Eifel - „200 Prozent für Monschau“: Einzelkämpfer ordert Personenschutz

Solo Star Wars Alden Ehrenreich Kino Freisteller

„200 Prozent für Monschau“: Einzelkämpfer ordert Personenschutz

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
7755035.jpg
Axel Gronen unterwegs: Seine Initiative „200 Prozent für Monschau“ sorgt für Spektakel im Kommunalwahlkampf. Foto: P. Stollenwerk

Eifel. Während die hiesigen Parteien die heiße Phase des Wahlkampfes nun so langsam ausklingen lassen und wenige Tage vor der NRW-Kommunalwahl dem Wähler noch ein wenig Zeit zur Besinnung geben, dreht eine politische Initiative in Monschau erst so richtig auf.

Am Wochenende sorgte auf gelb-schwarzen Plakaten und ganzseitigen Anzeigen die Kampagne „200 Prozent für Monschau“ für Erstaunen, Aufmerksamkeit und Irritationen.

„Am 25.5. den Steuerwahnsinn abwählen“ und „Wählt Renate Reinartz!“ fordert der für den Inhalt verantwortliche Initiator Axel Gronen aus Monschau. Die Unterstützung gilt der unabhängigen Bürgermeister-Kandidatin, weil diese nach Angaben Gronens die einzige Kandidatin gewesen sei, die seiner Idee Gehör geschenkt habe, „obwohl Bürgermeisterin Margareta Ritter klar die Beste unter den fünf Kandidaten ist“.

Der 47-jährige Unternehmensberater, der idyllisch am Menzerather Weiher wohnt, einen Großteil seines Lebens aber in Köln und Singapur verbrachte, will auf der Zielgeraden des Wahlkampfes mit einer Mischung aus Enthusiasmus und Übermut die politisch Verantwortlichen davon überzeugen, den Hebesatz für Grund- und Gewerbesteuer in Monschau auf 200 Prozentpunkte abzusenken. So lautet die kompromisslose Forderung von Axel Gronen, der mit erheblichem Aufwand seine Kampagne in die Welt hinausruft.

Radiospots, Videobotschaften, Plakate und Anzeigen verkünden die 200er-Botschaft, und der polarisierende Einzelkämpfer lässt sich diesen stürmischen Angriff gut 20.000 Euro kosten. Angestachelt wurde die Initiative erst so richtig , weil Gronen im kommunalpolitischen Monschau mit seinem Vorstoß vor eine Wand des Kopfschüttelns und Abwinkens lief. „Da habe ich mich echt aufgeregt und beschlossen aus allen Rohren zu schießen.“

Der im Internet-Business tätige Unternehmensberater, der nach eigenen Angaben bisher 250 Firmen beriet, und vor drei Wochen noch ernsthaft überlegte, seiner Vaterstadt wieder den Rücken zu kehren und einen lukrativen Job in der Schweiz anzunehmen, will jetzt „in Monschau mitgestalten“.

Mit einer auf 200 Prozentpunkte abgesenkten Gewerbesteuer wären Unternehmen massenweise bereit, sich in Monschau anzusiedeln, steigert sich Gronen („Ich halte mich für einen begabten Redner“), von Selbstbewusstsein und Hochstimmung getragen, zu höchstem Entzücken für seine Kampagne. Weniger Sympathie erntete der aus einer Monschauer Unternehmerfamilie stammende ehemalige örtliche JU-Vorsitzende aber offenbar mit seinen Plakaten, die er nach Absprache mit den Haltern an Fahrzeugen in der Eschbachstraße befestigte.

Viele Plakate wurden abgerissen und er habe sogar Morddrohungen per Mail erhalten. Da wurde es dem Initiator zu bunt, und er hat jetzt bei einem Security-Unternehmen Personenschutz für sich geordert. Außerdem überlegt er, ob es nicht besser ist, auf die weitere Verbreitung der bereits gedruckten 500 Plakate zu verzichten. Sein Bekanntheitsgrad sei ohnehin in den letzten Tagen sprunghaft gestiegen.

Auch sieht Axel Gronen Monschau nur als Sprungbrett für seine angestrebte „bundesweite Bekanntheit“, die ihm seine Kampagne verschaffen könnte. Zunächst aber engagiert er sich noch in seiner Heimatstadt. Er hat bei der Stadtverwaltung mündlich angefragt für die Errichtung eines Minigolfplatzes an der Kalterherberger Kehre, und am Mittwoch eröffnet er in der Stadtstraße ein Ladenlokal mit regionalen Likören und Schnäpsen.

Leserkommentare

Leserkommentare (9)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert