24 Stunden, vier tote Biker: Unfallzahlen steigen sprunghaft

Von: fel/dpa
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Immer wieder schwere Unfälle: Gerade auf den bei Bikern beliebten Strecken kommt es zu schweren und manchmal auch tödlichen Unfällen. Foto: psm

Region. In Nordrhein-Westfalen sind binnen 24 Stunden vier Motorradfahrer ums Leben gekommen. Damit scheint sich NRW-weit ein Trend zu bestätigen, den auch die Aachener Polizei mit wachsendem Argwohn sieht: Die Zahl der schweren Unfälle hat deutlich zu genommen.

In Blankenheim im Kreis Euskirchen prallten am Dienstagnachmittag zwei Motorradfahrer frontal aufeinander. Der eine von ihnen, ein Niederländer, hatte die Bundesstraße 258 von Ahrdorf nach Ahrhütte befahren, als er nach einer leichten Linkskurve in den Gegenverkehr geraten war. Dort stieß er mit einem anderen Motorradfahrer zusammen.

Nach Angaben eines Euskirchener Polizeisprechers vom Mittwoch hatte der 35-jährige Niederländer womöglich versucht, einen Lastwagen zu überholen. Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass sein Motorrad in der Mitte durchbrach. Beide Fahrer starben noch am Unfallort.

Am Dienstagabend ereignete sich ein weiterer tödlicher Motorradunfall in Kalletal-Hohenhausen in Ostwestfalen-Lippe. Beim Durchfahren einer Rechtskurve kippte ein Motorradfahrer auf die rechte Seite und prallte nach etwa 100 Metern gegen die Leitplanke. Der 24-Jährige starb am Unfallort. Am Mittwochvormittag kam ein 35-jähriger Motorradfahrer aus Finnentrop im Sauerland zu Tode, als der Anhänger eines Holztransportgespanns auf die Gegenfahrbahn kippte.

Polizei Aachen: Zahl der Unfälle verdoppelt

Wie die Aachener Polizeibehörde mitteilt, hat sich die Zahl der Motorradfälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Januar bis Juni) mehr als verdoppelt. 2010 kam es in diesem Zeitraum zu acht Motorradunfällen mit fünf Schwer- und vier Leichtverletzten. 2011 ist es im gleichen Zeitraum zu 17 Unfällen mit einem Toten, 12 Schwerverletzten und fünf Leichtverletzten gekommen.

Gründe für die Häufung auszumachen gestalte sich schwierig, sagte der Aachener Polizeisprecher Paul Kemen unserer Zeitung; es sei aber sicherlich nicht falsch, dass beständig schöne Wetter als Mitverursacher zu vermuten - es werde schlicht mehr gefahren als im vergangenen Jahr. Das Durchschnittsalter der verunglückten Fahrer liegt laut Kemen bei 41 Jahren - der jüngste Fahrer war 19, der älteste 62 Jahre alt.

Für besonders gefährdet hält die Polizei zwei Gruppen von Motorradfahrern: Zum einen Wiedereinsteiger, die eventuell mit ihren Maschinen überfordert sein könnten, und oftmals Fahrer, die in Gruppen unterwegs sind. „Der Drang, zur Gruppe aufzuschließen oder mitzuhalten, kann manchmal zu fatalen Fahrfehlern führen”, sagte Kemen.

Für den Rest der Saison stünden die notorischen Motorradstrecken in der Eifel ganz oben auf der Agenda, erläuterte Kemen - nicht nur bei der Aachener Polizeibehörde, sondern bei allen Kreispolizeibehörden, die Eifelstrecken in ihrem Gebiet hätten. „Dort wird es viele und regelmäßige Kontrollen geben.”

Tote auch im Kreis Düren

Im Bereich der Kreispolizeibehörde Düren sieht die Lage ein wenig entspannter aus. Gab es dort von Januar bis Mai 2010 13 verletzte und einen toten Motorradfahrer, gibt es im Vergleichszeitraum 2011 nur 12 Verletzte - und wiederum einen Toten. Die Zahlen für den Monat Juni liegen derzeit noch nicht vor.
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