300 Jahre St. Ursula: Starke Mädchen an der langen Leine

Von: P. St.
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Da kommt Freude auf: Das Tanztheater Ingrid Heinze hielt beim Festakt zum 300-jährigen Bestehen der Monschauer Mädchenrealschule St. Ursula in der Markthalle die Gäste bei Laune. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Alle Blicke in der Monschauer Schullandschaft richteten sich am Wochenende auf die Bischöfliche Mädchenrealschule St. Ursula, die unter großer Anteilnahme der Bevölkerung mit viel Aufwand, Engagement und dem Ausdruck großer Lebensfreude ihr 300-jähriges Bestehen feierte. Höhepunkt war am Samstag die Festmesse in der Aukirche mit dem Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff.

Ihr schloss sich das Schulfest auf dem Schulgelände an. Vorausgegangen war am Freitagabend ein bunter und eindrucksvoller Festakt. Dass man dafür die Markthalle als Veranstaltungsort im Herzen der Altstadt gewählt hatte, unterstreicht die Verbindung von St. Ursula zur Schulstadt Monschau.

Schon beim Eintreffen wurden die rund 200 Gäste auf ein ungewöhnliches Ereignis vorbereitet. Die phantasievoll ausgestatteten Akteure des Tanztheaters Ingrid Heinze empfingen die Besucher auf der Rurbrücke vor dem Roten Haus. Die Mitwirkenden und deren schwungvolle Darbietung korrespondierten wunderbar mit dem Selbstverständnis der Schule und der Festspielstadt Monschau.

Die Gruppe zeigte auch beim späteren Festakt eine intensive Präsenz. Mit hohem Spaßfaktor und überraschenden Einlagen mischte sie die Festgesellschaft auf und hielt die Gäste während der rund zweieinhalbstündigen Veranstaltung bei Laune.

Franz-Peter Müsch, seit 27 Jahren Schulleiter an St. Ursula, stellte an den Beginn seiner Begrüßung die „wichtigsten Personen an der Schule”, Hausmeister Norbert Becker und Schulsekretärin Sylvia Braun, ehe Städteregionsrat Helmut Etschenberg sich entzückt über den bunten Rahmen der Veranstaltung zeigte. Dies zeige, wie sehr sich St. Ursula in den letzten Jahren verändert habe. Die Schule sei geprägt von der „Kreativität des Geistes” und ihr Wirken gehe weit über den bloßen Lehrauftrag hinaus. Hier lernten Mädchen Verantwortung zu übernehmen, und St. Ursula sei eine „ideale Übungsstätte für Wertevermittlung”.

Benno Groten, Leiter der Personalabteilung beim Bistum Aachen, bescheinigte aus der Sicht des Schulträgers, dass die Realschule St. Ursula als älteste Schule unter kirchlicher Leitung in der Schullandschaft des Bistums einen „unverwechselbaren Platz” einnehme. Groten ließ einen lückenlosen Abriss über das Wirken der Ursulinen folgen, ehe die Schule im Jahr 1977 vom Orden in die Trägerschaft des Bistums überging. Heute finde man hier eine „engagierte Schulgemeinde in einem wohltuenden Lebensraum” vor. Groten betonte, St. Ursula biete eine Einladung zum „Leben und Lernen in einer harmonischen Gemeinschaft.” Und: „St. Ursula macht die Mädchen stark.”

„Richtig stolz”, an diesem Festtag Bürgermeisterin der Stadt Monschau zu sein, zeigte sich Margareta Ritter. Ihre leichte Irritation darüber, dass in der Einladung zum Jubiläumsfest der Schulstandort Monschau nicht genannt worden war, ließ die Bürgermeisterin nicht ruhen. Ein Stadtwappen als Geschenk für den Schulleiter soll die Wahrnehmung in Zukunft unterstützen. Margareta Ritter hob die Bedeutung der St. Ursula-Realschule mit ihren rund 500 Schülerinnen hervor, wohl wissend, dass sich hier die Mädchen „an der langen Leine” entfalten könnten.

Einem ausgereiften Gesangsvortrag von Michelle Braun folgte der Festvortrag von Christel Zachert. Die Buchautorin und selbstständige Finanzberaterin ließ die Gäste an ihrem erfolgreichen Lebensweg und ihrer Sichtweise auf das Leben teilhaben. Bei ihrem Besuch an St. Ursula habe sie sogleich den großartigen Geist gespürt, der von dieser Schule ausgehe. „So sollte Schule sein.”

Die 70-Jährige hat erst vor drei Jahren den Kilimandscharo bezwungen ganz im Sinne ihrer Lebensphilosophie: „Ohne Erfolg gibt es keine Lebensmotivation.” Der wahre Erfolg, den man sich allerdings hart erarbeiten müsse, gehe nicht auf Kosten anderer sondern entstehe nur nur im Zusammenspiel mit anderen Menschen.

Sie appellierte an die Schülerinnen, die eigenen Begabungen zu erkennen und die „Träume zu leben.” Stark geprägt worden ist der Lebensweg von Christel Zachert durch den Tod ihrer 15-jährigen Tochter. Deren Tagebuch hat sie in dem Bestseller „Wir sehen uns wieder in meinem Paradies” verarbeitet. Dass man aus einem so einschneidenden Schicksalsschlag neuen Lebensmut und die Motivation für neue Aufgaben gewinnen kann, machte die Autorin in ihrem mit viel Beifall begleiteten Vortrag eindrucksvoll deutlich.

Für die städtische Realschule Monschau überbrachte Schulleiter Peter Groten ein Foto der gesamten Schulgemeinde, ehe dem kurzfristig einstudierten Gesangsbeitrag der Lehrerinnen ein buntes Finale in der Markthalle folgte.

Gern ließen sich die Gäste dann draußen noch von kleinen Köstlichkeiten verwöhnen und steigerten die Vorfreude auf die die weiteren Feierlichkeiten zum runden Jubiläum der Bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula Monschau.
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