Zwei Filme über das Trappistenkloster Mariawald auf DVD erschienen

Von: Christoph Hahn
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Einblicke in das Leben im Trappistenkloster Mariawald gibt es nun auf DVD. Foto: Peter Stollenwerk

Mariawald. Die Vergangenheit kann so nah sein – zumal, wenn der Staub der Vergangenheit nach allen technischen Standards heruntergeblasen wird und das Material wie neu erstrahlt. Das gilt zumindest für zwei Filme über das Trappistenkloster Mariawald und seine Bewohner, die 1959 und 1976 im Auftrag des Südwestfunks (SWF) und des Westdeutschen Rundfunks (WDR) für das erste Fernsehprogramm gedreht worden sind.

Norbert Stoffers aus Gemünd, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der Abtei, hat mit Hilfe von Neusser Spezialisten die beiden als 16-Millimeter-Kopie überlieferten TV-Produktionen restaurieren und danach auf DVDs kopieren lassen. In dieser Form sind beide Fernsehbeiträge ab sofort im Klosterladen von Mariawald zu haben.

„Gesang aus der Stille“ heißt der erste Film, der 1959 in der Karwoche ausgestrahlt wurde. Sein Autor Jakob Holl, ein Geistlicher aus Bensberg-Moitzfeld bei Köln, wirkte gleichzeitig als Rundfunkbeauftragter der katholischen Kirche. Dr. Johannes Pohlschneider, damals Bischof von Aachen, lobte das Werk als „eindrucksvolle Predigt über das büßende Mönchtum“. Das mag eine zeitgebundene Einschätzung sein.

Doch der Reiz des Films für den Heutigen ist nicht von der Hand zu weisen. Der Betrachter sieht ein Mariawald, das im Gegensatz zu heute noch sehr viel mehr Mönche zählte. Gemeinsamer Nenner mit heute: der alte Messritus, der zusammen mit anderen Sitten und Gebräuchen vom jetzigen Abt Josef Vollberg vor einigen Jahren wiederbelebt wurde.

Mit Erich Kocks Beitrag „Wege ins Schweigen“ von 1976 hat Holls Film übrigens eines gemeinsam: Er hat eine Spiellänge von ziemlich genau einer halben Stunde. Dabei gestaltete sich bei den Dreharbeiten vor 38 Jahren der Aufwand rechtschaffen spektakulär: Sechs Wochen lang war das 15 Mann starke Team im Gästehaus der Trappisten einquartiert.

Der Ansatz des Regisseurs wirkt im Vergleich zu dem von Holl relativ modern. Das Dasein der Patres und Brüder wird als alternativer Lebensentwurf geschildert. Aber auch wenn Kock und seine Mannschaft immer wieder hinter die Kulissen sehen – das Geheimnis, dass das Leben der Ordensleute auf den Höhen des Kermeter umweht, bleibt auch hier gewahrt.

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