Nordeifel - 1947: Feuerschein erhellt die Nächte über der Eifel

1947: Feuerschein erhellt die Nächte über der Eifel

Von: Raimund Palm
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Ein Kreuz an der Straße zwischen Simonskall und Vossenack erinnert an den großen Wald- und Vennbrand im Jahr 1947 und an Wehrleiter Remy Stollenwerk aus Kesternich, der seinen Einsatz damals mit dem Leben bezahlen musste. Foto: R. Palm

Nordeifel. Das ganze Monschauer Land stand lichterloh in Flammen. „Waldbrände überall, so berichtete die Lokalzeitung am 23. September 1947. Tagelang wüten 15 Waldbrände gleichzeitig, abends und nachts „ist der gesamte Horizont in ein rotes Flammenmeer gehüllt”, heißt es in dem Bericht. Auch das Venn steht in Flammen.

Betroffen sind das ganze Hilltal, das Getzbachtal bis nach Reinartzhof, von Mützenich bis nach Konzen und Fringshaus. Das Feuer hatte sich im Torfboden festgefressen „und kann durch menschliche Versuche nicht mehr gelöscht werden”, ist in einer Notiz vom 16. September 1947 zu lesen. „Nur der Winter kann hier Einhalt gebieten”.

„Unheimlich leuchtet nachts oft der Himmel vom Feuerschein der brennenden Wälder und Torfmoore”, notiert Monschaus Bürgermeister Walter Scheibler in seinem Tagebuch. „So weit das Auge reicht, alles war wochenlang von Qualm und Rauch überlagert.”

Die Waldbrände von 1947 fordern Opfer: In den Wäldern von Elsenborn sterben drei Soldaten, bei Simonskall wird der Chef der Kesternicher Amtsfeuerwehr, Remy Stollenwerk, so schwer verletzt, dass er wenig später im Simmerather Krankenhaus stirbt.

Ein Kreuz auf halber Strecke zwischen Simonskall und Vossenack erinnert an das tragische Unglück am 17. August 1947. Die Inschrift der Marmortafel mahnt „Zum Gedenken an unseren verunglückten lieben Kameraden Remy Stollenwerk”.

Aus Eisenstäben wurde ein Kreuz geformt, das Wort darin ist wie eine Botschaft, die sich an nachfolgende Generationen wendet: „Friede!”

Im Sommer 1947 lag eine große Hitze über der Eifel, das ganze Land war ausgedörrt, das Wasser wurde knapp. Am 28. Juni, so ist überliefert, zeigte das Thermometer 34 Grad im Schatten an. Die Sonne, die unbarmherzig vom Himmel brannte, hatte die zerschossenen Wälder verdorrt. Ein Funke genügte, und schon stand wieder ein Waldgebiet in Flammen.

Anfang Juni beispielsweise wütete ein Feuer tagelang im Hochwald des Germeter, in Kalterherberg wurde ein 200 Morgen großer Wald vernichtet, auf der belgischen Seite waren es 800 Morgen. Mitte September stand das ganze Monschauer Land in Flammen, eine Zeitungsnotiz vom 23. September zählt 15 brennende Wälder auf. Sogar die Siedlungen Zweifallshammer und Wahlerscheid waren bedroht.

Von Explosionen begleitet

Die Feuerwehren allein waren völlig überfordert. Deshalb musste die Monschauer Stadtverwaltung gemeinsam mit der Militärregierung eine Anordnung treffen: Alle Männer von 16 bis 60 Jahren können zu Löscheinsätzen herangezogen werden. Erschwert wurden die Löscheinsätze durch allerlei Kriegsmunition, die in der Erde schlummert. Mancher Waldbrand wurde denn auch durch Explosionen verursacht oder davon begleitet. Opfer einer solchen Explosion wurde auch Remy Stollenwerk.
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