Imgenbroich - 2000 Menschen in Imgenbroich ohne Wasser

2000 Menschen in Imgenbroich ohne Wasser

Von: Heiner Schepp
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Es gibt prickelndere Arbeiten
Es gibt prickelndere Arbeiten als bei nasskaltem Wetter ein defektes Wasserrohr ausfindig zu machen, freizulegen und auszutauschen. Dem Bereitschaftstrupp des Perlbachwerks aber blieb am Dienstag nichts anderes übrig, musste man doch die reguläre Wasserversorgung von Imgenbroich wieder herstellen. Foto: Heiner Schepp

Imgenbroich. So mancher Bewohner von Imgenbroich dürfte am Dienstagmorgen ungewaschen zur Arbeit gefahren sein. Ein kapitaler Rohrbruch der Hauptversorgungsleitung für die Ortslage Imgenbroich hat in den frühen Morgenstunden für einen Ausfall der Wasserlieferung in der gesamten Ortslage des 2000 Einwohner-Dorfes gesorgt.

Trotz nachtschlafener Zeit des Unfalls war die Notversorgung der meisten Haushalte jedoch bereits vor 7 Uhr wiederhergestellt.

Ein Frühaufsteher, der in Imgenbroich wohnt, bemerkte gegen 4.30 Uhr, dass aus seinem Wasserhahn nur Tropfen kamen. Er verständigte den Störungsdienst des Wasserversorgers, der daraufhin mit den Recherchen begann, wo ein Fehler im Netz sein könnte.

Zwischenzeitlich hatte sich ein Zeitungsbote bei der Polizei gemeldet und berichtet, dass in Höhe der Druckerei an der Hans-Georg-Weiss-Straße größere Mengen Wasser die Straße hinunter liefen, die bei Temperaturen um null Grad zudem zur Rutschbahn zu werden drohten.

Der Bereitschaftsdienst und zwei Monteure begaben sich umgehend zur offensichtlichen Einsatzstelle im alten Imgenbroicher Gewerbegebiet und bemühten sich zunächst um eine Wiederherstellung der Wasserversorgung. „Imgenbroich war komplett trocken”, berichtete Wassermeister Helmut Böhmer am Dienstagmorgen.

Mit ein paar Handgriffen wurde das Teilstück des Leitungsnetzes, in dem das beschädigte Rohr lag, aus der Verbindung herausgenommen. „Man muss sich das Leitungssystem wie ein Spinnennetz vorstellen, wo man das Wasser dann über Umwege dahin schicken kann, wo man es haben möchte”, erläuterte der Wassermeister. Gesagt, getan, wenig später floss wieder Wasser in die Hauptleitung Richtung Imgenbroich.

Da jedoch nach Wasserwerksmessung 110.000 Liter Wasser (das ist in etwa die Menge eines größeren Schwimmbeckens) durch die defekte Stelle auf die Straße und ins Erdreich gelaufen waren, musste sich zunächst wieder der Druck aufbauen. „Gegen 6.45 Uhr war das Wasser wieder da”, berichtete Böhmers Kollege Jörg Neuß, dass die meisten der 600 Imgenbroicher Haushalte und rund 2000 Einwohner rechtzeitig zu Schule und Arbeit wieder fließendes Wasser in Dusche und Toilette, Waschbecken und Spüle hatten.

Die Arbeiter, die sich im ungemütlichen Schneeregen an der Hans-Georg-Weiss-Straße auf Ursachforschung begaben, wurden wenig später fündig: An einem sechs Meter langen 200er-PVC-Rohr war auf ganzer Länge eine Seite herausgebrochen, „Material-Ermüdung” nennt man das wohl im Fachjargon. So konnte das Wasser beinahe ungebremst heraussprudeln.

Mit einem Bagger musste das Rohr freigelegt und ausgetauscht werden, am Nachmittag dauerten die Arbeiten noch an.

Der Frost war in diesem Fall nicht der Schuldige, „so tief ist die Kälte noch nicht im Boden”, ist Helmut Böhmer überzeugt. Eher schon könnten Erdbewegungen oder die Belastung der Straße durch den Verkehr eine solche Materialschwäche auslösen. Dem Wasserwerk bleibt dann nur die Schadensbegrenzung, indem man die Versorgung rasch wiederherstellt. Und dies ist am Dienstag auch zu einer „unzivilen Zeit” gelungen.
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