29. Hürtgenwaldmarsch: Symbol der Versöhnung über den Gräbern

Von: heb
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Oberstleutnant Uwe Kort vom La
Oberstleutnant Uwe Kort vom Landeskommando NRW der Bundeswehr dankte den Teilnehmern beim Abschlussappell des 29. Hürtgenwaldmarsches auf dem Sportplatz Vossenack.

Vossenack. „Wir sind eine Armee der Demokratie, wir brauchen keinen Krieg mehr!”, bekräftigte Heinz Adrian, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Hürtgenwald, beim 29. Internationalen Hürtgenwaldmarsch.

Die ehemaligen Soldaten tragen die Veranstaltung des Landeskommandos NRW der Bundeswehr entscheidend mit, sind seit Jahren federführend bei der Organisation.

„Wir versammeln uns hier an geschichtsträchtiger Stelle als Symbol der Versöhnung mit unseren damaligen Gegnern als Mahnung zum Frieden.” Im Hürtgenwald fand 1944/45 die größte Abwehrschlacht auf deutschem Boden statt. Die so genannte Allerseelenschlacht war eine der verlustreichsten des gesamten Krieges und brachte darüber hinaus großes Leid für die zivile Bevölkerung mit sich. Ein symbolischer Ort, an dem sich nun schon zum 29. Mal die Bundeswehr „im einvernehmlichen Protest gegen eine besiegte, nie wieder gewollte deutsche Schreckensherrschaft” versammelte, wie es Oberstleutnant Uwe Kort vom Landeskommando auf den Punkt brachte.

Gradmesser der Fitness

„Natürlich hat der Marsch auch einen sportlichen Aspekt”, erklärte Adrian. Mithilfe von Laufkarten erfolgte eine Zeitnahme: „Wir Reservisten nehmen den Marsch auch als Gradmesser für unsere Fitness.” Allerdings liegt der Fokus auf einem anderen Aspekt: „Wir sehen uns vor allem als Mittler zwischen Bundeswehr und Bevölkerung. Dieser Marsch zeigt das Militär alljährlich von einer anderen Seite.”

Jeder Hürtgenwaldmarsch schreibt seine eigenen Geschichten mit interessanten Persönlichkeiten. Da ist die der kleinen Marlene Pfeif aus Niederzissen, die mit der örtlichen Löschgruppe seit drei Jahren in die Eifel reist und diesmal die Zehn-Kilometer-Strecke absolvierte. Da ist die Kurhessische Marschgruppe Hürtgenwald, die sich jedes Jahr extra auf diesen Marsch, ihren Saisonhöhepunkt, vorbereitet und nun schon zum zehnten Mal teilnahm.

Bemerkenswert ist auch Peter Eiffert, der mit 66 Jahren der älteste Teilnehmer auf der 40-Kilometer-Strecke war. Ebenfalls eine Institution sind die historischen Darsteller aus den Niederlanden, die seit Jahren in Original-US-Uniformen des Jahres 1945 teilnehmen. Nur eine Gruppe hatte dieses Mal erfreulicherweise nichts Besonderes zu berichten: der Sanitätsdienst.

Im kommenden Jahr steht ein Jubiläum an: 30 Jahre Hürtgenwaldmarsch. „Da lassen wir uns sicherlich etwas Besonderes einfallen”, verprach Heinz Adrian. Dass auch über das Jubiläum hinaus im Hürtgenwald marschiert wird, daran ließ Oberstleutnant Uwe Kort beim Abschlussappell keinen Zweifel: „So viele Mittel können gar nicht gekürzt werden, dass an dieser Veranstaltung gerüttelt wird.”
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