„Zweites Gutachten ist nicht erforderlich“

Von: Jörg Abels
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Baudezernent Paul Zündorf lehnt ein zweites Verkehrsgutachten zum Kaiserplatz ab. Foto: Abels

Düren. „Ein zweites Gutachten ist weder erforderlich noch sinnvoll“, reagiert der Technische Beigeordnete Paul Zündorf auf das Ansinnen der SPD-Fraktionsspitze, eine mögliche Verlagerung der Busspur vom Kaiserplatz auf andere Straßen und Plätze der Innenstadt noch einmal gutachterlich untersuchen zu lassen.

Ein erstes Gutachten hatte ergeben, dass es keinen geeigneten Alternativplatz für die Verlagerung der zentralen Bushaltestellen im Stadtgebiet gibt. Die „Jahrhundertchance“aber, Kaiserplatz und Markt ohne trennende Busspur umgestalten zu können, will die SPD nicht aufgeben, ohne eine zweite Meinung gehört zu haben.

Masterplan-Umsetzung gefährdet

Fraktionschef Henner Schmidt hatte kritisiert, dass bislang weder der Hoeschplatz als Alternative beleuchtet wurde noch eine mögliche Aufgabe des sogenannten Rendezvous-System, das ein zeitgleiches Eintreffen der Buslinien und unmittelbares Umsteigen ermöglicht. Dieses Vorgehen aber verteidigt Zündorf ausdrücklich. Für den Hoeschplatz sehe der einstimmig vom Stadtrat beschlossene Masterplan ein anderes Konzept vor, hochwertige Wohnbebauung zur Revitalisierung der Innenstadt. „Daran haben wir uns gehalten.“ Zündorf verweist darauf, dass bereits erste Investorenanfragen vorlägen.

„Und um das Rendesvouz-System beneiden uns viele andere Städte“, erklärt Zündorf, weil es angesichts der guten Umsteigemöglichkeiten für den ÖPNV von extrem hoher Qualität sei. „Zudem ist es im Nahverkehrsplan des Kreises fest verankert“, ergänzt Tiefbauamtsleiter Heiner Wingels.

Was für Zündorf aber noch entscheidender ist. Eine zweite Meinung zum Thema Busspur-Verlagerung „würde den Fahrplan des Masterplans komplett aushebeln“. Noch vor den Sommerferien soll der Gestaltungswettbewerb zur Zukunft von Markt und Kaiserplatz ausgeschrieben werden, damit im Herbst Ergebnisse vorliegen und noch im Dezember ein Förderantrag gestellt werden kann.

Dann könnte 2018 mit der Umsetzung begonnen werden. Ein zweites Gutachten, dass mindestens drei Monate benötige und nur außerhalb der Ferien belastbare Fakten sammeln könne, würde diesen Zeitplan um mindestens ein Jahr hinauszögern – mit unvorhersehbaren Konsequenzen für den Masterplan-Prozess insgesamt.

„Auch ich will eine städtebauliche Aufwertung des Kaiserplatzes, aber unter Beibehaltung seiner wichtigen ÖPNV-Funktion“, unterstreicht Zündorf. Er ist guter Dinge, mit den Gutachtern auch die SPD davon noch überzeugen zu können. „Ich lasse mich nicht beirren und werde die Realisierung des Masterplans konsequent weiterverfolgen.“

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