Zwei Pantomime zeigen Kunst ohne Worte

Von: Gudrun Klinkhammer
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Einführung in die Kunst der Pantomime: Wolfram von Bodecker zeigte Schülern der Gesamtschule Niederzier/Merzenich, wie die wortlose Kunst funktioniert. Auch zwei Senioren nahmen an dem Workshop teil. Foto: gkli

Niederzier. Die Augen von Irmgard Fischer fixieren einen Punkt auf der linken Hand. Plötzlich wandert der Blick in Richtung linker Schulter. Ein imaginärer Schmetterling flattert um die 84-jährige Seniorin herum und voller Hingabe folgt ihr Blick dem zarten Fantasiegebilde.

Irmgard Fischer nimmt an einem Pantomime-Workshop in Niederzier teil. Wie Josef Hälker, 86 Jahre alt, lebt sie in der Senioren-Wohnanlage Sophienhof. Die Leiterin des Sophienhofs, Gerda Graf, kooperiert immer wieder gerne mit der Gesamtschule Niederzier/Merzenich. Mit diesen Aktionen sollen die Generationen zusammengeführt werden und ein Verständnis füreinander entwickeln.

Hohe Kunst

Den Workshop in Niederzier gibt Wolfram von Bodecker, Meisterschüler von Marcel Marceau und Bühnenpartner von Alexander Neander. Während Wolfram von Bodecker die Senioren und rund 20 Schüler der Jahrgangsstufen neun bis zwölf unterrichtet, kümmert sich sein Kollege Alexander Neander in Merzenich um 15 Sechs- und Siebtklässler.

Nach Aufwärm- und Lockerungsübungen weiht Wolfram von Bodecker seine Schützlinge in die hohe Kunst der Pantomime ein. Elemente von Ballett, Musik, Atemtechnik und Poesie fließen in dieser wortlosen und dennoch so aussagekräftigen Kunst zusammen.

Für alle Körperteile gibt es einzelne Übungen – wie es in einem Farbkasten verschiedene Farbentöne gibt. Aus diesen Übungen wird dann ein Repertoire beziehungsweise eine Geschichte zusammengestellt. Techniken für die Hände tragen beispielsweise die Titel „Die flache Hand“ oder „Die orientalische Hand“.

Wolfram von Bodecker erläutert: „Bei der orientalischen Hand geht der Bewegungsimpuls vom Handrücken aus, so können beispielsweise Fische dargestellt werden.“

Die Schüler und die beiden Senioren verfolgen hochkonzentriert die Ausführungen des Fachmanns. Wolfram von Bodecker gibt seinem Auditorium mit auf den Weg: „Egal, was ihr macht in eurem Leben, es ist alles Musik, es ist alles Rhythmus.“

Einigen Schülern gelingt die Umsetzung der Übungen rasch sehr gut. Sie lassen imaginäre Seifenblasen in die Luft steigen und fühlen dabei jede Muskelfaser in ihrem angespannten Körper. Irmgard Fischer blüht angesichts der wohltuenden Körperarbeit auf: „Das ist wirklich Balsam hier, und ich fühle mich dadurch völlig leicht und frei.“

Den Kontakt zu den beiden Künstlern hatte Benjamin Ebel hergestellt, Vorsitzender des Fördervereins der Schule. Gotthard Vaaßen, Lehrer für Religion und darstellende Kunst, griff die Idee des Live-Unterrichts gerne auf und nahm ebenfalls aktiv an der hochkarätigen Sonderstunde teil.

International bekannt

Am Abend gab das international bekannte Duo Bodecker & Neander dann im Gesamtschulstandort Niederzier einen Pantomime-Abend der Extraklasse, der die Überschrift „déja-vu“ trug.

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