Zwei Schiedsrichterinnen im Fußballkreis Düren haben alles im Blick

Von: Sarah Maria Berners
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Milena Lacey (l.) und Eva Kastenholz sind als Schiedsrichterinnen im Einsatz. Foto: Berners

Kreis Düren. „Für uns alle geht es um Leistung. Nur die zählt und nichts anderes. Vorverurteilungen sind einfach unangebracht“, dieses Zitat von Bibiana Steinhaus, der ersten Schiedsrichterin in der Fußball-Bundesliga der Männer können Milena Lacey (16) und Eva Kastenholz (15) nur unterstreichen.

Die beiden Schülerinnen stehen seit einigen Monaten als Unparteiische auf dem Platz. In der Fußballjugend sind Mädchen, die Jungs pfeifen, gar nicht so außergewöhnlich. „Auf dem Platz geht es nicht darum, ob du ein Junge oder ein Mädchen bist. Auf dem Platz bist du in einer Funktion unterwegs, und vor der haben die anderen auch Respekt“, sagt Milena Lacey. Vor dem Spiel, ergänzt Eva Kastenholz, würde manchmal ein bisschen getuschelt, wenn die Spieler eine Schiedsrichterin sehen. „Aber mit dem Anpfiff ist das vorbei“, erzählt sie.

Über die Entscheidungen der Schiedsrichterinnen wird natürlich trotzdem gemeckert – das gehört zum Fußball dazu. „Wenn man sich das zu Herzen nimmt, dann kann man keine Schiedsrichterin werden“, sagen die beiden Mädchen. Das heißt aber nicht, dass sie Entscheidungen nicht auch kritisch hinterfragen. Verstehen können sie das Gemeckere der Spieler ja auch irgendwie. „Wenn ich als Spielerin auf dem Platz stehe, kann ich mich auch immer noch richtig über die Entscheidungen ärgern.“ Mit der Rolle wechselt der Blickwinkel: „Als Schiedsrichterin halte ich meine Entscheidungen natürlich für richtig.“

Viele Spieler und Spielerinnen würden die Regeln gar nicht genau kennen, haben die beiden Mädchen festgestellt. In Lehrgängen haben sie alles gelernt, was sie wissen müssen. Es gibt aber auch Eigenschaften abseits der Regelkenntnis, die Schiedsrichter unbedingt mitbringen müssen: Die Körpersprache, sagen die beiden Mädchen, sei auf dem Platz ganz entscheidend. „Außerdem muss man entscheidungsfreudig und durchsetzungsfähig sein“, ergänzt Eva Kastenholz.

Schiri Nachwuchs

Die beiden Nachwuchstalente wirken selbstsicher. Aus dem Engagement als Schiedsrichterin lässt sich – wie man so schön sagt – also auch reichlich fürs Leben lernen: auch über ein gutes Zusammenspiel zwischen Nähe und Distanz, über das Grenzen setzen. Gleichwohl finden die beiden Nachwuchstalente, dass ein Schiri auch nicht permanent den „Boss raushängen lassen“ sollte. „Das Abstecken von Grenzen betrifft übrigens nicht nur die Spieler.

Trainer und Eltern sind oft anstrengender“, sagt Milena Lacey. Immer in Bewegung sein, im Blick haben, was auf dem Platz passiert – leicht ist das nicht. „Aber es macht einfach Spaß, die Zeit auf dem Platz ist eine tolle Zeit“, sagt Milena Lacey. „Nur wenn Spiele mit einer sehr extremen Tordifferenz enden, kann es langatmig werden“, ergänzt Eva Kastenholz.

Ohne die Unterstützung der Familie könnten die beiden ihr Hobby, dass auch ein zusätzliches Taschengeld bringt, jedoch nicht ausüben. Schließlich müssen sie im Kreis Düren und darüber hinaus zu Spielen gefahren werden. Milena Lacey in der Bundesliga der B-Juniorinnen sogar bis Essen und Duisburg. Das kommt dem Alltag von Bibiana Steinhaus schon recht nahe: Mit deren erster Leistung in der Bundesliga waren die Mädchen übrigens zufrieden: „Sie war präsent, hat gut entschieden und die Spieler hatten offensichtlich Respekt.“

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