34-Jähriger wegen Vergewaltigung verurteilt

Von: as
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Aachen/Kesternich. Vor Gericht fand sich am Dienstag ein Pärchen wieder, dass sich im August 2000 in einer Diskothek kennengelernt hatte.

Die heute 31-jährige Frau hat ihren damaligen Freund angezeigt, da er sie in ihrer Wohnung in Kesternich vergewaltigt haben soll. Die Staatsanwaltschaft Aachen warf dem 34-jährigen Mann aus Eschweiler vor, seine damalige Freundin am Abend des Ostersonntag 2001 sexuell genötigt und vergewaltigt zu haben.

Nach dem ersten Prozesstag wurde bereits das Urteil gesprochen. Der 34-Jährige wurde zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, verbunden mit der Auflage, dass er sich einer Sucht- und Psychotherapie unterzieht. Die Behandlung darf auch ambulant erfolgen.

Was war in der Beziehung geschehen? Der Angeklagte und seine Freundin hatten sich in einer Diskothek kennengelernt. Beide hatten bereits eine gescheiterte Ehe hinter sich.

„Anfangs war er sehr nett zu mir, hat mich mit Komplimenten überhäuft und war sehr zärtlich”, sagte die 31-Jährige am Dienstag vor der 1. großen Strafkammer des Aachener Landgerichtes aus. Diese Zuwendungen hätten ihr zuletzt in der Ehe gefehlt: „Ich war sehr zugänglich für sein Werben und habe mich schnell in ihn verliebt”, so die junge Frau.

Der gelernte Gas- und Wasserinstallateur hatte seit seiner Bundeswehrzeit erhebliche Probleme mit Alkohol und Drogen: „Am Wochenende waren um die zehn Bier, Schnaps, drei Gramm Speed und mehr als 15 Ecstasy-Pillen am Abend die Regel”, sagte der Angeklagte aus.

Dies blieb seiner Freundin nicht lange verborgen, man entschloss sich zur Therapie und sie besuchte gemeinsam mit ihm Therapiesitzungen. „Die Therapeuten haben mich sogar ermutigt, die Beziehung aufrechtzuerhalten, so die 31-jährige Arzthelferin.

Häufig brach der Angeklagte jedoch seine Therapie ab und ging viel aus: „Ich glaube, er hatte einen Drang, eine Sucht nach jungen Frauen”, sagte die 31-Jährige aus.

Mit zwei Schoko-Hasen vor der Wohnungstür

Ostersonntag 2001 stand der Angeklagte mit zwei Schokoladen-Osterhasen vor der Haustür der Arzthelferin: „Ich ließ ihn in meine Wohnung und freute mich über die Osterhasen für meine beiden Kinder.”

Dann habe der Angeklagte die Türe abgeschlossen, den Schlüssel sowie Handy und Telefon an sich genommen. „Er schubste mich aufs Sofa und verdrehte meinen Arm”, sagte die Frau aus.

Weinend konnte sie sich ins Schlafzimmer retten, wohin ihr der Angeklagte später folgte: „Er zog sich aus, hielt mir die Arme über den Kopf und packte mich am Hals. Dann ging es ganz schnell.”

Nach dem Akt sei der Angeklagte hinunter ins Wohnzimmer gelaufen: „Er wälzte sich wie ein Irrer über den Boden, heulte und sagte, es täte ihm leid, er wisse nicht, was er da getan habe. Er sagte sogar, ich könne die Polizei rufen, wenn ich wolle”, so die junge Frau.

Die Schilderung des Angeklagten sah völlig anders aus: „Ich habe meine Freundin nicht geschlagen, ihr auch nicht den Arm verdreht. Wir hatten Sex und danach tat es mir schrecklich leid.”

Vier Monate nach der Tat hat die Arzthelferin ihren Freund angezeigt. „Wir hatten uns wieder versöhnt, ich sah eine Chance für uns. Doch nach einem erneuten Abbruch seiner Therapie stand er wieder vor meiner Wohnung, schloss die Tür hinter sich ab und schubste mich zur Seite”, sagte die junge Frau.

Mit einem Sprung durchs Fenster konnte sie sich retten und fuhr mit draußen auf sie wartenden Freunden zur Polizei, wo sie Anzeige erstattete.

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