Zweite Auflage des Projektes „tanzwärts“ feierte Premiere

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Die Kinder der Grundschule St. Joachim waren bei der zweiten Auflage von „tanzwärts“ mit viel Herzblut und noch mehr Begeisterung bei der Sache. Sechs Wochen lang haben sie jeden Tag nach der Schule geprobt. Foto: Wolfgang Hünerbein

Düren. Eine Lehrerin, die vor Begeisterung regelrecht sprüht, ein Schulleiter, der stolz auf die Arbeit an seiner Schule ist und ein Kollegium, das das Projekt unterstützt, weil es darin große Chancen für die Schüler sieht: Zum zweiten Mal ist die Katholische Grundschule St. Joachim beim Projekt „tanzwärts“ mit von der Partie.

Am vergangenen Wochenende feierte die zweite Auflage des außergewöhnlichen Projektes im Haus der Stadt Premiere. Klar, dass es auch für Grundschulkinder jede Menge Applaus gab.

180 Jungen und Mädchen aus mehr als 20 Nationen besuchen die Schule im Dürener Norden. Rund 75 Prozent haben einen Migrationshintergrund und etwa ein Viertel davon wiederum ist an ihrem ersten Schultag ohne jegliche Deutschkenntnisse zum Unterricht gekommen. Ein Alltag, der dem Kollegium Einiges abverlangt. Manche Kinder müssen erst einmal lernen, dass man sich mit einem Stuhl an einen Tisch setzt. Zeit für Projektarbeit bleibt da kaum. Umso erstaunlicher, dass so viele Schüler bei „tanzwärts“ mit von der Partie sind.

Leistung, so sieht es das deutsche Schulsystem vor, steht im Vordergrund. „Wir sind auf den Lehrplan fixiert“, sagt Lehrerin Elisabeth Schneider, die die Teilnahme am Tanzprojekt schon 2016 initiierte. Umso schöner findet sie es, dass es bei „tanzwärts“ vor allem darum geht, individuelle Fähigkeiten zu fördern.

Frei nach dem Motto „Jeder ist ein Tänzer“ können hier die Neun- und Zehnjährigen zeigen, was in ihnen steckt, auch wenn es vielleicht in Deutsch und Mathe nicht so klappt.

Jedes Kind habe die Möglichkeit, sich neu zu entdecken, stimmt auch Schulleiter Andreas Reker zu. „Jeder kann irgendetwas!“ Die Teilnahme an „tanzwärts“ ist freiwillig; die Kinder der dritten und vierten Klassen konnten selbst entscheiden, ob sie teilnehmen möchten. Allerdings galt es, auch die Eltern ins Boot zu holen, denn einmal dabei, ist die Probenphase durchaus anstrengend.

Fehlen galt nicht

Sechs Wochen wurde jeden Tag nach der Schule trainiert. Fehlen galt nicht, denn in der Choreographie, die die Gruppe mit Ronja Nadler und Dirk Kazmierczak erarbeitet hat, hat jeder seinen Platz und seine Rolle. „Das mussten auch die Eltern erst einmal verstehen und akzeptieren“, sagt Elisabeth Schneider.

Der Info-Abend zu Beginn war da nur der Anfang. Zahlreiche Gespräche und Telefonate folgten – immer dann, wenn Kindern oder Eltern der Verzicht auf Hobbys und Freizeit doch zu lang und anstrengend erschien. Am Ende haben aber fast alle durchgehalten.

Ein Punkt, den Andreas Reker besonders wichtig findet. Im Projekt lernen die Kinder, auf ein klares Ziel, nämlich die drei Aufführungen im Haus der Stadt, hinzuarbeiten. „Und auch wenn das manchmal anstrengend war, es bringt ihnen Motivation und Spaß.“ Für viele Kinder ein Lerneffekt fürs Leben: dass sich Anstrengung lohnt, dass man für das Geleistete Anerkennung und Applaus bekommt.

Aber nicht nur die Eltern, auch das Kollegium der Schule muss mitziehen. „Die Kollegen haben ihr Lehrprogramm auf die Situation eingestellt“, erklärt Elisabeth Schneider. So gab es in der Zeit des Trainings weniger Hausarbeiten und auch die Betreuung der Tanzkinder zwischen Schulschluss und Proben haben die Lehrer freiwillig reihum übernommen.

Es sind eben alle davon überzeugt, dass das Projekt nachhaltig wirkt und ja, auch beim nächsten Projekt wäre die KGS St. Joachim gerne wieder dabei. „Dass wir das als Team zum zweiten Mal machen und fast alle Kinder bis zum Ende dabei geblieben sind, macht mich ein bisschen stolz“, sagt Andreas Reker zum Abschluss.

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