150 Menschen gehen gegen Atomkraft auf die Straße

Von: Heiner Schepp
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„Lärm machen gegen Laufzeitverlängerung” wollten rund 150 Demonstranten am Montagabend in Monschau. Am nächsten Montag soll zur gleichen Zeit vom Simmerather Rathaus aus gegen die Atompolitik in Deutschland protestiert werden. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Die Ratsmitglieder aller drei Nordeifelgemeinden staunten nicht schlecht über den Menschenauflauf vor dem Monschauer Rathaus.

Während sie drinnen zwei Stunden lang die Köpfe über die Zukunft der Schulen hatten rauchen lassen, hatte sich vor dem Verwaltungsgebäude eine stattliche Menschenmenge zur ersten Anti-Atomkraft-Demonstration in der Geschichte der Nordeifel zusammengerottet.

Rund 150 Bürgerinnen und Bürger brachten mit einem kurzen, aber lautstarken Fußmarsch durch die Laufenstraße ihren Protest gegen die von der Bundesregierung beschlossene Laufzeitverlängerung der 17 Atomkraftwerke in Deutschland zum Ausdruck.

Silvia Mertens, die erst letzte Woche die Initiative zur Demo ins Rollen gebracht und als Grünen-Ratsmitglied ebenfalls der Schul-Infoveranstaltung beigewohnt hatte, war „baff”, als sie aus dem Rathaus trat. „Mit einer solchen Resonanz hatten wir nicht gerechnet”, meinte sie mit Blick auf die „Montagsdemo” der Vorwoche in Aachen, wo sich gerade mal 15 Atomkraft-Gegner eingefunden hatten.

„Das können wir besser”, meinten die Monschauer Grünen, stellten in nur zwei Tagen eine bewusst überparteiliche Demonstration auf die Beine und profitierten wohl auch von den allgegenwärtigen Medienberichten über den Castor-Transport und die Proteste dagegen.

„Ich wünsche mir, dass jeder von Euch Kreise zieht und wir jede Woche mehr werden”, kündigte Mertens an, die Montagsdemonstration gegen die Laufzeit-Verlängerung zu einem festen wöchentlichen Termin machen zu wollen, „bis der Bundespräsident das Gesetz doch noch stoppt”. Um dieses Ziel zu erreichen, hat eine Aktionsgruppe namens „campact” unter dem Leitwort „Demokratie in Aktion” eine E-Mail- und Unterschriftenaktion gestartet, in der Christian Wulff aufgefordert wird, den im Bundestag beschlossenen und dem Bundesrat vorenthaltenen Gesetzesentwurf zu kippen. „Wir haben 90 neue Unterschriften dafür gesammelt”, freute sich Silvia Mertens über die Resonanz am Montag.

Die Montagsdemonstration in der Nordeifel soll von nun an im wöchentlichen Wechsel in Monschau, Simmerath und Roetgen stattfinden. Die Initiatoren rufen alle Bürgerinnen und Bürger, „unabhängig von Parteizugehörigkeit oder politischer Gesinnung ihren Protest gegen die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken in Deutschland öffentlich zu äußern”. Die nächste Gelegenheit dazu ist am kommenden Montag, 15. November, ab 19 Uhr am Rathaus in Simmerath.
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