FuPa Freisteller Logo

„5. Rotary in Concert“: Musikerlebnis und eine Uraufführung

Von: Josef Schreier
Letzte Aktualisierung:
11636784.jpg
Auch beim fünften „Rotary in Concert“ war die Aukirche bis auf den letzten Platz gefüllt und erwies sich die besondere Akustik des Raumes wiederum als hervorragend geeignet für Sinfoniekonzerte dieser Art. Foto: Josef Schreier

Monschau. Zum fünften Mal schon lud am Freitagabend der Rotary Club Monschau-Nordeifel zu einem Sinfoniekonzert in die Aukirche ein. Auch diesmal war, wie in den Jahren zuvor, die weite Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt, und ebenso erwies sich die besondere Akustik des Raumes wiederum als hervorragend geeignet für Konzerte dieser Art.

Humanitäres Ziel

Freilich ging es letztlich nicht nur um die Musik, denn das Engagement der Veranstalter und das Interesse der Besucher galt sicherlich auch und zum großen Teil den humanitären Zielen des Rotary-Clubs, denen auch die Begrüßungsansprachen galten. So erläuterte Rolf Heinfeldner, der Präsident der Nordeifler Rotarier, die nun schon langjährige Förderung, die der Club durch die Einnahmen der Monschauer Benefizkonzerte dem Sozialpädiatrischen Zentrum im Klinikum Aachen zuteil werden läßt. In dieser Einrichtung geht es darum, entwicklungsgestörte und behinderte Kinder zu fördern.

Die Schirmherrin des Konzertabends, die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter, zeigte sich dankbar dafür, dass die Rotarier mit ihrer Initiative neben ihrem humanitären Anliegen auch einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt Monschau leisten, denn die Rotary-Konzerte hätten sich, wie sie sagte, im Lauf der Jahre zu einem „Geheimtip“ in der Musiklandschaft der Region entwickelt. So galt ihr Dank denn auch besonders den Musikern, die dieses Konzert ohne Gage darboten. Wie schon in den Jahren zuvor, waren dies Mitwirkende der „Hochschule für Musik und Tanz Köln/Standort Aachen“ (wie der etwas komplizierte Titel lautet).

Neben dem Kammerorchester und dem Chor der Hochschule wirkte der „Ars Cantandi“-Chor der Musikschule Aachen mit. Die Gesamtleitung lag wiederum in den Händen von Prof. Herbert Görtz, der erneut ein höchst anspruchsvolles und interessantes Programm erarbeitet hatte.

Diesmal stand am Anfang sogar eine Uraufführung. Herbert Görtz hatte die niederländische Komponistin Cynthie van Eijden, die derzeit am Aachener Hochschulstandort Musiktheorie lehrt, zu einem neuen Werk angeregt, das unter dem Titel „Landschaft mit Landschaft hinter dem Horizont“ nun in Monschau erstmals aufgeführt wurde.

Die anwesende Komponistin konnte sich über den Erfolg ihrer Komposition freuen, denn in der Tat handelte es sich um ein sehr zugängliches Werk, das in einer zwar modernen, aber nachvollziehbaren Tonsprache den Gedanken nahebrachte, daß hinter sichtbaren Landschaften immer auch noch eine unsichtbare, innere Welt existiert. Diese unterschiedlichen Schichten der Wirklichkeit wurde in den Stück dadurch symbolisiert, dass dem Orchester eine Gruppe von vier Gitarristen (das „Cologne Guitar Quartet“) gegenüberstand, die gleichsam die Landschaft hinter dem Horizont verkörperte. Die „inneren Bilder“, die Herbert Görtz in seiner Einführung den Zuhörern versprach, stellten sich durchaus ein, auch dank seiner sehr einfühlsamen Interpretation.

Beifall für Mozarts Motette

Diesem phantasievollen Musikstück, das Neuland betrat, folgte ein altbekanntes, nämlich die Motette „Exsultate, jubilate“ von W.A. Mozart. Bei „Rennern“ dieser Art erhebt sich für den Zuhörer immer die spannende Frage, ob die jeweilige Interpretation dem Werk neue Facetten abzugewinnen vermag. Hier standen das Können und die Ausstrahlung der jungen Koloratursopranistin Laura Lietzmann eindeutig im Vordergund der Aufmerksamkeit. Sie konnte die Tücken und Schwierigkeiten dieses Jugendwerks von Mozart in einer musikalisch überzeugenden Weise lösen. Es gab großen Beifall.

Nach der Pause gab es dann noch so etwas wie eine veritable Neuentdeckung eines eigentlich bekannten Werkes. Die Messe in C-Dur von Ludwig van Beethoven steht, wenn auch grundsätzlich gut bekannt, weithin doch im Schatten der späteren, größeren Messvertonung des Komponisten. Diese große, so genannte „Missa solemnis“ in d-moll gehört freilich zu den maßgebenden Meisterwerken schlechthin. Aber auch in der kleineren C-Dur-Messe – und das wurde durch die Interpretation dieses Abends überaus deutlich – wird doch das sowohl musikalische wie auch spirituelle Profil von Beethovens Persönlichkeit schon sehr klar.

Beethoven geht es um eine persönliche, individuelle, auch sperrige Aneignung der vorgegebenen (Glaubens-)Inhalte. In der Interpretation von Herbert Görtz (mit einer versierten Chorgemeinschaft und vier überzeugenden Vokalsolisten von der Musikhochschule) wurde dieses energische, beinahe trotzige Element in Beethovens Musik sehr anschaulich. Die Darbietung dieses Werks war dabei so bewegend, dass der Rotary-Präsident nicht umhin konnte, in einem spontanen Nachwort für dieses musikalische Erlebnis zu danken.

Insgesamt darf man dem Rotary-Club Dank wissen für die Beharrlichkeit, diese Konzerte immer wieder durchzuführen. Eine frühere Anregung legt sich auch diesmal nahe, nämlich die Aukirche durchaus in noch regelmäßigerer Weise als Konzertsaal zu nutzen. Gerade wenn man an Konzerte mit geistlichem Inhalt denkt (wie jetzt mit Beethovens Messe oder in einem früheren Rotary-Konzert mit einer ähnlich anrührenden Deutung von Mozarts Requiem), so dürfte doch auch der spirituelle Wert solcher Veranstaltungen kaum irgendwie zweifelhaft sein.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert