4000 Kilometer mit dem Rad zur Arbeit

Von: Andreas Gabbert
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Jeden Tag fährt er mit dem Fahrrad nach Aachen zur Arbeit und wieder zurück: Frank Martin aus Roetgen will in diesem Jahr mindestens 4000 Kilometer schaffen. Foto: A. Gabbert

Roetgen. Mindestens 4000 Kilometer will Frank Martin aus Roetgen in diesem Jahr mit dem Fahrrad zurücklegen. Obwohl ihm sein Arbeitgeber, die Stadt Aachen, ein sogenanntes Job-Ticket zur Verfügung stellt, mit dem er den ÖPNV kostenlos nutzen kann, fährt der 48-Jährige täglich mit dem Rad zur Arbeit und wieder zurück.

„Ich wollte noch mehr Effizienz. Das ist das, was ich unter Nachhaltigkeit verstehe“, erklärt er. Die Nachhaltigkeit ist sein Thema. „Deshalb bin ich auch Politiker geworden“, sagt Martin, der für die SPD im Rat der Gemeinde Roetgen saß. Sein Mandat hat er vor Kurzem wieder abgegeben. Der Abriss einiger alter Gebäude hatte den Ausschlag dafür gegeben. Politisch will er sich aber weiterhin engagieren. Wie viel Wachstum brauchen wir? Wie lassen sich Ressourcen schonen? Wie lässt sich altes bewahren und neues entwickeln? Das sind Fragen, die Frank Martin bewegen – den Politiker und den Fahrradfahrer.

Auch bei Regen

Da kommt ihm die Aktion „Stadtradeln“, an der die Stadt Aachen vom 8. bis 24. September ebenfalls teilnimmt, gerade recht. Aus dem Fachbereich Kinder, Jugend und Schule, in dem er als Jugendhilfeplaner arbeitet, hat er schon fünf Kolleginnen und Kollegen zum Mitmachen animieren können, die jetzt schon regelmäßig in die Pedale treten. „Nicht andere tadeln, selber radeln“, lautet das Motto des Teams. Frank Martin selbst hatte sich schon im vergangenen Jahr dazu entschieden, auf das Fahrrad umzusteigen. 60 Mal ist er im Jahr 2013 hin und zurück gefahren und hat dabei rund 3000 Kilometer absolviert.

Auch bei Regen schwingt er sich auf das Rad. Das Job-Ticket kommt nur bei Gewitter oder Hagelschauern zum Einsatz. Klamotten zum Wechseln auf der Arbeit hat er immer dabei.

Von seinem Zuhause an der Müllergasse in Roetgen bis zu seinem Arbeitsplatz, dem Jugendamt an der Aachener Mozartstraße, sind es fast genau 25 Kilometer. Morgens gegen 6 Uhr geht es los. Sein Weg führt ihn ein Stück über den Vennbahnradweg und anschließend über Raeren, Sief nach Lichtenbusch. Bei Grüne Eiche kommt er auf der Monschauer Straße wieder aus. Von dort geht es nicht mehr weiter durch den Wald. „Das kostet zu viel Zeit.“ Über den Rote-Haag-Weg und die Eupener Straße gelangt er schließlich ans Ziel. Sicherlich könnte Martin auch die komplette Strecke entlang der B 258 radeln, „aber da ist es furchtbar laut“.

Eine Stunde braucht er für die Hinfahrt, für die Rückfahrt nach Roetgen eine Viertelstunde mehr. „Mit dem Bus wäre ich auch nicht viel schneller“, sagt Martin und beginnt vorzurechnen, wie viel Ressourcen er einspart. Nach seiner Rechnung spart er täglich 3,5 Liter Benzin. Hochgerechnet auf 4000 Kilometer wären das circa 280 Liter. Außerdem hat die Sache für ihn noch einen weiteren Aspekt: „Viele trainieren noch abends nach der Arbeit im Fitnessstudio, ich mach das lieber nebenbei“, sagt Martin. Wenn er den ganzen Tag vor dem Computer gesessen hat, ist er froh über den Ausgleich.

Frank Martin will es nicht bei einer einmaligen Aktion belassen. Erst vor zwei Wochen hat er sich noch ein neues Tourenrad angeschafft. Gerne würde er andere davon überzeugen, „wie entspannend, schön und wegweisend nachhaltiges Handeln sein kann“.

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