Nordeifel - 11.11.11: Auf den Standesämtern ist noch reichlich Platz

11.11.11: Auf den Standesämtern ist noch reichlich Platz

Von: Ernst Schneiders
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Nordeifel. Karneval und Kirche haben eine ganze Menge miteinander zu tun, nicht nur, weil ab dem Elften im Elften die Narren wieder bis Aschermittwoch Saison haben und am 11. November auch das Namenfest des heiligen Martin gefeiert wird, in dessen Angedenken schon ungezählte Gänse in der Bratröhre gelandet sind.

Selber schuld! Denn als Martin Bischof von Tours werden sollte, das aber nicht wollte und sich in einem Gänsestall vor den Klerikern versteckte, sollen ihn die Vögel mit ihrem aufgeregten Geschnatter verraten haben.

Für viele Landwirte ist bis heutezu an diesem Tag die Pacht fällig, Mägde und Knechte erhielten ihren Lohn und konnten den Dienstherrn wechseln. Für die katholische Kirche ist der Elfte im Elften das „Schwellenfest” vor Aschermittwoch, wenn auch kein liturgisches.

Außerdem gilt die 11 im Katholizismus als Zahl der Sünde und Symbolzahl der Narren. Die Zahl 11 erwies sich als besonders nützlich für diesen Zweck, weil sie die Überschreitung der zehn Gebote Gottes symbolisiert. Das war im Mittelalter hinlänglich bekannt.

Der Karnevalsauftakt am Elften im Elften um elf Uhr elf ist hingegen eine Entdeckung der Neuzeit. Das wird die Narren im Rheinland nicht daran hindern, sich rechtzeitig eine Pappnase aufzusetzen. Gibt man das Datum in eine Suchmaschine ein, werden einem im Internet ziemlich genau 111 000 Links angezeigt, wo man Karneval feiern kann. Gefühlte 99,9 Prozent kommen aus Köln.

In der Nordeifel löst die Dreimalelf keine größeren jecken Erdbeben aus, wie Dieter Stupp, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbandes der Karnevalsvereine der Aachener Grenzlandkreise, betonte. Die Eifeler Gesellschaften würden, wie gehabt, die Sessionseröffnung feiern und der Verband selbst plane keine eigenen Veranstaltungen. „Wir sind dazu da, die Gesellschaften zu unterstützen, und nicht, ihnen das Publikum abzuziehen.

Wir betreiben also kein operatives Geschäft.” Überdies wird Dieter Stupp an diesem Tag selbst heftig Karneval feiern. In Köln, wo sonst! Stupp: „Das ist immer wieder lustig. Wenn man hier morgens um sieben mit einer Pappnase in den Zug steigt, schauen einen die ganzen Berufspendler verständnislos an. Je mehr man sich Köln nähert, steigen Pappnasen ein und Berufspendler aus. Am Kölner Hauptbahnhof sind dann fast nur noch Pappnasen im Zug.”

Noch aus einem anderen Grunde ist der 11. November 2011 denkwürdig. Wie schon die Daten 8.8.88 oder 9.9.99 ist auch 11.11.11 eine seltene Zahlenkombination, die sich als Hochzeitstermin quasi aufdrängt, wenn man das denn ohnehin glaubt machen zu müssen. Denn nach dem 12.12.12 ist erstmal Feierabend. Der 13.13.13 ist nicht hinzukriegen. Das geht erst wieder am 2.2.22.

Doch während es am Freitag beispielsweise auf den Standesämtern von Aachen und Herzogenrath eng werden dürfte, geht es in der Eifel entspannt zu. Ein Paar tritt in Simmerath vor Standesbeamtin Susanne Schreiber. In Monschau machen sich drei Paare auf den Weg zum Standesamt, wobei, wie Standesbeamter Josef Moeris betont, zwei gar nicht aus Monschau sind.

Ob sie sich wegen des närrischen Datums oder wegen der Kombination 11-11-11 an diesem Tag das Jawort geben, „ist in den Vorgesprächen nicht besonders erwähnt worden”. Im Roetgener Standesamt bleiben an diesem Tag die Lichter aus, denn niemand traut sich. „In einer so kleinen Gemeinde haben wir ja sowieso nicht so viele Eheschließungen”, sagt Standesbeamtin Petra Nickel, und es klingt fast wie eine Entschuldigung.
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