12.000 Liter Milch für die Tafel: Kühe freuen sich genauso wie Familien

Von: Sebastian Dreher
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Aachen. Bei vielen Supermarktkunden entscheidet ein Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum, ob ein Produkt gekauft oder wieder zurückgestellt wird. Doch was passiert mit Lebensmitteln, deren Datum fast erreicht ist und die deswegen in den Regalen liegen geblieben sind?

Dankbare Abnehmer sind die vielen Tafeln in der Euregio. Zu deren Kunden zählen bedürftige Menschen, die es sich nicht leisten können, auf lange Haltbarkeit Wert zu legen. „Unsere Produkte sind nicht mehr verkäuflich, aber natürlich noch gut”, sagt Jutta Schlockermann, Vorsitzende des Aachener Tafeln e.V. und Ländervertreterin des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. „Wir bewahren sie vor der Vernichtung.”

Statistische Erhebungen haben nun belegt, dass immer mehr Familien mit Kindern aus finanziellen Nöten heraus zu den Tafeln kommen, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Um sicher zu stellen, dass gerade für die Heranwachsenden genug Milch vorrätig ist, haben die Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH und die Milchvermarktungsgesellschaft MVS den Tafeln zwischen Aachen und Köln 12.000 Liter „Faire Milch” zur Verfügung gestellt.

Diese ist nur von heimischen Landwirten erzeugt und garantiert gentechnikfrei. „Die Kühe bekommen weniger Kraftfutter, mehr Gras und Rapsschrot”, sagt Hans-Josef Janßen, der in der Gemeinde Selfkant einen Hof betreibt.

Die Tiere werden überwiegend durch die hofnahen Wiesen ernährt. Durch den Verzicht auf Übersee-Futtermittel wie Soja, das oft gentechnisch verändert ist, fallen keine CO2-Emissionen an. 40 Cent pro Liter bekommt der Milchbauer von der Gesellschaft, in Zeiten fallender Milchpreise ein gutes Auskommen. Im Gegenzug verpflichten sich die „Faire Milch”-Lieferanten, ihre Tiere artgerecht zu halten, Gentechnik zu vermeiden und ein Umweltprojekt zu betreiben - das kann der Erhalt einer Blumenwiese oder die Weidehaltung seiner Tiere sein.

„Wir wollen mit der Aktion das Bewusstsein für heimische und natürliche Produkte stärken”, sagt Stefan Neinhuis, Werksbeauftragter der Krone GmbH. Dieser Vorsatz wird auch in der eigenen Firma umgesetzt.
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