Zwei virtuosen Talenten in der Annakirche lauschen

Von: gn
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Christoph Bornheimer meisterte souverän Manuale und Pedale der Metzger-Orgel. (gn)

Düren. Virusosität und viele Talente erlebte das Publikum der Konzertreihe „Junge Künstler in St.Anna“ vor Kurzem in der Annakirche.

Dem Orgelsolisten Christoph Bornheimer (28) am Samstag folgten am Sonntag die Pianistin Fatjona Maliqi (20) am Steinway-Flügel. Begleitet wurde sie von knapp 50 Musikern des Dürener Kammerorchesters und spielte Serge Rachmaninovs Klavierkonzert Nr. 2 op.18 in c-Moll. Zur anschließenden Festmesse der Heiligen Cäcilie von Charles Gounod gesellte sich auch die große Schar der vereinten Kirchenchöre St. Anna & St.Marien, „Con spirito“ und der Jugendchor St. Anna, begleitet von Orgel und Orchester.

Ergreifend und mit sicherem Ton dabei die glänzend ausgesuchten Solisten Melanie Boving (Sopran), Julius Nötzli (Tenor), Albert Müller (Bass). Dazwischen übernahm Lothar von Hoegen die Leitung von Hans-Josef Loevenichs dominierendem Taktstock.

Er bändigte mit sicherer Hand das Orchester und den Orgelsolisten. Denn Regionalkantor Loevenich hatte sich mit der Ersten Symphonie op.42 für Orgel und Orchester von Felix-Alexandre Guilmant selbst ein Geschenk gemacht.

Pastor Otto von Danwitz ergriff das Wort, um seinem Kantor für die 25-jährige Tätigkeit an St. Anna zu gratulieren, sein vielfältig unermüdliches Wirken zu würdigen und die erfolgreichen Aktionen hervorzuheben: überwältigend hörbar und nachhaltig kostbar der Neubau der Metzler-Orgel.

Deren Qualitäten hatte am Vorabend schon der bundesweit gefragte Gast aus Darmstadt, Christoph Bornheimer, demonstriert. Der frisch gebackene Absolvent im Konzertexamen mit Auszeichnung und schon Lehrbeauftragter in Würzburg und Heidelberg, überzeugte er hier mit selten gehörten romantisch-virtuosen Werken von Brahms, Schumann, Reger u.a.

Souverän meisterte er vollgriffige Passagen, flinke Pedalläufe und komplizierte Akkordfolgen. Originell auch die eigene Bearbeitung der Meistersinger-Ouvertüre von Wagner, die „an rauschendem Vollklang in allen Registerfarben nichts zu wünschen übrig ließ“, wie auch Rebekka Zachner fand.

Star des Konzerts am Sonntag war gewiss für die vielen Besucher die sympathisch strahlende Fatjona Maliqi aus dem Kosovo.

Die Meisterschülerin von Heribert Koch, der als Jurymitglied sie 2013 als Gewinnerin eines internationalen Wettbewerbs entdeckte, wurde von ihm zum Studium an der Musikhochschule Münster, in Dinkelsbühl und beim Dürener Neujahrskonzert 2015 zum Spiel mit Orchestererfahrung geführt.

Die war jetzt besonders wertvoll. Denn die Anforderungen im flexiblen Zusammenspiel mit dem Orchester verlangten mit nur einer Probe und Konzert-Anspiel ein Höchstmaß an Souveränität von ihr, professionelles Können des Orchesters und ein hellwaches Dirigat. Bei den vielen Tempiwechseln zeigte Fatjona feines Gespür für den Ausdrucksreichtum der Stimmenvielfalt in den Sätzen Rachmaninovs. Ihren hohen gestalterischen Anspruch bewältigte sie mit sicherem Anschlag, mit virtuosem Zugriff und lyrischer Intensität. Betont dialogisch spielte sie dem Orchester die Melodielinien zu.

Bei der Zugabe für den anhaltend begeisterten Applaus tropften die Töne einer romantischen Händel-Transkription in die Stille des Kirchenraums. Zum langen Schlussbeifall mit Blumen scharte der Jubilar vor Chor und Orchester seinen Mitdirigenten, die drei Gesangssolisten und die Pianistin dankbar lachend um sich.

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