Monschau - 1200 Fans im Eifeler Dschungel-Camp

1200 Fans im Eifeler Dschungel-Camp

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
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Den lautstärksten Beifall gab es nach der Premiere des Dschungelbuchs für Choreographin und Gesamtleiterin Rebecca Geurtsen (Bildmitte).

Monschau. Über 1200 kleine und große Zuschauer haben sich am Wochenende vom Zauber des Dschungels einfangen lassen.

Rund 60 Darsteller der Tanzwerkstatt Simmerath spielten, sangen und tanzten in der Aula des Monschauer Gymnasiums eine begeisternde Musical-Fassung der weltbekannten Kinderbuchvorlage „Das Dschungelbuch” von Rudyard Kipling. Gut 40 fleißige Helfer hinter den Kulissen sorgten für die professionelle Vorbereitung und Umsetzung der insgesamt vier Aufführungen.

„Wir werden wohl noch Wiederholungsaufführungen geben müssen”, freute sich Christoph Keischgens, zusammen mit Choreographin Rebecca Geurtsen und seiner Frau Mony Keischgens Leiter des „Großprojekts Musical”, über die große und durchweg positive Resonanz auf die Aufführungen.

Der Erfolg aber kam nicht von ungefähr. Monatelang hatten die kleinen und großen Darsteller unter unermüdlicher Führung von Rebecca Geurtsen die Aufführung auf der Vorlage des Zeichentrickfilms von Walt Disney vorbereitet und ihr mit Witz, viel Liebe zum Detail und tollen Choreographien eine eigene Note verliehen.

Die wunderschönen Kostüme der bunten Tierschar, die zum Dschungel umfunktionierte Aula von St. Michael sowie Licht und Toneffekte waren alleine schon das Eintrittsgeld wert.

Auch bei der Bekanntmachung für die zunächst drei geplanten Aufführungen hatte die Tanzwerkstatt nichts dem Zufall überlassen und mit 500 Plakaten und 5000 Flyern fleißig die (Busch-) Werbetrommel gerührt und in Original-Tierkostümen von Balu, Baghira oder Shir Khan vor den Einkaufszentren Lust auf das Musical geweckt.

Mit Erfolg: Die drei Aufführungen waren flugs ausverkauft, so dass für Samstag eine Zusatzvorstellung angesetzt wurde.

Den Erfolg garantierten dann nicht nur die tanzenden Darsteller auf der Bühne, sondern ein ganzes Heer von fleißigen Kostümnäherinnen, Bühnenbildern und Dekorateuren und Helfern beim Schminken, in der Umkleide, hinter der Theke und bei der Kinderbetreuung.

Die Hauptrollen waren überwiegend doppelt gut besetzt, während andere DarstellerInnen am Wochenende vier Mal ran mussten, was sie aber gerne taten.

Gefahr durch Shir Khan

Erzählt wird die Geschichte des Findelkindes Mogli (Katharina Döpp, Mona Berzborn) aus der Sicht des Panthers Baghira (Ronja Bach, Kerstin Läufer), der das Menschenjunge im Dschungel findet und bei einer Wolfsfamilie unterbringt.

So lebt Mogli zehn Jahre glücklich und zufrieden im Dschungel. Doch dann droht Gefahr: Der Tiger Shir Khan (Vivian Keischgens, Annalena Döpp), begleitet vom niedlichen Babytiger Shir Khan (Lena Zisowsky), will Mogli töten, bevor dieser alt genug ist, Shir Khan selbst umzubringen, denn nur Menschen können mit Feuer umgehen - und das ist das einzige, was der Tiger fürchtet.

Die Wölfe und Baghira möchten Mogli zu einer Menschensiedlung in Sicherheit bringen, doch davon ist Mogli gar nicht begeistert. Mogli geht zunächst der Riesenschlange Kaa (Lisa Kniebeler, Joana Keischgens) in die Falle, doch Baghira kann ihn gerade noch retten.

Am nächsten Morgen werden sie von einer Elefantenkompanie geweckt, der sich Mogli für kurze Zeit anschließt. Mit dem jungen Elefanten Duda (Chiara Uellendahl) freundet er sich an. Jedoch muss Mogli kehrtmachen, da Elefantenoberst Hathi - Entschuldigung „Colonel Hathi” - keine Menschen mag. Baghira setzt die Reise mit Mogli fort.

Im Dschungel weigert sich Mogli weiterzugehen. Er sieht nicht ein, den Dschungel zu verlassen und klammert sich an einem Baum fest. Statt die Gefahren des Dschungels zu umgehen, zieht Mogli auf eigene Faust los und trifft den gemütlichen, unbekümmerten und naiven Bären Balu (Christoph Keischgens, Alexander Döpp).

Dieser „adoptiert” den sorglosen Mogli und wird sein Lehrer in Sachen Gemütlichkeit. Doch wenig später bemächtigen sich die Affen des Menschenkindes, weil der Affenkönig „King Louie” (Elina Hild, Nicole Kaczmarek) das Geheimnis des Feuers herausfinden möchte.

Nachdem Mogli, Balu und Baghira entkommen konnten, muss auch Balu einsehen, dass Mogli im Dschungel nicht sicher ist. Mogli fühlt sich verraten und macht sich wieder alleine auf den Weg. Baghira bittet daraufhin die Dschungelpatrouille, bei der Suche nach Mogli zu helfen. Doch Shir Khan belauscht die Pläne und macht sich auch auf die Suche nach Mogli.

Vier ulkige Geier

Mogli trifft inzwischen neue Freunde, vier ulkige Geier (in klasse Kostümen und phantasievoller Maske: Julia Völl, Lisa Lauts, Lisa Schumacher, Marina Groß). Als der gefürchtete Tiger Mogli angreift, kann Balu mithilfe der Geier gerade noch einschreiten und rettet Mogli vor Shir Khans Klauen, wird aber dabei vom Tiger bewusstlos geschlagen.

Mogli besiegt den Tiger, als er einen durch einen Blitzschlag entflammten Ast an Shir Khans Schwanz befestigt - Shir Khan flüchtet panisch. Baghira und Mogli halten den immer noch reglos am Boden liegenden Balu für tot, doch der steht plötzlich wieder auf und genießt die Lobeshymne auf seine Person.

Gemeinsam zieht das Trio weiter, als Mogli eine Mädchenstimme aus der Menschensiedlung singen hört. Völlig verzückt folgt er der hübschen Shanti (Madita Breuer, Niki Shandanpour) und lässt seine Freunde zurück. Die sind zwar verwundert, freuen sich aber, dass nun jeder da ist, wo er hingehört...

Publikum geht mit

Die Tanzwerkstatt machte aus dem Stoff, der in seiner Ursprungsversion übrigens aus dem vorletzten Jahrhundert stammt, zwei Stunden besten Theaterspaß, und das mit überwiegend jugendlichen Darstellern. Mal hielt man sich dabei ganz eng ans Original, mal wurden Choreographien modernerer Prägung eingebaut und dazu getanzt.

Auch die berühmten Lieder aus dem Disney-Film fehlten nicht und wurden teils live von den Darstellern gesungen. Klar, dass das Publikum mitging, als Affenkönig King Loui sehnsüchtig trällerte „Ich will so sein wie Du” oder der tapsige Balu empfahl: „Probier´s mal mit Gemütlichkeit!”

Klasse auch die kleinen versteckten Gags, wenn beim schleichenden Tanz des Shir Khan plötzlich ein kleines Häschen (Dorian Breuer) über die Bühne hoppelte, Balu Lust auf McDonalds verspürte oder beim Bad im Dschungelsee plötzlich spritzendes Wasser die ersten Reihen (die ausschließlich für Kinder reserviert waren!) nass machte.

Die 1200 Besucher werden weitere Werbung für das Dschungelbuch der Tanzwerkstatt Simmerath machen, und dann werden Mogli, Balu und Baghira ihr Abenteuer im „Monschauer Dschungel” wohl demnächst noch einmal zeigen müssen.

Bilder demnächst unter: http://www.tanzwerkstatt-simmerath.de

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