Monschau - 4. Cartoon-Wettbewerb: Mann und Frau mit spitzer Feder

4. Cartoon-Wettbewerb: Mann und Frau mit spitzer Feder

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:

Monschau. „Ach”, sagt Dr. Nina Mika-Helfmeier und lächelt ein wenig verschmitzt: „Beim Thema Männer und Frauen ist es immer das Gleiche: Der Mann ist in der Beziehung der Kopf, und die Frau ist der Hals, der den Kopf lenkt.”

Über dieses Klischee freut sie sich diebisch. Denn nicht nur sie weiß, dass kaum ein Thema so beladen ist mit Vorurteilen oder vorgefertigten Meinungen wie der Geschlechterkampf. Egal, ob Angela Merkel Bundeskanzlerin ist oder jeder fünfte Vater inzwischen Elternzeit nimmt und zumindest zeitweise zwischen Herd und Wickelkommode heimisch wird. Das ist das Eine, sozusagen die deutsche Sichtweise, meint die Leiterin des Kunst- und Kulturzentrums in Monschau.

Das Andere ist, sagt Mika-Helfmeier, dass das Thema „in anderen Ländern, Kulturen, Erdteilen ganz anders gesehen und wahrgenommen wird”. Belege dafür hat sie inzwischen schon reichlich an der Hand. Mehr als 80 Einsendungen von 20 Künstlern aus sieben Nationen liegen bereits in ihrem Büro, die sich allesamt mit dem Geschlechterkampf beschäftigen. Schließlich lautet das Thema des mittlerweile 4. Cartoon-Wettbewerbs, den das KuK gemeinsam mit dem Zeitungsverlag Aachen veranstaltet: „sie - she - elle / er - he - il”.

Mal politisch, mal humorvoll

Für Mika-Helfmeier ist es erneut „spannend zu sehen”, wie unterschiedlich die Künstler aus verschiedenen Ländern mit dem Thema umgehen: „Es gibt Cartoons mit einer sehr stark politischen Ausrichtung, aber auch solche, die sehr humorvoll mit dem Thema umgehen. Das ist sehr lehrreich.” So deutet sich auch in diesem Jahr eine Bandbreite an, die es schon bei den vorangegangenen Wettbewerben zu Themen wie „Zensur” (2007) oder „Stadt = Metropole, Land = Provinz?” (2009) gegeben hat. Und die es der Jury schon in den Vorjahren schwer gemacht hat, die unter anderem mit Professor Bernd Mathieu, Chefredakteur dieser Zeitung und Schirmherr des Wettbewerbs, sowie dem renommierten Cartoonisten Peter Gaymann besetzt ist.

Zu welcher Entscheidung die Experten gelangen werden, können sich Interessierte schon bald anschauen. Denn ab dem 3. Juli steht das KuK an der Monschauer Austraße ganz im Zeichen der Cartoons. Rund 80 der bis zum 10. Juni eingesandten Arbeiten werden präsentiert - ob prämiert oder nicht. Aber nicht nur das. Das Obergeschoss wird zum 60. Geburtstag von Peter Gaymann eine erstmals in Nordrhein-Westfalen gezeigte Retrospektive des Künstlers beherbergen, der vor allem mit seinen Cartoons „Paar-Probleme” in der Zeitschrift „Brigitte” bekannt geworden ist und in Monschau hauptsächlich Arbeiten zum Thema „Liebespaare” zeigen wird.

Und da schließt sich der Kreis zum laufenden Cartoon-Wettbewerb, dessen Thema Mika-Helfmeier schon seit Jahrzehnten vor Augen hat. „In den 80er Jahren habe ich ein Plakat mit dem Schriftzug Sie - Er´ geschenkt bekommen. Einige sagen vielleicht, dass das Thema vor 25 Jahren aktueller war als heute. Aber ich glaube, dass man auch heute noch viel dazu sagen oder besser: zeichnen kann.” Sie geht davon aus, dass auch in diesem Jahr weit mehr als 100 Künstler aus aller Welt zum Stift greifen werden.

Teilnahmeberechtigt an dem Wettbewerb sind Zeichner, die mindestens 18 Jahre alt sind. Sie können bis zum 10. Juni maximal fünf Arbeiten (Originalzeichnungen oder signierte Ausdrucke, keine Kopien) einreichen. Im vergangenen Jahr schickten 155 Teilnehmer über 400 Arbeiten zum Thema „Stadt = Metropole, Land = Provinz?” ein.

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