff dürfte es also keinen Mangel geben.

Den Festabend aus Anlass ihres 50-jährigen Bestehens feiert die SPD Simmerath am Samstag, 16. Juni, im Lammersdorfer Hof. Beginn der Festlichkeiten ist um 18 Uhr. Nach der Begrüßung durch den Ortsvereinsvorsitzenden Siegfried Peeters werden Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Gäste aus den Nachbarkommunen das Wort ergreifen. Den Festvortrag in Lammersdorf wird ab 18.30 Uhr der ehemalige SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering halten.

Ehrungen und Neuaufnahmen von Parteimitgliedern schließt sich ab 19.15 Uhr ein Essen am Buffet an. Ab 20 Uhr werden dann der Simmerather SPD-Fraktionsvorsitzende Gregor Harzheim und Landtagsabgeordneter Stefan Kämmerling Ausführungen zur aktuellen Politik machen.

Einen Blick zurück in die Geschichte gibt es ab 20.20 Uhr, wenn der Lammersdorfer Heimatforscher H. Jürgen Siebertz auf die Entwicklung der SPD in der Eifel zurückblickt. Zudem werden einige Zeitzeugen aus früherer wie auch aus heutiger Zeit berichten.

Den humoristischen Abschluss bildet dann Jupp Hammerschmidt. Der als „roter Bürgermeister” bekannt gewordene Kabarettist bringt Auszüge aus seinem Programm „Unsere Eifel darf nicht sterben.”

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