2016 bringt Baby-Boom an der Eifelklinik

Von: Heiner Schepp
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Das Team der Geburtshilfe an der Eifelklinik in Simmerath hatte im vergangenen Jahr eine Menge zu tun. Die Neugeborenen und ihre Eltern (hier Jeanette Müller aus Kalterherberg mit der kleinen Katharina) werden hier vor, unter und nach der Geburt durch Schwestern, Hebammen und Ärzte persönlich und liebevoll umsorgt.
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Lukas Poschen machte am 20. Dezember 2016 um 3.38 Uhr die runde Zahl voll. Der erste Spross von Andrea David und Christian Poschen aus Höfen war im vergangenen Jahr die 300. Geburt an St. Brigida.
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Wäre der kleine Lukas ihr nicht zuvorgekommen, dann wäre Luna Dobbelstein die 300. Geburt 2016 in Simmerath gewesen. So erblickte die junge Dame um 7.26 Uhr am Dienstagmorgen als 301. Eifelklinik-Baby des Jahres das Licht der Welt. Foto: Heiner Schepp

Simmerath/Nordeifel. Jedes Menschenkind, das auf diese Welt kommt, ist etwas Besonderes. Der kleine Lukas Poschen aber, der am 20. Dezember um 3.38 Uhr das Licht der Welt erblickte, ist zusätzlich ein Fall für die Geschichtsbücher – oder zumindest für die Chronik des 107 Jahre alten Simmerather Krankenhauses.

Denn das erste Kind von Andrea David und Christian Poschen war im Jahr 2016 die 300. Geburt in den Kreißsälen der Eifelklinik. Und 300 Lebendgeburten gab es in diesem Haus zuletzt vor genau zehn Jahren, im Jahr 2006.

„Das freut uns natürlich sehr, auch weil es zeigt, dass die damalige Entscheidung, die Geburtshilfe am Simmerather Krankenhaus fortzuführen, richtig war“, sagte Dr. Andreas Cousin, einer der beiden Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe der Eifelklinik. 301 Geburten wurden hier im Jahr 2006 noch gezählt, ehe es ab 2007 rapide bergab ging mit der Zahl der Neugeborenen an St. Brigida.

2010 war nach großer Sorge um den Fortbestand der Abteilung mit nur noch 210 Geburten der Tiefpunkt erreicht, ehe es unter dem neuen Träger Artemed kontinuierlich wieder bergauf ging. Auf 256 Eifelklinik-Babys im Jahr 2014 folgten 262 in der Jahresbilanz 2015, und schon da habe sich der anhaltend positive Trend angedeutet, wie Hebamme Kathrin Bongard beobachtet hat: „Jetzt kommen die Frauen der geburtenstarken 80er- und 90er-Jahrgänge ins Familienalter und kommen nach Studium oder Beruf in die Eifel zurück“, sagt die – selbst noch kinderlose – 29-Jährige.

Viele Flüchtlingsfrauen

Dies dürfte auch einer der Gründe für den Baby-Boom 2016 sein, wie Dr. Cousin der Hebamme beipflichtet. „Ein Grund für die erfreulich hohe Geburtenzahl ist aber ganz sicher auch die Zahl der Flüchtlingsfrauen, die hier entbunden haben“, stellt der Chefarzt fest. Etwa 25 bis 30 Frauen (die genaue Zahl wurde noch nicht ausgewertet) aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in Höfen, Monschau, Simmerath und Einruhr haben 2016 ihr Kind in Simmerath zur Welt gebracht.

„Das war sicherlich die größte Herausforderung für uns im vergangenen Jahr“, sagt Dr. Andreas Cousin. Gemeint sind damit vor allem die Berührungsängste der Frauen aus anderen Kulturkreisen, für die er aber Verständnis hat: „Es ist sicherlich auch für die Frauen nicht leicht, in einem Land zu entbinden, dessen Sprache sie noch nicht beherrschen“, sagt Cousin. Für ihn und seine männlichen Kollegen ist es wiederum schwierig, „dass ich die Frauen zwar behandeln, aber ihnen beispielsweise nicht die Hand zur Begrüßung geben darf“, nennt der Gynäkologe ein Beispiel.

Ein Unterschied zu den dauerhaft hier lebenden Frauen ist auch, dass die Hochschwangeren aus den Flüchtlingsunterkünften teils ohne vorherige Untersuchung oder gar Betreuung zur Entbindung ins Krankenhaus kamen. „Das macht die Sache nicht leichter“, stellt Hebamme Eva Krings aus Konzen fest, die allerdings auch viele Flüchtlingsfrauen auf der „Funk“ vorher betreut, bei der Geburt begleitet und auch danach besucht hat.

Ein weiterer Grund für die kräftig gestiegene Zahl der Geburten in Simmerath ist aber auch das wachsende Einzugsgebiet. „Wir haben in diesem Jahr viele Wöchnerinnen aus Düren, Stolberg, dem Euskirchener Raum und vor allem aus Roetgen gehabt, was mich besonders freut“, sagt Dr. Cousin, der selbst in Roetgen wohnt. Das bewährte System mit den Beleghebammen in Simmerath und die viel gelobte Versorgung und Betreuung vor, während und auch bis zu acht Wochen nach der Geburt hat sich herumgesprochen.

Andere Wöchnerinnen brachten ihr Kind in Simmerath zur Welt, obwohl beispielsweise Aachener Kliniken und Geburtshäuser näher gewesen wären. So wie Sabine Schwenger, die früher in Höfen lebte und jetzt in der Kaiserstadt wohnt. Ihre drei ersten Kinder, die mittlerweile schon 18, 16 und elf Jahre alt sind, hat sie unter Betreuung von Eva Krings in Simmerath geboren.

Und im Dezember kam die kleine Luna als 301. Baby 2016 und als vierter Spross von Sabine Schwenger und Andy Dobbelstein ebenfalls in Simmerath zur Welt – und natürlich war auch Eva Krings wieder dabei. „Der Unterschied ist, dass ich jetzt gleich nach Hause gehe, während ich bei den ersten Drei hier die gute Betreuung noch eine Woche genossen habe“, so die Vierfach-Mama keine fünf Stunden nach der Entbindung.

Am Ende sind es 315

Die Babys Nummer 300 und 301 waren indes nicht die letzten Geburten im erfreulichen Jahr 2016. Auch an den Weihnachtstagen ging es hoch her in den modernen und doch behaglichen Kreißsälen der Station, und am letzten Tag des Jahres erblickten hier noch gleich zwei „Silvesterbabys“ das Licht der Welt.

315 Geburten standen im – nach wie vor handschriftlich geführten – Geburtenbuch der Entbindungsstation am Ende zu Buche. Und in Simmerath hofft man nun, dass am Ende des soeben begonnenen Jahres dort auch eine „3“ vorne steht.

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