Zwischen Vergangenheit und Zukunft: Geschichte lebendig halten

Von: Christoph Hahn
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Sie sind das Gedächtnis von G
Sie sind das Gedächtnis von Gürzenich: Die Aktiven des Heimatbundes (stehend von links) Herbert Mirgel, Elmar Boving und Dieter Kuck sowie (sitzend von links) Toni Schmitz, Marlene Lövenich, Ingrid Orgeich, Luise Schwellenbach und Liesel Heiden erforschen die Geschichte des heutigen Dürener Stadtteils mit viel Liebe zum historischen Detail. Foto: Hahn

Gürzenich. Nein - eine Talentshow brauchen die Mitglieder des Heimatbundes Gürzenich nun wirklich nicht. Talente bringen sie nämlich aus den eigenen Reihen hervor.

Luise Schwellenbach beispielsweise ist eine höchst rüstige Seniorin, sie seit eh und je das Leben in ihrem Heimatort mit der Fotokamera festhält. Oder Dieter Kuck: Der Fachmann fürs bewegte Bild rettet durch Kopieren auf DVD-Scheibe oder Magnetband die „Jahresschauen” des Vereins mit Szenen aus dem dörflichen Leben für die kommenden Generationen. Oder Toni Schmitz: Der Rentner hält Kreuze, Bänke und Denkmäler unter dem Schutz des Heimatbundes in Schuss.

Forschergeist und Ehrgeiz

Gemeinsam ist den Aktiven, darunter viele Vorstandsmitglieder, vor allem eines, wenn sie sich - wie an fast jedem Donnerstag-Abend - in ihren Räumen im Keller des AWO-Altenheimes am Dürener Weg versammeln: Sie treibt der pure Forschergeist. Und der Ehrgeiz, vielen Mitbürgern viele Details über ihr Gürzenich nahe zu bringen.

Die Menschen rund um den Vorsitzenden Elmar Boving sind neugierig, wach und auf gestrgesunde Art und Weise mitteilungsbedürftig, wenn es um die Heimat geht - der Name des Vereins, Heimatbund, bindet in dieser Hinsicht die Mitglieder, insgesamt 215 an der Zahl. Wenn es um ihren Ort im Westen der Kreisstadt geht, entgeht ihnen nichts, ganz besonders nicht, wenn es um Zeiten geht, die längst schon vergangen sind. Und so hütet Ingrid Orgeich mit besonderer Sorgfalt die Sammlung mit allerlei archäologischen Fundstücken - die meisten entweder aus Ton oder aus Stein -, die der frühere Vorsitzende Ferdy Hake dem Verein übergeben hat.

Ungeheuer fleißig sind sie - und dabei höchst innovativ. Um jüngere Menschen zur Mitarbeit zu gewinnen, lassen sich die Mitstreiter des Heimatbundes einiges einfallen. Marlene Lövenich zum Beispiel, zu deren „Spezialitäten” unter anderem die Erforschung der alten Häuser und ihrer Geschichte zählt. „Gürzenich für Einsteiger” könnte ihr neues Angebot heißen. Es geht um rund zweistündige geführte Rundgänge (siehe Infokasten) durch den Ort, bei der sie ihre Detailkenntnis an die Teilnehmer weitergeben möchte.

Ein anderes Projekt haben die Vorstandsmitglieder derweil schon in Angriff genommen: Mit Bürste, Wasser und den einschlägigen Pflegemitteln versuchen die Aktiven des Vereins auf dem Spargelhof der Lövenichs, die Grabsteine vom Alten Friedhof hinter der Pfarrkirche St. Johannes Evangelist vor dem Zerfall zu bewahren und von Spuren von Vandalismus zu befreien. Auch wenn es um Zeugnisse der Vergangenheit geht - es geht immer auch um die Zukunft.
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