100 Tage Notfall-Praxis: „Das System wird noch verbessert”

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Nordeifel. Zahlreiche Reaktionen hat der Bericht über eine Höfener Mutter ausgelöst, die am vergangenen Samstag mit ihren drei kranken Kindern keine guten Erfahrungen in der Notfall-Praxis in Simmerath gemacht hat.

Einige Leserinnen und Leser berichteten von ähnlichen Erfahrungen mit dem seit Oktober neu geregelten Notdienst, andere lobten die Regelung ausdrücklich.

Ein Arztkollege aus dem Bereich Nordeifel, der nicht namentlich genannt werden wollte, bescheinigte dem diensthabenden Arzt, der die Behandlung eines 16 Monate alten Kleinkindes mangels Erfahrung abgelehnt hatte, „absolut korrektes Verhalten”. Seine Meinung: „Die Behandlung von Kindern in diesem Alter ist äußerst schwierig, zumal der kleine Patient sich ja selbst noch nicht erklären kann. Deshalb war es ehrlich und völlig richtig, die Eltern an einen Kollegen zu verweisen.”

Stellung bezogen zu diesem Zwischenfall und zur anhaltenden Diskussion um den Notdienst hat nun Dr. Hans-Dieter Hege, zuständiger Koordinator der Notfall-Praxis im Simmerather Krankenhaus.

„Bei der Lektüre des Artikels vom 20. Januar war ich sehr erschrocken über die Ausführungen die Notdienstpraxis betreffend. Ich bin mit der Patientin und ihren Kindern absolut einig, dass die Kommunikation, wie sie zwischen dem diensthabenden Kollegen der Notdienstpraxis und der betroffenen Patientin abgelaufen ist, in keiner Weise dem entspricht, wie wir uns den Umgang mit unseren Patienten in den Praxen oder im Notdienst vorstellen.

Ich kann nachvollziehen, wenn ein Kollege sich bei der Behandlung bestimmter Krankheitsbilder oder auch Patientengruppen nicht sicher fühlt und den Patienten weiter überweisen möchte. Dies geschieht ja auch während des normalen Praxisablaufs unter der Woche. Generell werden aber alle Patienten, also auch Kleinkinder, in der Notfallpraxis behandelt.

Was absolut nicht geht, ist, ein Kind zwei Stunden warten zu lassen und dann zu sagen, dass es nicht behandelt werden könnte, aus welchem Grund auch immer. Dies ist weniger ein medizinisches Problem, sondern ein Kommunikationsproblem. Hätte der Kollege von vorne herein gesagt: Liebe Frau Förster, ich sehe mich medizinisch nicht in der Lage, Ihr Kleinkind kompetent zu versorgen, fahren Sie doch bitte nach Stolberg in die Kinderklinik!, so wäre dies für die Patientin zwar umständlich gewesen, aber akzeptabel. Ich entschuldige mich ausdrücklich für dieses Vorgehen im Namen der Notfallpraxis.

Die Notfallpraxis Nordeifel ist seit dem 1. Oktober 2008 in Betrieb. Nach etwa 100 Tagen regelmäßiger Tätigkeit haben uns bisher im Wesentlichen nur positive Meldungen erreicht.”
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