127 verschiedene Vogelarten gesichtet

Von: Günter Krings
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Profitiert vom Mähen des Graslandes: Der Rotmilan findet in der Nordeifel gute Lebensbedingungen. Foto: Imago
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Seltener Vogel: Der Wendehals wurde von unterschiedlichen Ornithologen im Nationalpark gesichtet. Foto: Imago

Nordeifel. In diesem Jahr wurden bisher in den Gemeinden Monschau, Roetgen und Simmerath mindestens 127 verschiedene Vogelarten notiert, von denen ungefähr 80 Arten zu den Brutvögeln gerechnet werden können.

Häufige Brutvögel waren wie in den vergangenen Jahren unter anderen Amsel, Buchfink, Kohlmeise, Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Rabenkrähe und Elster. Seltene, aber nachgewiesene Arten waren Baumfalke, Blässhuhn, Teichhuhn, Höckerschwan, Graureiher, Feldschwirl, Orpheusspötter, Turteltaube und Wendehals.

Ganzjährig anwesend ist mittlerweile wieder der Kolkrabe, aber es ist auch in diesem Jahr kein direkter Brutnachweis bekannt geworden. Brutnachweise vom Girlitz, Braunkehlchen, Tannenhäher und Gelbspötter erfolgten keine mehr. Zu Beginn der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren singende Girlitze auf dem Friedhof in Monschau zu hören, danach wurden immer mehr singende Männchen, die mit ihrem Gesang ihr Brutrevier markierten, gefunden. Aber seit wenigen Jahren sind sie aus dem gesamten Aachener Raum verschwunden. Es gibt nur eine Handvoll Nachweise außerhalb der Brutzeit.

Braunkehlchen brüteten vor wenigen Jahrzehnten bei Kalterherberg und in den Feuchtgebieten bei Simmerath und Konzen. In diesem Jahr wurde nur ein einziges Mal ein singendes Männchen entdeckt, bwohl weitaus mehr Ornithologen als noch vor einigen Jahren auf der Suche nach Vögeln durch die Gegend streiften. Außerhalb der Brutzeit wurden Braunkehlchen gefunden am Brather Hof, Gisges Harth bei Konzen, am Krummen Ast bei Kalterherberg, im Kalltal bei Bickerath, am Feuerbach bei Konzen und in anderen feuchten Gebieten.

Vor einigen Jahren gab es einige Brutnachweise von Tannenhähern im Bereich des Vennabfalls bei Kalterherberg, Mützenich, Konzen, Lammersdorf und Roetgen. In diesem Jahr wurde diese Vogelart erst wieder ab dem August notiert, also außerhalb der Brutzeit.

Vom Gelbspötter gab es in diesem Jahr im Mai nur zwei Beobachtungen im Bereich der oberen Kall und bei Simmerath. Das waren wahrscheinlich Durchzügler auf dem Weg in ihre Brutgebiete.

Mauersegler sind in unseren Dörfern selten als Brutvogel geworden, weil unter den gut isolierten Dächern kein Platz mehr ist für Nester. Aber in der Stadt Monschau haben sie anscheinend noch genügend Brutplätze unter den alten Dächern. So wurden Ende Juli mindestens 40 Individuen gleichzeitig beobachtet.

Die Population der Rauchschwalben scheint sich auf niedrigem Niveau stabilisiert zu haben und brütet fast ausschließlich auf Bauernhöfen, die außerhalb der Siedlungen liegen. Auch Mehlschwalben haben es schwer, geeignete Nistplätze zu finden. In Dedenborn allerdings gibt es noch ein Haus, an dem in diesem Jahr 13 Nester besetzt waren.

Einst waren Feldlerchen im Sommer überall zu hören und zu sehen, wo es Felder und Wiesen gab. Das ist heute nicht mehr der Fall. Singende Feldlerchen wurden in dieser Brutsaison nur an wenigen Stellen vernommen: Windpark Strauch, Müllenbüchel bei Eicherscheid, am oberen Mühlenbach bei Monschau, bei Kesternich und auf den Schäferweiden bei Huppenbroich.

Fast verschwunden aus unserer Region ist der Feldsperling. Gefunden wurde er noch an drei Stellen: ein Paar im Bereich der Teichanlagen Strauch, ein Paar beim Nestbau in der Nähe von Simmerath und ein Paar nordöstlich von Strauch.

Positiv zu bewerten ist das Vorkommen des Schwarzstorches, wobei die Brutplätze nicht bekannt sind. Der Rotmilan dürfte mittlerweile mit mindestens zehn Brutpaaren vertreten sein. Er dürfte einer der wenigen Vogelarten sein, die vom häufigen Mähen des Graslandes profitieren. Beim Mähen werden Tiere verletzt und bleiben liegen, Mäuse, die sich aus ihren Erdlöchern hervorwagen, werden zur leichten Beute dieses Greifvogels.

Zum Schluss noch etwas zum Wendehals. Dieser hierzulande sehr seltene Vogel wurde im Bereich des Nationalparks im Gebiet des Wüstebaches und Hollersiefs gefunden. Zwischen dem 11. Mai und 9. Juli wurden von mehreren Ornitholgen ein oder zwei intensiv rufende Wendehälse vernommen und beobachtet. Ob es allerdings zu einer erfolgreichen Brut gekommen ist, konnte nicht festgestellt werden.

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