Roetgen - 50 Jahre auf Schusters Rappen unterwegs

50 Jahre auf Schusters Rappen unterwegs

Von: Helga Giesen
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Der Vorsitzende der Eifelverei
Der Vorsitzende der Eifelvereins-Ortsgruppe Roetgen, Rolf Vogel, freut sich über die Verleihung des Wolf-von Reis-Kulturpreises durch den Hauptverein. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Die Eifelvereins-Ortsgruppe Roetgen blickt in diesem Jahr auf ihr 50-jähriges Bestehen zurück. Im August 1961 schlossen sich eine Handvoll Wanderfreunde auf Initiative von Hans Houben zu einer neuen Ortsgruppe innerhalb der Bezirksgruppe Monschauer Land zusammen. Erster Vorsitzender wurde Klaus Coraccino, ein erfahrener Wanderführer und Vennkenner.

Mit einer jungen Mannschaft entwickelte die Ortsgruppe in den folgenden Jahren zahlreiche Aktivitäten. Neben dem Schwerpunkt Wandern wurde in dem schnell wachsenden Verein auch die Geselligkeit gepflegt. So wurden seinerzeit die legendären Trachtenfeste gefeiert. Zu den herausragenden Ereignissen gehörte die Einrichtung des Jugendzeltplatzes mit einem festen Haus im Schleebachtal. Zur großen Einweihungsfeier Pfingsten 1964 konnte sogar die Vennbahn für eine Sonderfahrt von Aachen nach Roetgen aktiviert werden.

Im Jahr 1965 fanden sich die ersten Jugendlichen zu einer Jugendgruppe zusammen, die unter der Leitung von Gottfried Giesen schnell wuchs und zu einem kreativen Bestandteil der Ortsgruppe wurde. Die deutsch-französischen Begegnungen mit der Partnergruppe aus Laval gehören jetzt seit mehr als vier Jahrzehnten zum festen Bestandteil der Jugendarbeit. 1976 wurde Mitbegründer Rolf Vogel zum Vorsitzenden gewählt, er kann somit in diesem Jahr das 35-jährige Jubiläum feiern.

1977, 1987 und zuletzt 2001 anlässlich des 40-jährigen Bestehens richtete die Ortsgruppe die Bezirkswandertage für die Bezirksgruppe Monschauer Land aus. Mit einem Angebot für Senioren, Themenwanderungen und Radtouren sowie Städtefahrten per Bahn und Bus wurden die Aktivitäten immer vielfältiger. In den vergangenen Jahren erfreuten sich auch die Wanderwochenenden großer Beliebtheit. Noch in guter Erinnerung ist die Wanderwoche, die im September 26 Teilnehmer ins Elbsandsteingebirge führte.

In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden hat der Roetgener Eifelverein in den letzten Jahren auch die Anlage von Biotopen im Gemeindewald unterstützt. Unter dem Motto „Teiche statt Fichten” wurden an drei Standorten Renaturierungsmaßnahmen vorgenommen. Die dabei entstandenen Teiche dienen der Ansiedlung von Flora und Fauna und bieten Wanderern und Spaziergängern reizvolle Rastmöglichkeiten.

Zur Verbesserung der Infrastruktur für die Naherholung im Roetgener Gemeindewald hat die Ortgruppe zudem zwei Schutzhütten errichtet - eine davon idyllisch gelegen am neuen Biotop „An den drei Teichen” - , hat in Eigeninitiative oder gemeinsam mit anderen Vereinen vier Brücken im Verlauf von Wanderwegen erneuert, zahlreiche Ruhebänke aufgestellt sowie ein neues Beschilderungssystem für die örtlichen Wanderwege entwickelt und installiert.

Höhepunkt in der jüngeren Vereinsgeschichte war 2009 die Verleihung des Wolf-von Reis-Kulturpreises durch den Hauptverein. Die von dem 2008 gestorbenen früheren stellvertretenden Schatzmeister Wolf von Reis aus Rurberg gestiftete Auszeichnung wird für besondere kulturhistorische Verdienste verliehen. Die Jury überzeugen konnte die Ortsgruppe Roetgen mit mehreren Projekten, die sie in den letzten Jahren kontinuierlich betrieben hat. Das war zum einen ein vom Vorsitzenden Rolf Vogel erstellter Film über das Leben in Roetgen im Jahresablauf. In Bild und Ton festgehalten wurden unter anderem die traditionellen kirchlichen und weltlichen Feste, kulturelle Veranstaltungen und Sportereignisse, aber auch Landschaften und historisch bedeutsame Gebäude und Denkmäler. Bei mehreren öffentlichen Vorführungen hat der Film großes Interesse in der Bevölkerung gefunden.

Zum anderen wurde auch das jahrelange Bemühen der Ortsgruppe um den Erhalt bzw. die Wiedereröffnung von historischen Fußwegen innerhalb des weitläufigen Ortes anerkannt. Vor allem kämpft die Ortsgruppe - bisher leider ohne Erfolg - um eine Zuwegung zum Naturdenkmal „Genagelter Stein”, einem mit eisernen Nägeln beschlagenen Felsbrocken, der die Grenze zwischen den Herzogtümern Limburg und Jülich, zu dem das Monschauer Land gehörte, sowie der Abtei Kornelimünster kennzeichnete.

Wenn der Roetgener Eifelverein mit einer Feierstunde am 29. Oktober das 50-jährige Bestehen feiert, können noch fünf Mitbegründer geehrt werden. Neben den heute noch aktiven Vorstandsmitgliedern Herbert Steffens und Rolf Vogel sind das Ute Kessel, Edgar Linzenich und Paul Sauer.
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