Zwei weitere Kirchen werden geschlossen

Von: Sandra Kinkel
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Auch die Pfarrkirche St. Joachim in Nord-Düren, die erst vor einigen Jahren umfangreich renoviert worden ist, soll geschlossen werden. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Die Pfarrkirchen St. Joachim in Nord-Düren und Herz-Jesu in Hoven sollen geschlossen werden. Das hat die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Düren-Nord im Rahmen des Prozesses „Kirchliches Immobilienmanagement“ (KIM) entschieden.

KIM sieht vor, so die Vorgabe des Aachener Bischofs Heinrich Mussinghoff, dass im gesamten Bistum 33 Prozent der Instandhaltungskosten für Gebäude, die sich in Kirchenbesitz befinden, eingespart werden. „Die Beratungen in der KIM-Gruppe und mit den Kirchenvorständen waren sehr konstruktiv und einmütig“, sagt Pfarrer Monsignore Norbert Glasmacher. „Und das, obwohl der Verlust von Gebäuden natürlich immer ein sehr schmerzhafter Prozess ist.“

Die Gemeinschaft der Gemeinden Düren-Nord besteht aus acht Gemeinden: Arnoldsweiler, Birkesdorf, Nord-Düren, Derichsweiler, Echtz, Hoven, Mariaweiler und Merken. Insgesamt zählt sie 16 430 Katholiken. Glasmacher: „Ich habe von Anfang an versucht, mit allen Gremien unserer Gemeinschaft offen und ehrlich umzugehen. Am Ende ist es uns gelungen, die Entscheidung, die Kirchen in Hoven und Nord-Düren einer anderen Nutzung zuzuführen, einstimmig bei nur zwei Enthaltungen zu fällen.“ Jetzt, sagt der Geistliche weiter, würde man mit den konkreten Überlegungen beginnen, welchen neuen Nutzungen die beiden Gotteshäuser zugeführt werden können.

Glasmacher: „Natürlich haben wir auch darüber diskutiert, dass St. Joachim erst vor wenigen Jahren umfangreich renoviert worden und immer wieder auch Raum für gute Konzerte ist. Wir sind bemüht, die Gebäude in ihrer Form als Kirchengebäude zu bewahren, so dass die Renovierung eben keine Geldverschwendung war.“ Konkrete Planungen für die beiden Kirchen gebe es aber noch nicht. „Das, was das Bistum von uns verlangt, ist zum Abschluss gekommen – mehr nicht“, betont Glasmacher. „Neben den beiden Kirchen nehmen wir auch einige unserer Pfarrhäuser und Pfarrheime aus der Bistumsförderung heraus.“

„Ich bin froh, dass wir in einem gemeinsamen Abstimmungsprozess ohne Streit eine tragfähige Lösung gefunden haben“, sagt Arthur Gaul, Mitglied der KIM-Gruppe. Und Marcus Seiler vom GdG-Rat ergänzt: „Der Verlust von Gebäuden bedeutet nicht den Verlust von Inhalten.“ Im Gegenteil könne man nun die Aufmerksamkeit wieder mehr auf die pastorale Arbeit richten als alle Energie auf den Gebäudeerhalt zu verwenden.

Auch Pfarrer Glasmacher betrachtet den KIM-Prozess durchaus als Chance: „In erster Linie geht es weder um Geld noch um Gebäude. Es geht um die Entwicklung unserer Kirche in den vergangenen Jahren.“ Die allgemeine demografische Entwicklung, die drastisch eingebrochene Zahl von Kirchenbesuchern und immer weniger Priester sei für ihn „ein echter Schock“ gewesen. „Wir müssen uns jetzt die Frage stellen, was genau passiert ist und warum es passiert. Und dann müssen wir auch versuchen, Dinge zu ändern.“

Die beiden Kirchen der GdG Düren-Nord sind nach St. Bonifatius in Düren-Ost, St. Cyriakus in Niederau, St. Nikolaus in Rölsdorf, der Schlosskapelle in Gürzenich und der Antoniuskapelle in Lendersdorf die Gotteshäuser sechs und sieben, die demnächst entwidmet werden sollen. Ob sich wie in St. Bonifatius und St. Nikolaus in Rölsdorf Fördervereine formieren, die für den Erhalt der Kirchen kämpfen, kann Pfarrer Glasmacher derzeit noch nicht einschätzen. „Ich denke schon, dass wir bis hierhin schon sehr viele Menschen in den Prozess eingebunden haben“, sagt Glasmacher. „Aber was in den einzelnen Gemeinden passiert, weiß ich natürlich nicht.“

Letztlich seien die Fördervereine ein Zeichen dafür, dass bei den Menschen das Bewusstsein erwacht, dass ihnen die Kirche wichtig ist. „Für uns in der GdG Düren-Nord beginnt jetzt eigentlich der wichtigere Teil der Arbeit. Und ich hoffe, dass sich viele Menschen auch weiter beteiligen und zum Beispiel Vorschläge dahingehend machen, was mit den beiden Kirchen gemacht werden kann.“

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